Flaches Gebäude
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Das neue Jugendzentrum in Hebertshausen, erst vor einem Jahr eingeweiht, ist wegen Corona heuer bereits zum zweiten Mal geschlossen. Die gemeindliche Jugendarbeit läuft trotzdem mit kreativen Ideen weiter. 

Sozialpädagoge Max Biebel stellt im Gemeinderat Hebertshausen die besonderen Angebote vor

Jugendarbeit in Zeiten der Pandemie

  • Petra Schafflik
    vonPetra Schafflik
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Auch in der gemeindlichen Jugendarbeit hat Corona „ziemliche Spuren hinterlassen“, sagte Gemeindejugendpfleger Max Biebel, der im Hebertshauser Gemeinderat jetzt eine Jahresbilanz vorstellte.

Hebertshausen – Das neue Jugendzentrum (Juz), im vorigen November erst eingeweiht, war heuer wegen der Pandemie monatelang geschlossen. Die vielen Möglichkeiten, die der tolle Neubau bietet, waren deshalb für die Jugend nur eingeschränkt nutzbar.

Gleich nach der Öffnung sei es erst einmal „sehr gut angelaufen“, betont Biebel. Mit verschiedenen Aktivitäten und Aktionen wollten die Pädagogen auch eine nächste, jüngere Generation gezielt ansprechen, da kam im Frühjahr schon der erste Lockdown. „Wir hatten zu dieser Zeit aber einen kleinen, treuen Kreis an Stammbesuchern aufgebaut“, so Biebel. Doch über den Sommer haben die Besucherzahlen nach der Wiederöffnung nicht mehr das Niveau vom Frühjahr erreicht.

Und nun ist das Juz erneut geschlossen. „Wir versuchen, über Kommunikationsmittel wie WhatsApp den Kontakt zu halten.“

Trotz der Einschränkungen kann sich die Bilanz der Jugendarbeit sehen lassen. 76 Mal war das Juz geöffnet, maximal 21 junge Leute waren gleichzeitig da, insgesamt haben 351 Jugendliche dort vorbeigeschaut. Eine Faschingsparty und Kindergeburtstage konnten zu Jahresbeginn noch stattfinden. Während der Schließung des Juz haben sich die Sozialpädagogen Alternativen überlegt, etwa eine Schnitzeljagd im Ort organisiert. Einmal gab es ein kleines Autokino, erzählte Biebel. Großes Interesse fanden zwei Familien-Nachtwanderungen mit Grusel-Stationen im Wald.

Und in den Ferien konnte das ortsübergreifende Zeltlager in Ainhofen in kleinerem Rahmen stattfinden und auch eine Ferienbetreuung. Angebote, die nach den Wochen der geschlossenen Schulen „für die Kinder sehr wichtig waren und ihnen gutgetan haben“.

Zieht Bilanz: Jugendarbeiter Max Biebel.

Diese Aktionen sind auch wichtig, um ein vertrautes Verhältnis zu den jungen Leuten aufzubauen. Denn nur dann suchen sie bei Problemen in Schule, Beruf oder Familie auch Rat und Hilfe bei den Sozialpädagogen, wie Biebel erläuterte. Jetzt gebe es einerseits die Hoffnung, dass das Juz bald wieder öffnen kann. Parallel laufen beim Zweckverband Jugend, der die Jugendarbeit in Hebertshausen als Träger organisiert, aktuell intensive Vorbereitungen für alternative Angebote. „Wir überlegen, was sich online, was sich ohne Kontakt machen lässt.“ Denn angesichts weiter hoher Infektionszahlen könnten die Corona-Auflagen auch strenger werden, fürchtet Max Biebel.

Die engagierte Arbeit der Sozialpädagogen lobte Jugendreferentin Elke Fidel (CSU): „Es ist schön, zu sehen, was trotz widriger Umstände möglich ist.“ Für die jungen Leute sei es extrem wichtig, „mal rauszukommen aus dem reglementierten Alltag.“

Nach dem Aspekt der Demokratie-Erziehung fragte Marianne Klaffki (SPD). Die Jugendlichen hätten das Juz selbst mit eingerichtet und gestaltet, erklärte Biebel. Die geplante „selbstverwaltete“ Öffnungszeit, die junge Leute eigenverantwortlich gestalten sollten, könne aber erst starten, wenn wieder ein Kreis älterer Jugendlicher herangewachsen ist.

Geplant ist auch, das Jugendplenum im Ort wieder zu beleben, ergänzte Rathauschef Richard Reischl. Eine für November geplante Jugendversammlung musste wegen der Einschränkungen aber verschoben werden.

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