Containern, die Elisabeth-Bamberger-Schule.
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Seit 2016 in den Containern in Hebertshausen: die Elisabeth-Bamberger-Schule.

Bauausschuss des Hebertshauser Gemeinderats verlängert Genehmigung – Langfristiger Standort gesucht

Elisabeth-Bamberger-Schule darf bis 2023 bleiben

Hebertshausen – Die Elisabeth-Bamberger-Schule (EBS), seit 2016 in einem provisorischen Containerbau an der Freisinger Straße in Hebertshausen untergebracht, bekommt von der Gemeinde eine Fristverlängerung bis 2023. Ursprünglich sollte die Einrichtung in Trägerschaft des Franziskuswerks Schönbrunn maximal fünf Jahre bleiben, müsste somit heuer die Gemeinde verlassen.

Doch nun wurde eine Verlängerung auf weitere fünf Jahre beantragt.

Denn trotz intensiver Bemühungen „wurde bisher leider noch keine Lösung gefunden“, informierte Bürgermeister Richard Reischl (CSU) die Gemeinderäte im Bauausschuss. Vor die Tür setzen wollen die Hebertshauser Kommunalpolitiker die EBS in dieser schwierigen Situation nicht, aber doch „den Druck erhöhen“, wie mehrere Gemeinderäte betonten.

Martin Gasteiger (FBB) plädierte dafür, die Frist nur um ein Jahr zu verlängern, „dann sollte ein Ergebnis vorliegen“. Johann Böswirth (CSU) forderte, dass der Träger „in einem Jahr Rechenschaft ablegen soll“. Sofern sich dann eine konkrete Option abzeichne, könne erneut verlängert werden, bis anderswo ein Um- oder Neubau steht. Wenn nicht, so die Botschaft, wäre die Zeit für die Schule in Hebertshausen abgelaufen.

Doch Bürgermeister Reischl warb dafür, zumindest zwei Jahre zuzugestehen. „Bis dahin muss dann klar sein, wo die Reise hingeht.“ Diesem Vorschlag folgte der Bauausschuss. Gegenstimmen kamen von Martin Gasteiger und Christian Trinkgeld (beide FBB).

2016, als die EBS kurzfristig quasi auf der Straße stand und einen Übergangsstandort benötigte, „haben wir unter dem Aspekt der Hilfestellung dieses Angebot gegeben“, erinnerte der Bürgermeister. Auch jetzt will die Gemeinde die EBS nicht im Stich lassen. Denn die Einrichtung mit Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung unterrichtet Schüler, die an einer regulären Schule nicht zurechtkommen, die eine besonders enge, intensive und individuelle Betreuung benötigen. „Es gibt noch genügend Schüler, die so eine Schulform brauchen“, sagte Reischl.

Allerdings ist spätestens seit 2019 klar, dass die Schule nicht auf Dauer in Hebertshausen bleiben kann. Denn damals zerschlug sich die Idee eines Schulcampus Hebertshausen, der die örtliche Grund- und Mittelschule, die EBS und die Dachauer Greta-Fischer-Schule umfassen sollte. Mit diesem Konzept, an dem sich der Landkreis mit der Greta-Fischer-Schule schließlich doch nicht beteiligen wollte, „haben wir drei Jahre aufs falsche Pferd gesetzt“, sagte Reischl.

Doch seitdem hat sich bei der Standortsuche für die Bamberger-Schule nichts Konkretes getan. Der Landkreis unterstützt intensiv, Landrat Stefan Löwl (CSU) will die Einrichtung gerne im Landkreis halten. „Bisher hatten alle Lösungen einen Haken“, sagt Löwl auf Nachfrage der Dachauer Nachrichten. Kürzlich habe er deshalb an alle Bürgermeister im Landkreis „noch mal einen Appell gerichtet“.

Deutliche Worte findet Rathauschef Reischl: Bei der Standortentscheidung fürs nächste Gymnasium hätten sich die Bürgermeister „fast gegenseitig die Augen ausgehackt“, wenn es um die Bamberger Schule gehe, „bleiben alle Arme unten“.

Aktuell, informierte Reischl, würden Möglichkeiten beim Schulverband Odelzhausen geprüft. Allerdings ist die Lage im westlichen Landkreis nicht ideal, da die Schüler bis aus München und Fürstenfeldbruck kommen und auf die S-Bahn angewiesen sind. Auch das Franziskuswerk ist intensiv bemüht, wie Sprecher Matthias Haack betont. Denn aus Sicht des Trägers sei klar, „dass wir nicht auf Dauer in einer Containerlösung bleiben können.“ Sofern sich gar keine Option ergibt, stehe die Rückgabe der Trägerschaft im Raum, so Haack.  

Petra Schafflik

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