Dem hochaufragenden Kirchturmdach von Sankt Kastulus hat ein Specht zugesetzt. Im Sommer werden die Holzschindeln deshalb erneuert.
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Dem hochaufragenden Kirchturmdach von Sankt Kastulus hat ein Specht zugesetzt. Im Sommer werden die Holzschindeln deshalb erneuert.

Da oben piept‘s wohl!

Specht verursacht hohe Schäden an Prittlbacher Gotteshaus: Jetzt ist das Kirchendach undicht

  • Petra Schafflik
    vonPetra Schafflik
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Mit seiner steil in die Höhe ragenden Kirchturmspitze ist das Prittlbacher Kirchlein Sankt Kastulus weithin sichtbar. Was der Spaziergänger nicht erkennt: Das mit Holzschindeln eingedeckte Turmdach weist gravierende Schäden auf. Denn ein Specht hat Gefallen gefunden an der zuletzt 2006 erneuerten Dacheindeckung, „faustgroße Löcher“ hat der umtriebige Vogel ins Kirchturmdach geschlagen, wie Kirchenpfleger Werner Pallauf berichtet. „Das geht an die Substanz.“

Hebertshausen/Prittlbach – Bei stärkerem Regen dringt Wasser ein, auf Dauer könnte der hölzerne Glockenstuhl wie auch das filigrane mechanische Uhrwerk der Kirchturmuhr Schaden nehmen, erläutert Klaus-Michael Höltershinken, Verwaltungsleiter im Pfarrverband Dachau Sankt-Jakob, zu dem auch die Filialkirche Sankt Kastulus in Prittlbach gehört. Daher war die Entscheidung bald klar: Der Kirchturm muss neu eingedeckt werden.

Doch so schön das Schindeldach ist, so aufwändig und folglich auch teuer ist die Sanierung. „Wir wollten es originalgetreu und wir dürften auch nicht anders“, betont Höltershinken. Schließlich steht die um 1524 errichtete Kirche unter Denkmalschutz.

Also werden jetzt neue Holzschindeln aus deutscher Lärche angebracht, dafür braucht es Fachleute und ein spezielles Turmgerüst mit Aufzug, das gar nicht so einfach aufzutreiben war.

Ein Budget von 100 000 Euro veranschlagt der Verwaltungsleiter. Aufbringen muss diesen Betrag die Kirchenstiftung der Pfarrgemeinde Sankt Kastulus, „auch Sankt Jakob greift in die Tasche, aber es wird trotzdem eng.“ Auch die Gemeinde Hebertshausen wird 5000 Euro beisteuern, das hat der Gemeinderat in seiner Mai-Sitzung kürzlich einstimmig beschlossen.

Die bei Kirchensanierungen oft üblichen Spendenaktionen der Pfarrgemeinde sind pandemiebedingt aktuell nicht machbar. „Leider“, sagt Kirchenpfleger Pallauf. Derweil hofft Verwaltungschef Höltershinken noch auf die eine oder andere Spende aus der Kirchengemeinde, „denn ich bin um jeden Euro froh.“

Immerhin, der Zeitplan für die Arbeiten steht: Baugenehmigung wie auch Zustimmung des Denkmalamts liegen vor, Ende Juli wird das Gerüst aufgestellt, Ende August dann das Dach erneuert. Die Eindeckung soll dann längere Zeit überdauern, Höltershinken ist da sehr zuversichtlich. „Der Specht mag nur alte, weiche Schindeln.“ Bleibt zu hoffen, dass sich der Prittlbacher Specht an diese Regel hält.

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