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Gratulation zum 100-Jährigen: Gauschützenmeister Alfred Reiner (l.) gratuliert Sch ützenmeiser Roland Scholz und überreicht eine Jubiläumscheibe des Gaus.

Germania Prittlbach 100 Jahre alt

Schüsse durch die Durchreiche

Vor 100 Jahren gründeten zwei Burschen den Schützenverein „Germania Prittlbach“. Kurz danach begann der Schießbetrieb beim Wirt: Es wurde beim Wirt durch die Durchreiche geschossen.

Prittlbach – Der Schützenverein Germania Prittlbach wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Das Jubiläum wurde nun im Rahmen des Prittbacher Dorffestes gefeiert. Schützenmeister Roland Scholz erzählte vor den vielen Gästen aus dem Vereinsleben von der Gründung bis in die heutige Zeit.

Zwei junge Burschen namens Ulrich Wittmann und Benno Westermayer haben mit noch 20 Prittlbachern den Schützenverein „Germania Prittlbach“ gegründet. Der Schießbetrieb in dieser Zeit war nicht sehr regelmäßig. Die damalige Schützenvereine waren in der Hauptsache gesellige Vereinigungen. Wenn in Prittlbach geschossen wurde, dann beim Wirt durch die Durchreiche ins Nebenzimmer. Manche Einschüsse sieht man heute noch im Holzrahmen, wenn ein Schuss mal etwas danebenlag.

Schützenmeister Roland Scholz erwähnte das erste Gauschießen 1920, bei dem Georg Leitensdorfer aus Goppertshofen den zweiten Platz belegte. Über die Jahre im 2. Weltkrieg ist leider wenig überliefert. Jedenfalls ging es 1960 unter Vorstand Michael Ziller wieder bergauf.

Wegweisend bis in die heutige Zeit hat ab Mitte der 60er Jahre der damals erst 21-jährige Schützenmeister Franz Kranz die Richtung des Vereins beeinflusst, erklärte der Schützenmeister. Nun stand nicht mehr nur die Geselligkeit im Vordergrund, sondern das ernsthafte Ringen um die sportliche Leistung. Der Weg des Vereins führte steil nach oben. Rund um Franz Kranz baute sich eine junge ehrgeizige Truppe auf, die bald zu den Spitzenschützen des Gaus zählten. Die Beteiligung an den Punktrunden war selbstverständlich.   

Zur Mannschaft zählten Franz Kranz, Richard Gasteiger, Fredi Hampel und Georg Märkl. „Ohne Franz Kranz hätten wir heute sicher keine Bundesligamannschaft“, ist sich Scholz sicher. Kranz hat zum Training angespornt, und egal, ob gewonnen oder verloren, nach dem Wettkampf saß man gesellig zusammen. „Manchmal hat es auch etwas länger gedauert aber wir haben alle überlebt, und die Erinnerungen daran würden ein dickes Buch füllen“, lachte Roland Scholz.

Sepp Wallner konnte sich sogar einmal für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren, und es gab auch einige Gauschützenkönige. Sie hießen Sepp Riedl, Richard Zenz, Sven Körper und zweimal Dieter Scholz. Derzeit amtiert Florian Hillenbrand mit der Pistole. Den Wettbewerb der Sparkasse Dachau konnte der Schützenverein nun schon 26 mal gewinnen.

In den 60er Jahren hörte der damalige Bundestrainer Ralf Horneber von den Prittlbacher Schützen. Er suchte einen Verein, in dem Leistung und Geselligkeit großgeschrieben wird. „So kamen der Ralf und später seine Frau Petra zu uns, die 1966 dann bei den Olympischen Spielen in Atlanta die Silbermedaille gewann“, berichtete Roland Scholz. Petra Horneber hat es 2005 im Bundesligafinale bis zur Deutschen Vizemeisterschaft gebracht. In den vergangenen drei Jahren waren die Prittlbacher zwar im Finale, kamen aber über das Achtelfinale nicht hinaus. Gefeiert wurde trotzdem.

Im Rahmen einer kleinen Ausstellung im Schulhaus hängen auch noch Scheiben und Urkunden aus vergangenen Tagen, erinnerte der Schützenmeister. Zu sehen ist auch der erste Schießstand, der beim Abriss des Stalles neben dem Wirtshaus wieder ans Tageslicht gekommen ist.

Bürgermeister Richard Reischl gratulierte in einem Grußwort dem Schützenverein zum 100-jährigen Jubiläum. Er erwähnte auch den anstehenden Bau des Dorfgemeinschaftshauses im Jahr 2020. Die Planungen laufen bereits. Dort werden die Feuerwehr, der Schützenverein und die Dorfgemeinschaft eine neue Heimat finden. Ein dickes Lob hatte er auch noch parat: „In Prittlbach hält man zusammen – und das ist sehr erfreulich.“

Für den Schützengau Dachau überbrachte Gauschützenmeister Alfred Reiner die Glückwünsche zum Jubiläum. Er sprach voller Anerkennung von den Bundesligawettkämpfen, die in der Schulturnhalle stattfinden. „Da ist eine einmalige Atmosphäre, und die Organisation ist bestens. Auch die Jugendarbeit beim Schützenverein läuft hervorragend“, so der Gauschützenmeister. Er hatte als Geschenk einen „Fahnennagel“ mitgebracht: „Ihr habt zwar noch keine Fahne. Aber vielleicht ist eine Anschaffung im Rahmen des Neubauses des Schützenheimes auch noch drin.“

khr

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