Die SPD stellt einen Antrag für mehr Kinderbetreuung in Hebertshausen. (Symbolbild)
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Die SPD stellt einen Antrag für mehr Kinderbetreuung in Hebertshausen. (Symbolbild)

Forderung für mehr Kinderbetreuung

Kita-Leiterin Neisser und Bürgermeister Reischl: Kopfschütteln über SPD-Vorstoß

Die SPD fordert mit einem Antrag mehr Kinderbetreuung während der Sommerferien. Der Vorschlag kommt in Hebertshausen aber nicht bei allen gut an. 

  • Die SPD Hebertshausen fordert mit einem Antrag mehr Kinderbetreuung während der Sommerferien.
  • Damit sollen belastete Familien unterstützt werden. 
  • Der Vorschlag sorgt bei Bürgermeister Reischl und Kita-Leiterin Neisser aber für Erstaunen. 

Hebertshausen – Mehr Kinderbetreuung im Sommer für die in Corona-Zeiten enorm belasteten Familien: Mit dieser Forderung, gerade erst per Antrag formuliert (wir berichteten), rennt die SPD-Fraktion im Rathaus nicht nur weit geöffnete Türen ein – sondern sorgt auch für massives Erstaunen bei Bürgermeister Richard Reischl sowie bei den Verantwortlichen in den Einrichtungen. „Wir haben längst mit den Kita-Trägern vereinbart, die Schließzeiten im August zu reduzieren“, erklärt Rathauschef Reischl.

Überrascht vom SPD-Vorstoß ist auch Ursula Neisser. Die Leiterin des Kindergartens Sankt Georg hätte sich über ein Gespräch im Vorfeld gefreut. Dann hätte SPD-Sprecherin Marianne Klaffki nämlich erfahren, „dass wir schon zu Beginn der Pandemie sofort beschlossen haben, auf jegliche Schließzeiten wie Fenstertage, Ostern oder Pfingsten zu verzichten, weil auch wir wussten, dass es für alle berufstätigen Eltern schwierig wird, diese Zeit zu meistern.“ Dies sei selbstverständlich gewesen, betont Neisser. Und das, obwohl vom ersten Tag an in allen Kitas die Notbetreuung angelaufen sei, mit umfassenden Hygienevorgaben, kleineren Gruppen und dadurch „vermehrtem Aufwand“.

Schließzeiten aller Kitas ist nur auf zwei Wochen reduziert

Auch was die kommenden Sommerferien betrifft, haben Gemeindeverwaltung und alle Träger der Einrichtungen die Situation der Eltern längst im Blick. Die SPD hat angenommen, dass viele Familien in Zeiten von Kita- und Schulschließung in den vergangenen Wochen schon ihren Urlaub vor den Sommerferien aufgebraucht haben. Gemeinde, BRK und Kirche als Träger der drei großen Betreuungseinrichtungen im Ort haben daher vereinbart, die Schließzeiten aller Kitas auf nur zwei Wochen zu reduzieren.

Ganz verzichten können Krippe, Kindergarten und Hort nicht auf die August-Ferien. Weil auch die Mitarbeiter einen Urlaubsanspruch haben, erklärt der Bürgermeister. Kindergarten-Leiterin Neisser betont: „Wir haben während der Notbetreuung keinen Urlaub gehabt, sondern waren als systemrelevante Personen für die Notbetreuung zuständig.“ Doch außerhalb der Ferien lässt sich der Urlaubsanspruch der Kita-Beschäftigten nur schwer realisieren. Vor allem nicht im Zeitraum Herbst bis Weihnachten. Dann herrscht nämlich Urlaubssperre, weil die neuen Kinder in den Einrichtungen eingewöhnt werden.

Betreuungsbedarf ist nicht so groß wie vermutet

Ein weiterer wichtiger Grund, warum die Einrichtungen im August zwei Wochen schließen: Der konkrete Bedarf der Familien ist offenbar nicht so enorm, wie allgemein vermutet. Das bestätigt Bürgermeister Reischl für gemeindliche Krippe und Kindergarten. Eine interne Umfrage ergab „eine Resonanz von fast Null.“ Und im Kindergarten Sankt Georg, wo 97 Mädchen und Buben betreut werden, haben in den geplanten zwei Wochen Ferien „höchstens drei Familien eventuell ein Problem der Betreuung“, so Leiterin Neisser. Die meisten Eltern hätten Schulkinder, müssten also die Schulferien überbrücken. Eltern hätten Urlaub für August aufgespart und während der Pandemie andere Lösungen gemeinsam mit den Arbeitgebern gefunden.

Petra Schafflik

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