Viele Fragen, intensive Diskussionen: Die Bürger, die zur Ausstellung des städtebaulichen Ideenwettbewerbs kamen, debattierten engagiert mit den Bürgermeistern Martin Gasteiger (3.v.l.) und Florian Zigldrum (3.v.r.).
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Viele Fragen, intensive Diskussionen: Die Bürger, die zur Ausstellung des städtebaulichen Ideenwettbewerbs kamen, debattierten engagiert mit den Bürgermeistern Martin Gasteiger (3.v.l.) und Florian Zigldrum (3.v.r.).

Ausstellung in der Turnhalle

Hebertshauser sorgen sich wegen Hochwasser und Versiegelung

  • Petra Schafflik
    VonPetra Schafflik
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Derzeit zeigt eine Ausstellung in Hebertshausen verschiedenen städtebauliche Entwürfe für die Alte Holzschleiferei und die übrigen zentralen Flächen im Ort. Einige Hebertshauser kamen mit konkreten Fragen, Sorgen und Anliegen zur Eröffnung.

Hebertshausen – Obwohl nicht sehr viele Besucher zur Ausstellungseröffnung kamen, war Martin Gasteiger (FBB), unterstützt von Bauamtsleiterin Hedwig Messner und später auch vom dritten Bürgermeister Florian Zigldrum (CSU), den ganzen Vormittag ein gefragter Ansprechpartner. Denn die Hebertshauser, die sich nach und nach in der Schulturnhalle einfanden, kamen mit ganz konkreten Fragen, Sorgen und Anliegen. Die Ausstellung zeigt verschiedenen städtebauliche Entwürfe für die Alte Holzschleiferei und die übrigen zentralen Flächen im Ort

Gleich zu Beginn hatte der stellvertretende Bürgermeister erläutert, dass einzig die Entwürfe für die alte Holzschleiferei in naher Zukunft vom Gemeinderat angepackt werden sollen. Wobei allerdings erst einmal aus Ideen konkrete Planungen werden müssten für das Areal zwischen Freisinger Straße und Krautgartenstraße bis hinunter zur Amper. „Das dauert noch vier, fünf Jahre bis die erste Bautätigkeit beginnt und noch mal zehn Jahre, bis dann alles dargestellt ist.“ „Der jetzige Gemeinderat“, so Gasteiger, „wird dazu keine Entscheidungen treffen.“

Doch die Bürger, überwiegend Anwohner der Flächen, für die der städtebauliche Ideenwettbewerb nun Konzepte entwickelt hat, machen sich Sorgen. „Ich habe nur Rot gesehen, als ich diese Pläne gesehen habe“, so ein Bürger. Die Anwohner fürchten, jegliche Bebauung und die damit einhergehende Flächenversiegelung werde Auswirkungen auf den Grundwasserstand haben. Und auch auf den künftigen Hochwasserschutz. „Wir leben da ja auf einer Insel“, sagte ein Anwohner.

Gemeint ist, dass die Wohnhäuser und Gewerbebetriebe dort wie auf einer Insel zwischen Amper und Mühlbach liegen. Der Mühlbach wird nördlich des Waldfrieden aus der Amper ausgeleitet und fließt beim ehemaligen Feinpappenwerk Schuster wieder in den Fluss zurück. Gerade die Idee, den streckenweise verrohrten Mühlbach wieder zu öffnen, stößt auf Kritik. „Laufen uns dann die Keller voll?“ Dann wäre ihr Haus nicht mehr bewohnbar, so die Sorge einer Bürgerin. Überhaupt eine Bebauung in Flussnähe, das sei nicht mehr zeitgemäß. Kritik gab es auch, dass mehrgeschossig gebaut werden soll. „Warum werden wir jetzt bautechnisch zur Stadt? So will doch niemand wohnen.“ Gasteiger beruhigte, dass Teil jeder Bauleitplanung auch wasserrechtliche Fragen und entsprechende Gutachten sein werden.

Auch betrafen viele Sorgen die Flächen des Ideenwettbewerbs, die erst in ferner Zukunft angegangen werden soll. „Das ist nur ein Konzept, noch keine Planung“, betonte Zigldrum. Alle Einwände und Argumente, so die Zusage von Bauamtsleiterin Messner, werden im Rathaus gesammelt und dokumentiert.

Die Präsentation

ist noch bis 27. August von Montag bis Freitag zwischen 13 und 17 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr geöffnet. Gelegenheit für direkte Fragen an den dritten Bürgermeister Zigldrum gibt es noch einmal am Samstag, 21. August, von 9 bis 13 Uhr.

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