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Hebertshausen rüstet Straßenlaternen um

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Von: Petra Schafflik

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Neue Leuchtkörper machen alte Straßenlaternen energieeffizienter. Das reduziert Stromkosten und CO2-Erzeugung.
Neue Leuchtkörper machen alte Straßenlaternen energieeffizienter. Das reduziert Stromkosten und CO2-Erzeugung. (Symbolbild) © dpa

Die Straßenbeleuchtung gehört zu den größten Stromverbrauchern einer Kommune. Da liegt es nahe, Laternen auf moderne LED-Technik umzurüsten, um so gleichzeitig Geld und klimaschädliches CO2 einzusparen. Auch in Hebertshausen wird dieses Vorhaben nun angepackt. „Als Gemeinde wollen wir als Vorbild voranschreiten“, sagte Bürgermeister Richard Reischl im Gemeinderat.

Hebertshausen ‒ Grundsätzlich mit dem Thema befasst hatte sich das Gremium bereits im Juni, doch es galt noch alle Förderoptionen zu prüfen. Die stellte Experte Matthias Maier vom Fachbüro HPE vor. Er erläuterte, dass in Hebertshausen nur ein kleiner Teil der 819 Straßenlaternen bereits mit LED ausgestattet ist, 651 Leuchten müssten umgerüstet werden.

Es gibt mehrere Versionen sowohl der technisch-nüchternen wie auch der dekorativen Lampen, alle auch in unterschiedlichen Leistungsstärken. Vor einer Umrüstung würde HPE alle Straßen nach ihrer Art und Nutzung klassifizieren und die beste Beleuchtung exakt berechnen. Eine Umrüstung aller Laternen zahle sich auf jeden Fall aus, betonte Maier. „Das ist aktiver Umweltschutz.“

Der Energieverbrauch wird mit LED von 160 000 auf nur mehr 43 000 Kilowattstunden im Jahr sinken. Das spart jährlich 29 000 Euro Energiekosten, es werden 63 Tonnen Kohlendioxid vermieden. Auch der Wartungsaufwand werde geringer, die Lebensdauer der Leuchten sei größer, und die Ausleuchtung der Straßen lasse sich optimal anpassen, erklärte Maier.

Die Umrüstung kostet rund 275 000 Euro, doch es gibt Förderoptionen. Zum einen eine 30-prozentige Förderung vom Bundesumweltministerium. Die ließe sich „aufsatteln“ mit einem Förderprogramm des Freistaats bis zu einer Förderquote von insgesamt 90 Prozent. Dann müsste die Gemeinde für die Umrüstung nur mehr rund 28 000 Euro aus eigener Tasche zahlen. Gerade mal so viel, wie jährlich an Stromkosten eingespart wird.

Allerdings: Um die höhere Förderung zu bekommen, muss Hebertshausen die Straßenlaternen vom bisherigen Eigentümer, dem Energieversorger Bayernwerk, abkaufen. Das würde noch einmal 48 000 Euro kosten. Weitere Voraussetzung ist, dass ein Fachplaner die Umrüstung koordiniert, was weitere Kosten verursacht. Am Ende spart diese Option der Gemeinde trotzdem rund 50 000 Euro – im Vergleich zur 30-Prozent Förderung ohne Ankauf der Straßenlaternen und ohne Fachplaner. „Dieses Modell ist für uns eindeutig günstiger“, betonte der Bürgermeister.

Im Gremium wurde aber intensiv diskutiert, wie sich die Folgekosten entwickeln, wenn die Gemeinde Eigentümer der Laternen ist. Nicht dass für laufende Kosten die finanziellen Mittel aufgebracht werden, die jetzt erst einmal eingespart werden. Nach einigen Nachfragen bei Josef Bestle vom Bayernwerk wurde deutlich: In beiden Fällen muss die Wartung sichergestellt sein, etwa über einen Wartungsvertrag. Und wenn eine defekte Laterne komplett erneuert werden muss, „dann zahlen wir, egal ob die Lampe uns gehört oder dem Bayernwerk“, betonte Florian Zigldrum. Unter diesen Voraussetzungen war die Entscheidung rasch getroffen: Die Gemeinde wird die Straßenlaternen vom Bayernwerk kaufen und beide Förderprogramme in Anspruch nehmen.

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