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Bei der Arbeit auf dem Schulacker: v.l. die Schüler Manuel, Michael und Tim. 

Elisabeth-Bamberger-Schule nimmt am Projekt „Acker Schule“ teil

Für den bewussten Umgang

Schüler der Elisabeth-Bamberger-Schule nimmt am Projekt „Acker Schule“ teil - und lernen dabei den Umgang mit: Gemüse.

Hebertshausen – Langsam kehren die Schüler der Elisabeth-Bamberger-Schule in Hebertshausen zurück in den Unterricht – und dort erwartet sie eine Überraschung im Schulgarten. Denn trotz Corona ist hier das Projekt der „GemüseAckerdemie“ gestartet.

Der Verein Ackerdemia bietet das Anbauprojekt „Acker Schule“ in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz an. In Hebertshausen existierte zuvor schon ein kleiner Schulgarten, der nun aber um eine große Fläche erweitert wurde – damit die vielen verschiedenen Gemüsesorten genügend Platz haben. Angebaut wird dieses Jahr neben Klassikern wie Gurke und Tomate unter anderem Zuckermais, Schwarzwurzel, Palmkohl und Pastinake.

Für manche Schüler wird es im Laufe des dreijährigen Projekts das erste Mal sein, solche Gemüseraritäten zu probieren. Gemeinsames Kochen werde laut der betreuenden Lehrkraft Gudrun Ullrich in den Familien immer seltener praktiziert: „Wir verarbeiten das Gemüse mit den Kindern direkt weiter in unserem Unterrichtsfach Ernährung und Soziales.“ Zusätzlich dürfen die Schüler ab und zu einen Teil der Ernte mit nach Hause nehmen.

Im Gegensatz zum Sitzen in der Schulbank bedeutet das Gärtnern zwar Abwechslung, aber auch Verantwortung. Die Pflanzen müssen gegossen und Unkraut gejätet werden. Das übernehmen hauptsächlich die Schüler der dritten und vierten Klassen. Aber auch ältere Schüler dürfen auf dem Acker helfen. „Natur- und Umweltprojekte tun den Kindern gut, sie kommen raus aus dem Klassenzimmer und haben ein Erfolgserlebnis beim Gärtnern“, sagt Rektorin Petra Weindl.

Für jeweils drei Pflanztermine bekommt die Schule praktische Unterstützung von Ackerdemia. Ein „Ackercoach“ in Form eines ausgebildeten Gärtners kommt mit „Ackerhelfern“. Diese haben Erfahrung aus dem Hobbygarten und helfen den Kindern beim Anbau.

Aufgrund der Corona-Situation musste die Schule die ersten beiden Pflanzungen mit einer kleinen Auswahl an älteren Schülern durchführen. „Das Ackern hat mir Spaß gemacht, und ich habe die verschiedenen Gemüsesorten erkannt“, sagt Schüler Tim. Gemeinsam mit seinen Mitschülern Manuel und Michael hat er beim zweiten Pflanztermin unter anderem Bohnen, Zuckermais, Tomaten, Gurken, Zucchini und Edamame in die Erde gesetzt. Und selbst das Unkraut jäten kam bei den Schülern gut an: „Mir hat am besten das Unkrautjäten gefallen“, sagt Manuel.

Im Rahmen mehrerer Fortbildungen bildet Ackerdemia die projektleitenden Lehrkräfte aus. Der Verein hatte die „GemüseAckerdemie“ 2013 mit dem Ziel gegründet, die Wertschätzung von Lebensmitteln bei Kindern und Jugendlichen zu steigern.

Mittlerweile nehmen 637 Schulen und Kitas in Deutschalnd, Österreich und der Schweiz am Bildungsprogramm teil. „Die Kinder sollen einen bewussten Umgang mit Pflanzen und Lebensmitteln lernen und den Aufwand dahinter mehr schätzen“, sagt Ackercoach Aurelia Fellbrich.

In wenigen Wochen können die Schüler der Elisabeth-Bamberger-Schule den Erfolg ihrer Arbeit sehen – dann steht die Ernte an. Schüler Tim freut sich besonders darauf, wenn die von ihm eingepflanzten Gurken endlich Früchte tragen. Doch bis dahin heißt es gießen und pflegen. Für das kommende Gartenjahr hat Lehrerin Gudrun Ullrich noch einen Wunsch: Die Kartoffelsorte Bamberger Hörnchen – passend zum Namen der Schule.

Eva-Maria Dillitz

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