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Baggerarbeiten fanden im Januar am Höllgraben statt. 

Ortstermin in Hebertshausen

Verbesserungsvorschläge für den Höllgraben

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Bei einem Ortstermin stellten Experten zweier Behörden fest, dass bei der Schlammentfernung aus dem Höllgraben in Hebertshausen wohl Tiere umgekommen sind. Die Beamten machten überdies Verbesserungsvorschläge für die Zukunft.

Hebertshausen– Wie soll es mit dem Höllgraben in Hebertshausen weitergehen? Wie berichtet, gab es dort im Januar zwischen dem Auwaldring und der Erlenstraße umstrittene Ausgrabungsarbeiten. Anwohner und Biologe Dr. Dieter Elger hatte kritisiert, dass wegen der Schlammentfernung zahlreiche Tiere verendet seien. Jetzt fand ein Ortstermin mit Elger, Sybille Hein von der Naturschutzbehörde des Landratsamtes sowie Uli Jeckle und Thomas Sablowski vomWasserwirtschaftsamt München statt. Die Experten von der Naturschutzbehörde und dem Wasseramt bestätigten dabei, dass durch den Eingriff wohl Tiere das Leben verloren haben – zumal die Grabungen nicht wie vorgesehen im Spätsommer oder Herbst, sondern im Winter stattgefunden haben.

Generell seien Räumungen mit dem Bagger nur bei extremer Verschlammung notwendig. Inwiefern die Maßnahmen im Januar nötig gewesen seien, sei jetzt schwierig zu beurteilen: „Das ist im Nachhinein schlecht zu sagen“, erklärte Sablowski. „Beim Gewässerunterhalt ist es immer schwer, einen Mittelweg zu finden“, sagte Hain. Eine Befürchtung konnten die Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes bei der Vor-Ort-Besichtigung entkräften: „Eine Überflutung kann es eigentlich nicht geben“, betonte Jeckle. Der Bachabschnitt zwischen Auwaldring und Erlenstraße würde vermutlich nur zehn Prozent der Ortsfläche von Hebertshausen entwässern, außerdem sei der Bachquerschnitt sehr groß und die neugebauten Häuser hätten Wannen.

Um den Naturschutz zu fördern, schlug Jeckle biotopverbessernde Maßnahmen vor. „Der Graben ist jetzt sehr strukturarm“, erklärte er. Um das zu ändern, könne man beispielsweise punktuell Totholz und Steine in den Seitenbereichen einbringen und wechselnde Böschungen anlegen. Fest geplant ist bereits, einen Sedimentfang im Oberlauf zu installieren. Diskutiert wurde außerdem das Einbringen einer Sand-Kies-Schicht, um die Vielfältigkeit der Lebensräume zu verbessern – jedoch müsste dafür wieder Schlamm entfernt werden, damit die Gewässersohle nicht erhöht wird, gab Jeckle zu bedenken.

Ansonsten sei es jetzt erst einmal wichtig, dass der Graben in Ruhe gelassen wird, waren sich die Experten von Wasserwirtschaftsamt und Landratsamt einig. „Wenn irgendwann wieder Räumungen notwendig sind, sollten diese nur punktuell stattfinden“, erklärte Jeckle. Er bot an, den Wasserverband bei künftigen Maßnahmen vorab zu beraten.

Für den Fall, dass in einigen Jahren Unterhaltungsmaßnahmen nötig sein sollten, hatte Sybille Hein von der Naturschutzbehörde eine weitere Idee: „Wir könnten es ins Auge fassen, eine Aktion mit den Naturschutzwächtern zu organisieren“, schlug sie vor. Freiwillige könnten Patenschaften für den Graben übernehmen und Unterhaltsmaßnahmen ehrenamtlich erledigen.

Beim Wasserverband verweist man darauf, dass es sich bei dem Höllgraben um einen Eigentümergraben handle und die Eigentümer ein Mitbestimmungsrecht hätten, was damit passieren soll. „Wenn aber jemand etwas freiwillig machen will und das vernünftig ist, dann habe ich nichts dagegen“, erklärt der Verbandsvorsitzende Johannes Böswirth. Grundsätzlich müsse jedoch so vorgegangen werden, dass Grabeneigentümer, die auf ihrem Teilabschnitt Veränderungen vornehmen wollen, diese beim Wasserverband melden sollen. Dort wird dann die Maßnahme diskutiert. „Man muss immer im Einzelfall reden“, so Böswirth.

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