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Sandra Dech ist Bestatterin.

interview mit Bestatterin Sandra Dech

Der Beruf verändert einen schon

Bestimmte Trauerfälle gehen ihr nahe, und der Beruf einer Bestatterin hat ihre Sicht auf das Leben verändert: Sandra Dech aus Prittlbach erzählt im Interview freimütig über ihre Arbeit. Und wie vor 15 Jahren alles begonnen hat.

Sandra Dech arbeitet seit 15 Jahren als Bestatterin bei der Firma Bestattungen Kraus mit Hauptsitz in Prittlbach. Sie ist eine moderne, junge Frau, die Spaß am Leben hat und ihre Arbeit mit Hingabe und Feingefühl verrichtet. Wir haben die 39-Jährige, die zunächst als Verwaltungs- und Speditionsangestellte tätig war, zu ihrem nicht alltäglichen Beruf befragt.

„Bestatter ist zwar ein Ausbildungsberuf“, sagt Sandra Dech, „aber meine Ausbildung war die Praxis“. Als sie im Alter von 24 Jahren ihre Arbeit bei Bestattungen Kraus aufnahm, stellte sie im Gesprächen mit trauernden Angehörigen oft deren Verwunderung fest: „Ja, so ein junges Madl“.

Einen Ausgleich zu ihrer Arbeit findet sie im Gespräch mit ihren Freunden und beim Sport. Sie spielt Handball, vor allem der Schießsport hat es ihr angetan. Sie ist sozusagen damit groß geworden, denn ihr Vater Rudi Dech ist langjähriger Schützenmeister von Alt-Wittelsbach in Günding. Aufgewachsen ist Sandra Dech auch mit ihrem jetzigen Chef Robert Kraus, weil sie mit ihrer Familie an der Kraus-Mühle wohnte. Unsere Fragen:

-Warum sind Sie Bestatterin geworden?

Die Arbeit in der Spedition war mir zu stressig, ich suchte eine berufliche Veränderung und wurde von Robert Kraus gefragt, ob ich in seinem Unternehmen als Sekretärin anfangen wollte. Ich bin langsam in den Beruf der Bestatterin hineingewachsen, habe an den ersten Besprechungen teilgenommen und habe den ersten Toten gesehen. Es war nie ein Muss. Wichtig war mir immer der Austausch mit den Kollegen.

-Was ist Ihre Motivation?

Ich möchte Menschen helfen. Sie sind sehr dankbar für Hilfe und Vorschläge. Manchmal haben die Trauernden klare Vorstellungen über die Art der Bestattung, manchmal gar keine.

-Was gehört zu Ihrem Aufgabenbereich?

Das sind die Trauergespräche im Büro oder bei den Angehörigen daheim über die Art der Bestattung sowie die Regelung auf dem Friedhof oder im Krematorium, die Gestaltung von Blumenschmuck und die Auswahl der Trauerkarten. Immer mehr Leute treffen heutzutage Vorsorge über ihre eigene Bestattung und die Kostenregelung, weil sie keine Kinder oder Angehörige haben, die sich kümmern könnten.

-Gibt es Trauerfälle, die Ihnen besonders nahe gehen?

Ja, wenn junge Leute oder Kinder sterben, aber auch Suizide treffen mich. Über die emotionale Betroffenheit reden wir viel im Kreis der Kollegen und mit dem Chef, doch wir müssen zum eigenen Schutz einen gewissen Abstand wahren. Persönlich halte ich es so, dass ich jedem Verstorbenen beim Abschied einen Gedanken mitgebe.

-Hat der Beruf Ihre Sicht auf das Leben verändert?

Auf jeden Fall. Ich hoffe zwar, alt zu werden, aber es kann jeden Tag zu Ende gehen. Von großer Bedeutung ist für mich, viel Zeit sehr bewusst mit der Familie zu verbringen und manche Dinge im Alltag nicht so verbissen zu sehen. Ich spare, aber gönne mir auch etwas.

ink

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