+
Da schien bei der Partnerschaft noch alles in Ordnung: die Hebertshauser Delegation bei der Eintragung von Joszef Fallm ann (Mitte) in das Goldene Buch der Gemeinde Hebertshausen im Rahmen eines Festaktes im vergangenem Herbst. 

Aus für Gemeindepartnerschaft 

Lókút macht mit Hebertshausen Schluss

Die Liebe ist „erblasst“, heißt es aus Lókút. Die ungarische Partnergemeinde von Hebertshausen hat offenbar kein Interesse mehr an einem Austausch. Ein für heuer geplanter Besuch einer Delegation aus Hebertshausen in Lókút wurde abgesagt.

Hebertshausen – Eigentlich sollte heuer das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen der Gemeinde Hebertshausen und der ungarischen Gemeinde Lókút gefeiert werden. Mit einem Bus wollte eine Hebertshauser Delegation samt Blasmusik nach Ungarn reisen und den runden Geburtstag der Freundschaft zwischen den beiden Orten feiern. Aber es kommt oft anders. Offenbar ist die Liebe des Dorfes nördlich des Plattensees zu Hebertshausen erkaltet.

Der Lókúter Bürgermeister Mihály Surányi teilte Bürgermeister Richard Reischl in einem kurz gefassten Schreiben mit, dass das Jubiläum seitens der Ungarn nicht gefeiert werde. Reischl und die Hebertshauser Gemeinderäte zeigten sich in der zurückliegenden Gemeinderatsitzung enttäuscht von dieser Nachricht. Die geplante Reise hat Richard Reischl nun abgesagt.

„Wenn wir nicht willkommen sind, macht die Fahrt keinen Sinn“, so der Gemeindechef. Fünfmal haben er und Hebertshauser Bürger in den vergangenen vier Jahren die Partnergemeinde besucht. Es gab auch drei Gegenbesuche. Erst im vergangenem Herbst ist eine Delegation aus Hebertshausen mit dem Bürgermeister, dem 3. Bürgermeister Florian Zigldrum, den ehemaligen Bürgermeistern Michael Kreitmeir und Johann Zigldrum, die auch Ehrenbürger von Lókút sind, sowie einigen Gemeinderäten und Bürgern nach Ungarn gereist. Mit im Gepäck war das Goldene Buch der Gemeinde Hebertshausen. In das Buch trug sich dann bei einer Feierstunde der ehemalige Lókúter Bürgermeister Joszef Fallmann ein. Fallmann ist auch Ehrenbürger der Gemeinde Hebertshausen und konnte aus Altersgründen zuletzt nicht selbst nach Hebertshausen kommen.

Fallmann hat vor 25 Jahren mit dem damaligen Bürgermeister Johann Zigldrum die Gemeindepartnerschaft begründet. Warum gerade Lókút? Nach dem 2. Weltkrieg haben etwa 40 Familien aus Lókút, das früher einmal den Namen Rossbrunn trug und vor rund 250 Jahren von Donauschwaben gegründet worden ist, nach der Flucht und der Vertreibung in Hebertshausen eine neue Heimat gefunden. Familiäre Verbindungen zwischen Hebertshausen und dem Ort in Ungarn waren deshalb schon vorhanden.

Der Lókúter Gemeindechef Surányi ist seit 2002 im Amt. Er schreibt in seinem Brief dass „alle Zeichen darauf hindeuten, dass unsere Partnerschaft erblasst ist“. Das klang beim Festakt in Hebertshausen zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft im Jahr 2014 noch deutlich positiver. „Die jüngsten Kontakte seien rein privater Natur gewesen“, schreibt Surányi weiter.

Bürgermeister Richard Reischl schließt daraus, dass das Interesse an der Partnerschaft in Lókút nicht mehr da ist. Aber Reischl gibt noch nicht auf. Er will die anstehenden Kommunalwahlen in Lókút im Oktober abwarten. Sollte auch der dann neugewählte Bürgermeister kein Interesse an der Fortsetzung der Partnerschaft haben, wird sich der Hebertshauser Gemeinderat wieder mit dem Thema beschäftigen. Natürlich würde Reischl aber mit einem zugänglicheren Amtskollegen die Partnerschaft gerne neu beleben. Klaus Rabl

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die besten Jahrgänge aller Zeiten
Wie es in Bergkirchen Tradition ist, beginnt die Verabschiedung der Mittelschüler mit einem Gottesdienst. Danach wird gefeiert.
Die besten Jahrgänge aller Zeiten
Karlsfeld will mehr für Radler tun
Karlsfeld will mehr für Radfahrer tun. Das hat der Bauausschuss des Gemeinderats einstimmig beschlossen. Nach Möglichkeit soll ein Radverkehrskonzept erstellt werden.
Karlsfeld will mehr für Radler tun
13-Jähriger von Auto schwer verletzt
Schwer verletzt wurde am Sonntagnachmittag ein 13-jähriger Fußgänger, als er von einem Auto auf der Münchner Straße in Karlsfeld erfasst wurde.
13-Jähriger von Auto schwer verletzt
Puch-Open-Air: Frisch wie am ersten Tag
Das in der Szene bayernweit bekannte alternative Puch-Open-Air stand heuer im Zeichen eines Jubiläums, denn zum 30. Mal fand diese beliebte Freiluftveranstaltung im …
Puch-Open-Air: Frisch wie am ersten Tag

Kommentare