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Hohe Ziele hat Karl Lorenz für Hebertshausen.

Karl Lorenz neuer Energie- und Klimaschutzbeauftragter der Gemeinde Hebertshausen

Er will Hebertshausen CO2-neutral machen

Es ist ein Amt, das in der Gemeinde Hebertshausen neu geschaffen und mit einem  Hebrtshauser besetzt wurde. Ehrenamtlich will sich Karl Lorenz als neuer Energie- und Klimaschutzbeauftragter um CO2-Neutralität bemühen

VON PETRA SCHAFFLIK

Hebertshausen – Mit Elan, aber realistischen Zielen geht Karl Lorenz die vielfältige Aufgabe als ehrenamtlicher Energie- und Klimaschutzbeauftragter der Gemeinde Hebertshausen an. Ein Amt, das jetzt neu geschaffen wurde in der Gemeinde und für das der gebürtige Hebertshausener Lorenz reichlich Erfahrung und Kompetenz mitbringt.

„In diesem Bereich bin ich beruflich groß geworden“, sagt der 65-Jährige, der als ausgebildeter Elektromeister und Betriebswirt die in Dachau ansässige Firma Neuburger Anlagen-Technik (NAT) mitgegründet und lange Jahre als Vorstand geleitet hat.  

Nun will Lorenz mit dieser Expertise in Hebertshausen künftig die Gemeinde unterstützen, um Energiewende und Klimaschutz voranzubringen. Pragmatisch und systematisch möchte er die Aufgabe angehen, dabei die Bürger stets intensiv einbeziehen. Denn als entscheidende Grundlage, um bei dem wichtigen Zukunftsthema voranzukommen, sieht Lorenz einen Konsens in Gesellschaft wie Politik an.

Die Voraussetzungen in Hebertshausen beurteilt er dafür positiv. Die Wahlprogramme aller im Gemeinderat vertretenen Parteien hat er analysiert und insgesamt eine breite Übereinstimmung ausgemacht. Dazu komme die Aufgeschlossenheit und Begeisterungsfähigkeit von Bürgermeister Richard Reischl (CSU) und Stellvertreter Martin Gasteiger (FBB), „so dass wir wirklich etwas bewegen können in den kommenden sechs Jahren“.   

Erste konkrete Ideen hat der ehrenamtliche Experte schon im Blick. Das bestehende Blockheizkraftwerk, das Schule, Turnhalle, Rathaus und Kindergarten versorgt, könnte zur Zentrale werden für ein Fernwärmenetz, das künftig einmal das geplante neue Wohngebiet südlich der Freisinger Straße versorgen würde.

Einsetzen möchte sich Lorenz als Klimaschutzbeauftragter auch dafür, dass in jedem Bauantrag verbindlich vorgegeben wird, Dächer zur Energieerzeugung zu nutzen, sei es Solarthermie oder Photovoltaik. Mit Zurückhaltung beurteilt Karl Lorenz das Thema Windkraft. Die Akzeptanz der Bürger für Windräder sei nicht so ausgeprägt. „Schnell umsetzbar ist das mit Sicherheit nicht.“

Dagegen kann er sich aus vollem Herzen begeistern für die Idee, ein kleines Wasserkraftwerk zu reaktivieren, das früher einmal am Mühlbach in Betrieb war, um Energie für die damals dort tätige Holzschleiferei zu erzeugte. Der Wasserlauf ist kaum noch sichtbar, soll aber im Zug der Ortsentwicklung wieder zugänglich gemacht werden. Dort, mitten im Dorf, ließe sich in kleinem Rahmen wieder Strom aus Wasserkraft erzeugen. „Das wäre ein richtiger Lebenstraum von mir.“

Kommunale und private Ansätze

Aber nicht nur kommunale Vorhaben bringen Hebertshausen dem Ziel einer CO2-freien Gemeinde näher. Vielmehr fange die Energiewende bei jedem einzelnen auch privaten Gebäude an. Weil es Patentlösungen nicht gibt, möchte Karl Lorenz eine individuelle Beratung anbieten, etwa für Hauseigentümer, die noch eine alte Ölheizung betreiben. „Dort würde ich persönlich vor Ort schauen, was man sinnvoll machen kann.“

Alle Maßnahmen sollen ineinandergreifen, Energie dort dezentral erzeugt werden, wo sie gebraucht wird. Alles mit dem Ziel, Hebertshausen so nah wie möglich an eine CO2-Neutralität heranzuführen. Gelingen kann dies nur, da ist sich Karl Lorenz sicher, wenn auch die Bürger überzeugt und mit ins Boot geholt werden.

Als Kommunikationsmittel setzt er auf eine eigene Kolumne im Gemeindeblatt „Steinbock“, die regelmäßig erscheinen wird, und auf die Berichterstattung der Lokalpresse. „Ich bin nicht der Facebook-Mensch.“

Lieber als über digitale Medien möchte der neue Energie- und Klimaschutzbeauftragte mit den Hebertshausenern persönlich ins Gespräch kommen, sie im direkten Austausch für Ideen und Projekte begeistern. „Wichtig ist mir, alle Bürger mitzunehmen.“

Kommunale und
private Ansätze

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