Professionell gestaltet wird die Bahnunterführung. 
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Professionell gestaltet wird die Bahnunterführung. 

Start des Projekts

Graffiti-Kunst: Farbe für die Bahnunterführung in Hebertshausen

Professionelle Graffiti-Kunst statt Schmierereien: Der Verein Outer-Circle soll die Bahnunterführung in Hebertshausen gestalten. Jetzt startet das Projekt.

Hebertshausen – Die jungen Graffiti-Künstler von Outer-Circle haben bereits im Landkreis gestalterische Projekte realisiert und unter anderem frei zugängliche Graffiti-Flächen an der Mauer der ehemaligen MD-Papierfabrik in Dachau betreut. Zur optischen Aufwertung der beiden Bahnunterführungen beschreitet Hebertshausen zwei unterschiedliche Wege:

An der Johann-Hechendorfer-Straße wird die Durchfahrt unter dem Bahndamm als öffentliche Graffiti-Fläche freigegeben – betreut von Outer-Circle. Dagegen soll die Unterführung in Prittlbach von den Outer-Circle-Profis gestaltet werden, mit ortstypischen Motiven aber in moderner Formensprache. Dieses Konzept steht seit einem Jahr, erst jetzt aber konnte der notwendige Vertrag mit der Deutschen Bahn geschlossen werden.

Adrian Till, Vorsitzender von Outer-Circle, legte den Gemeinderäten daher nun einen ersten Gestaltungsentwurf vor. Als Motiv wählte er eine verfremdete Dorfansicht für die ortszugewandte Seite, wild wuchernde Natur für die gegenüberliegende Wand. Dieser Vorschlag stieß im Rat auf Zweifel. „Zu wenig Wiedererkennungswert“ monierte Bürgermeister Richard Reischl.

Die skizzierte farbige Silhouette, aus der erkennbar die Kirche Sankt Kastulus herausragt, sei „gar nicht das, was ich mir vorgestellt habe“, monierte Monika Gasteiger (CSU). Kirche, Maibaum und Wirtshaus sollten im Vorbeifahren erkennbar sein, findet Gasteiger.

Doch Graffiti-Künstler Adrian Till erläuterte, dass ein Entwurf nicht nur ästhetischen Ansprüchen genügen muss, sondern langlebig sein soll. Wichtige Voraussetzung, damit das Werk nach dem Ehrenkodex der Graffiti-Szene nicht sofort wieder übersprüht wird, ist die Verwendung der Graffiti-Formensprache mit Buchstaben und typografischen Elementen.

Doch die Skizze fand auch Fürsprecher. „Beide Entwürfe kann ich nachvollziehen“, sagte Simon Wallner (CSU). „Spannend und interessant“ lobte Jugendreferentin Elke Fiedel. „Wir müssen hier etwas Modernes machen“, schrieb sie ihren Kollegen ins Stammbuch. Ein „klares Ja“ kam auch von Marianne Klaffki (SPD). Kunst sei nun einmal streitbar, aber der Blick des Künstlers von außen eben auch „spannend.“

Ohne Resonanz blieb der Hinweis von Christian Michal (FW), dieses Projekt nicht gerade jetzt in Zeiten eines negativen Haushalts umzusetzen. Doch die veranschlagte Summe von 11 250 Euro sei überschaubar, das Geld seit 2019 eingeplant, erklärte der Bürgermeister. „Wir müssen und werden das jetzt durchziehen“, forderte auch Marianne Klaffki.

Als Ergebnis der Diskussion stand der Auftrag an Graffiti-Künstler Till, einen überarbeiteten Entwurf anzufertigen. Dieser soll markante Prittlbacher Motive, nämlich Kirche, Wirtshaus, Maibaum, das geplante Dorfgemeinschaftshaus und die Pumpe des Erdölförderfelds ins Bild integrieren. Diese fünf Punkte waren den Prittlbachern unter den Gemeinderäten wichtig. Das überarbeitete Konzept wird erneut im Gremium vorgelegt. „Dann geht es los“, drückte Bürgermeister Reischl aufs Tempo. Die Gemeinderäte zogen mit, billigten einstimmig dieses Vorgehen.

Sofort starten kann dagegen die Gestaltung der Unterführung an der Johann-Hechendorfer Straße. Dort sollen Graffiti-Künstler unter der Regie von Outer-Circle frei arbeiten können. Sinnvoll wäre allerdings eine offizielle Bestätigung, dass diese Nutzung tatsächlich mit der Gemeinde abgestimmt ist, erklärte Adrian Till. So ein Schriftstück wird im Rathaus sofort ausgestellt.

Petra Schafflik

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