Gebäude Feuerwehr Hebertshausen
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Die Katastrophenschutzhalle des Landkreises wird auf diesem Acker entstehen, direkt neben der Hebertshauser Feuerwehr

Grundstück in Hebertshausen

5,2-Millionenprojekt: Katastrophenschutzhalle für den Landkreis Dachau wird gebaut

  • Petra Schafflik
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Geräte, Materialien, Einsatzfahrzeuge, Schaltstation. In Hebertshausen wird das alles in naher Zukunft in der Katastrophenschutzhalle zu finden sein. Das 5,2-Millionenprojekt soll in Öffentlich-Privater-Partnerschaft errichtet, im Herbst begonnen werden und im Oktober 2021 fertig sein.

Hebertshausen – Wenn Amper oder Glonn wieder einmal über die Ufer treten, ein Sturm Dächer abdeckt und Bäume umreißt, dann ist rasche Hilfe gefragt. Damit der rettende Einsatz noch schneller geht, investiert der Landkreis jetzt 5,2 Millionen Euro in eine Katastrophenschutzhalle, die in Hebertshausen entsteht. Dort werden künftig zentral alle Geräte und Materialien gelagert, dort werden alle Einsatzfahrzeuge stehen, die in besonderen Katastrophenlagen von den Helfern der Feuerwehr, von Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz benötigt werden.

Kreistag und Gemeinderat haben das Projekt bereits beschlossen. In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hat nun der Hebertshauser Bauausschuss einstimmig die konkrete Planung gebilligt. Und damit grünes Licht gegeben für die Bauarbeiten, die noch im Herbst starten sollen.

Dabei wird die Katastrophenschutzhalle als erstes Projekt im Landkreis in sogenannter Öffentlich-Privater-Partnerschaft errichtet. Konkret bedeutet das, dass quasi ein Generalunternehmer das Gebäude schlüsselfertig übergibt. Wenn alles nach Plan läuft, soll der Neubau im Oktober 2021 fertig sein. „Damit werden die Einsatzkräfte schlagkräftiger und können gezielter agieren“, sagte Hebertshausens Bürgermeister Richard Reischl.

Die Nachricht über die Zustimmung aus Hebertshausen hat Kreisbrandrat Franz Bründler mit Freude vernommen. Denn eine Katastrophenschutzhalle, in der künftig auch die Kreiseinsatzzentrale und die Kreisbrandinspektion mit einziehen werden, ist „genau das, was es braucht für die kommenden Jahre“. Extremwetter wie Starkregen oder Stürme würden häufiger, entsprechend würden auch die Einsätze des Katastrophenschutzes zunehmen, so der Kreisbrandrat. Mit der neuen Halle sind die Kräfte im Landkreis dafür bestens gerüstet. „Alles ist dann auf dem neuesten Stand.“

Dafür wird in Hebertshausen auf dem 2200 Quadratmeter großen Grundstück am Ortsausgang Richtung Ampermoching eine insgesamt 71 Meter lange Halle errichtet. Dort werden in Hochregallagern alle Materialien untergebracht, von der Schneeschaufel über Decken und Feldbetten bis hin zu Pumpen, wie Bürgermeister Reischl den Gemeinderäten erläuterte. Diese Dinge lagern aktuell verstreut im Landkreis, „beinahe bei jeder Feuerwehr ist irgendetwas untergebracht“, sagt Bründler im Gespräch mit den Dachauer Nachrichten. Künftig haben die Helfer zentral in Hebertshausen alles parat.

Gemeinsam mit der Lagerhalle unter einem Dach findet auch noch ein kleiner Verwaltungstrakt Platz. Dort wird die Kreiseinsatzzentrale untergebracht, die nicht dauerhaft in Betrieb ist, sondern nur besetzt wird, wenn etwa bei Unwettern die Vielzahl von Einsätzen von der zentralen Fürstenfeldbrucker Leitstelle nicht mehr bewältigt werden kann. Dort einziehen wird auch die Kreisbrandinspektion. Beide Einrichtungen sind momentan im Dachauer Feuerwehrhaus untergebracht. Allerdings braucht die Dachauer Wehr jetzt alle Räume, da seit Januar eine dauerhaft besetzte Wache im Dienst ist.

In Hebertshausen entsteht neben der lang gestreckten Katastrophenschutzhalle noch eine kleine Kalthalle als Sandlager. Bei Hochwasser könnten Helfer dann sofort loslegen, Sandsäcke befüllen und zu den gefährdeten Gebäuden fahren, so der Kreisbrandrat.

Die Katastrophenschutzhalle wird als Pendant zum Hebertshauser Feuerwehrhaus entstehen, der große Freiraum zwischen den beiden Hallen soll für Schulungen und gemeinsame Übungen genutzt werden. Und Richtung Ampermoching wird, das war den Gemeinderäten wichtig, ein breiter Grüngürtel das Gebäude zum Ortsrand hin abschirmen. Ein Konzept, zu dem es im Bauausschuss keinen Diskussionsbedarf mehr gab. Das Votum fiel einstimmig aus.

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