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Als erstes Projekt wird die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft ein Wohn- und Geschäftshaus im Ortszentrum an der Bahnhofstraße 4 errichten. Dort sollen Sozialwohnungen und ein Ladengeschäft zur Nahversorgung entstehen. Baubeginn könnte im Herbst sein.

Gemeinde gründet Kommunale Wohnungsbaugesellschaft 

Hebertshausen steigt in Wohnungsbau ein

Sozialwohnungen und Einkaufsmöglichkeiten im Ortszentrum, Betreutes Wohnen und bis zu 100 Wohnungen im Areal der Alten Holzschleiferei: Diese Projekte wird die Gemeinde Heberthausen an die neu gegründete „Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Hebertshausen“ abgeben. „Ein wichtiger Schritt“, sagte Bürgermeister Richard Reischl.

Auch in Hebertshausen fehlen bezahlbare Wohnungen, und Bürger wünschen sich mehr Einkaufsmöglichkeiten vor Ort. Um auf diese Bedürfnisse aktiv reagieren zu können, hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit einstimmigem Votum die „Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Hebertshausen“ (KU) gegründet.

„Ein wichtiger Schritt in der Geschichte unserer Gemeinde“, betonte Bürgermeister Richard Reischl (CSU). Aufgabe des gemeindlichen Tochterunternehmens wird es sein, preisgünstige Mietwohnungen zu bauen und gemeindliche Gebäude zu errichten.

Die wirtschaftlichen Vorteile, die sich ergeben, wenn ein Kommunalunternehmen anstelle der Gemeinde hier aktiv wird, erläuterte Rechtsanwalt Stefan Detig, der die Gemeinde bei der KU-Gründung berät. So ist das Kommunalunternehmen nicht an die kommunale Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen gebunden, kann somit bei der Ausschreibung von Aufträgen nachverhandeln und dadurch günstiger bauen. Auch als Vermieter ist das KU im Vorteil, darf Rücklagen bilden für Investitionen, was der Gemeinde nicht erlaubt wäre. Der Mietzins wiederum bleibt dennoch steuerfrei. Kredite zur Finanzierung von Bauvorhaben wiederum kann die Kommune günstig abrufen und über eine Zweckvereinbarung an das KU weiterreichen. Das Belegungsrecht für die auf diese Weise errichteten Wohnungen erhält aber die Gemeinde.

Diese Vorteile haben den Gemeinderat schon 2019 überzeugt. Nachdem nun letzte steuerliche Fragen geklärt sind, konnte die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft offiziell gegründet werden.

In den siebenköpfigen Verwaltungsrat der Wohnungsbaugesellschaft, dem Bürgermeister Richard Reischl (CSU) qua Amt vorsteht, entsendet jede Fraktion einen Vertreter. Benannt wurden Stefan Ruhsam (CSU), Hans-Jürgen Schreier (FBB) und Caroline Heinz (SPD). Weitere Mitglieder sind drei externe Fachleute, bestellt wurden Günter Dietz, Bauleiter der Dachauer Baufirma Otto Reischl, und der Unterweilbacher Marco Kempin, Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens. Eine Position ist noch vakant, ein drittes Mitglied von außerhalb des Gemeinderats wird noch benannt.

Der Verwaltungsrat wird sich demnächst treffen und die beiden Vorstände der Wohnungsbaugesellschaft benennen. Vorgesehen für diese Position sind Leonhard Liegsalz, der bis zu seinem Ruhestand als Geschäftsführer die Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis Dachau geführt hat, und Bauingenieur Michael Vogl, beides Hebertshausener Bürger.

Das Kommunalunternehmen ist kaum gegründet, schon stehen erste Projekte an: Für das geplante Wohn- und Geschäftshaus an der Bahnhofstraße 4 mit Sozialwohnungen und einem Ladengeschäft liegt die Baugenehmigung vor, die Arbeiten könnten im Herbst beginnen, so der Bürgermeister auf Anfrage der Heimatzeitung. Die Pläne fürs künftige Ärztehaus – ebenfalls ein künftiges KU-Vorhaben – wird der Gemeinderat demnächst beraten.

Auch im Areal der Alten Holzschleiferei wird die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft gefragt sein. Dort könnten an die 100 Wohnungen entstehen, einige frei finanziert, andere im Einheimischenmodell. Das ebenfalls dort geplante Betreute Wohnen soll aber in der Hand der Gemeinde bleiben, also vom KU gebaut werden. All diese Vorhaben werden aktuell von der Gemeinde vorangetrieben. Sobald der Vorstand bestellt ist, sagt Reischl, „kann die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft die Projekte sofort übernehmen“. Petra Schafflik

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