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Eröffnungs-Kick: Die Verantwortlichen der Gemeinde, Gäste und Jugendliche im neuen Juz an der Neufeldstraße. 

Das Nomadenleben ist Geschichte

Hebertshauser Jugendliche eröffnen ihr neues Juz

In den vergangenen Jahren hatten die Jugendlichen in Hebertshausen nirgendwo eine feste Bleibe. Mit der Einweihung des Jugendzentrums geht das „Nomadenleben“ jetzt zu Ende. Dass die Jugend sich im Gebäude an der Neufeldstraße wohlfühlen wird, dürfte fast sicher sein: Sie haben das Innere selbst gestaltet.

Das neue Jugendzentrum von Hebertshausen ist nun schon seit 15. November geöffnet. Es wird gut angenommen, die Jugendlichen fühlen sich gut aufgehoben. „Ein Meilenstein, der zeigt, welch hohen Stellenwert die Jugend in unserer Gemeinde hat“, betonte Bürgermeister Richard Reischl bei der Eröffnung des Jugendzentrums an der Neufeldstraße, gleich neben dem Tennisgelände des TCA.

Bis 2015 war das alte Feuerwehrhaus die Heimat der Jugendlichen. Es schloss sich eine Bleibe in einem Bauwagen an, nachdem das alte Feuerwehrhaus hatte Platz machen müssen für das neue Kinderhaus. Vorübergehend trafen sich dann die Jugendlichen im Strafraumstüberl des Vereinsheims der SpVgg oder im Vereinsheim des TCA. „Wir haben euch ein Nomadenleben zugemutet“, räumte der Gemeindechef ein. „Es wäre das schönste Kompliment, wenn Ihr, wenn die Jugend, das Haus jetzt auch besucht und intensiv nutzt“, erklärte Reischl.

Die Jugendbeauftragte der Gemeinde, Elke Fiedel, fand, dass sich das Warten gelohnt hat. Denn immerhin dauerte es vier Jahre bis zur Eröffnung. Im Gemeinderat stand das Thema immer wieder auf der Tagesordnung. Es wurde geplant und wieder umgeplant, bis endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden konnten. Im Mai erfolgte dann der Spatenstich. Das Ganze kostete die Gemeinde rund 600 000 Euro. Dazu kommen die Kosten für die Außenanlagen, die noch fehlen.

Den kirchlichen Segen spendeten Pfarrer Monsignore Michael Bartmann und Pfarrerin Christiane Döring. Bartmann hatte auch noch ein Kreuz mitgebracht, dass er Jugendpfleger Marco Neumeier überreichte. Dieses, versprach Neumeier, wird seinen Platz im Juz finden. Für den musikalischen Teil war die Schönbrunner Blasmusik zuständig.

Im neuen Juz gibt es nun Platz für alle. Es gibt einen Raum mit Kicker, eine gemütliche Couchecke, eine Zockerecke und eine einladende Theke. Ein Zimmer mit Sesseln ist für kleine Gesprächsrunden geeignet.  

Alle Räume haben die Jugendlichen mit den Jugendpflegern Marco Neumeier und Max Biebel in den vergangenen Wochen im Schnelldurchgang mit Farbe und Beleuchtung gestaltet. „Die Jugendlichen haben dabei ihre Ideen eingebracht“, erklärte Neumeier. Manches sei ungewöhnlich, wie die blau leuchtenden LED-Lichtbänder um die Türrahmen, die bunten Graffitis an den Wänden oder der Naturrasen in der Fernsehecke. Dort wird wohl künftig so manches Fußballspiel verfolgt oder per Playstation selbst gespielt.

Das Juz hat an vier Tagen geöffnet. Voraussichtlich an den Sonntagen wird das Juz von den Jugendlichen selbstverantwortlich verwaltet. „Uns ist wichtig, dass sich die Jugendlichen hier frei fühlen können und das Haus auch einmal in Eigenverantwortung leiten“, erklärte Bürgermeister Reischl. Da stimmte auch Albert Schröttle vom Zweckverband Jugendarbeit Hebertshausen, dem Träger der gemeindlichen Jugendarbeit, zu: „Eine Herausforderung und Chance zugleich!“

In einem „Kulturraum“ sollen Kinoabende oder Musikveranstaltungen stattfinden. Auch kann der Raum für private Feiern und Partys gemietet werden. Dieser Raum war auch für die lange Planungszeit verantwortlich. Er war nötig geworden, um die Fördervoraussetzungen für 160 000 Euro durch Dachau Agil und das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu erfüllen.

Deshalb kam auch der Pfaffenhofener Bürgermeister und Vorsitzender von Dachau Agil, Helmut Zech, zur Eröffnung. Die Firma Büdenbender, die das Fertighaus lieferte, spendete den Jugendlichen 500 Euro für die Ausstattung.

Nach den offiziellen Eröffnungsfeierlichkeiten konnten sich die zahlreichen Besucher die Räumlichkeiten genauer anschauen.

Geduldig warteten die Jugendlichen derweil, bis sie endlich ihr neues Reich im Rahmen einer ersten Party in Beschlag nehmen konnten. Es dämmerte schon – und die vielen Lichteffekte im Haus waren schon von weitem zu sehen. Klaus Rabl

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