Feldweg zwischen Wald und Feld
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Schon ab kommendem Sommer geht es hier am Biotop vorbei auf einem befestigten Radweg sicher vom Bahnhof Hebertshausen nach Unterweilbach.

Radweg von Unterweilbach zum S-Bahnhof: Gemeinderat entscheidet sich gegen Asphalt

Kein Teerband neben das Biotop

  • Petra Schafflik
    vonPetra Schafflik
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Von Unterweilbach wird man bald besser mit dem Rad zum S-Bahnhof Hebertshausen kommen.

Hebertshausen – Ökologie oder Geldbeutel, nachhaltig handeln oder sparen? So lautete die Alternative, vor die sich jetzt die Hebertshausener Gemeinderäte gestellt sahen. Der Anlass: Bereits im Mai hatte der Gemeinderat entschieden, das Dorf Unterweilbach für Radler besser an den nur 1,4 Kilometer entfernten S-Bahnhof Hebertshausen anzubinden.

Die Strecke wird eingebunden sein ins Radverkehrskonzept des Landkreises, informierte Bürgermeister Richard Reischl (CSU). Für den Bau wird ein dort bereits vorhandener Feldweg genutzt, den es zu ertüchtigen gilt. Dazu braucht es einen neuen, tragfähigen Unterbau, darüber kommt auf drei Metern Breite entweder eine Asphaltdecke oder eine sogenannte wassergebundene Decke.

„Die schönere und ökologisch sinnvollere Variante wäre die wassergebundene Decke, weil hier keine Fläche versiegelt wird“, erklärte Planer Rainer Seidl vom gleichnamigen Dachauer Ingenieurbüro. Andererseits gibt es staatliche Fördermittel nur für eine übliche geteerte Fahrbahn. „Für einen Weg, der mitten durchs Feld führt, ist das hanebüchen“, sagte Seidl. Doch intensive Diskussionen mit den Verantwortlichen bei der Regierung von Oberbayern hätten keinen Sinneswandel gebracht.

Das führt dazu, dass der eigentlich teurere Teerweg die Gemeinde billiger käme. Konkret kostet der Radweg mit wassergebundener und damit unversiegelter Decke 257 890 Euro, die asphaltierte Variante kommt auf 308 931 Euro, aber nach Abzug von 40 Prozent Fördermitteln nur mehr 185 358 Euro. Eine stattliche Differenz.

Was den Unterhalt und die Lebensdauer angeht, sei kein Unterschied zwischen den Varianten, so Seidl. Sofern die wassergebundene Decke mit einem sogenannten Straßenfertiger einbaut wird, also einer Maschine, wie sie auch zur Asphaltierung genutzt wird, werde die Oberfläche „absolut gleichmäßig und verdichtet.“ Allerdings wird die Gemeinde so einen Weg dann im Winter nicht räumen, erklärte Bürgermeister Richard Reischl.

Meinungen gehen weit auseinander

Wie zu erwarten, gingen die Meinungen quer durch die Fraktionen auseinander. Direkt neben dem Biotop, das dort auf der alten Bahntrasse angelegt wurde, „da würden wir ein Teerband hinlegen“, mahnte Johannes Böswirth (CSU). So ein asphaltierter Weg wäre mit der geplanten Breite von drei Metern „schon fast so ausgebaut wie eine Straße“, kritisierte Clemens von Trebra (CSU). Doch um den Radverkehr zu fördern, brauche es gut nutzbare Radwege, findet sein Parteikollege Simon Wallner. Auf einem Kiesweg werden Radler „sicher nicht bei schlechtem Wetter zum Bahnhof fahren.“

Ins gleiche Horn stieß Caroline Heinz (SPD). Wenn es darum gehe, Unterweilbach für Radfahrer besser anzubinden, „dann muss der Weg asphaltiert und im Winter geräumt werden“. Die erheblichen Mehrkosten der umweltverträglichen Variante schrecken Martin Gasteiger (FBB).

Und Behindertenbeauftragte Yvonne Irlenborn plädierte für eine asphaltierte Fahrbahn „im Sinne der Menschen mit Behinderung“.

Nach der intensiven Debatte votierte eine klare Mehrheit für die teurere, ökologisch sinnvollere wassergebundene Decke. Gegenstimmen kamen von sieben Gemeinderäten aus allen Fraktionen, die lieber einen geteerten Radweg gehabt hätten.

Noch vor Weihnachten sollen die Arbeiten ausgeschrieben, im Frühjahr dann gebaut werden. Wenn alles nach Plan geht, können die Bürger schon im kommenden Sommer entspannt von Unterweilbach zum S-Bahnhof radeln.

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