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Teamwork: Beim traditionellen Eröffnungsschnitt hatte Bürgermeister Richard Reischl (Mitte) Unterstützung.

Kleiner Festakt an der Torstraße in Hebertshausen – 1,9-Millionen-Euro-Projekt

Neue Amperbrücke endlich eingeweiht

Es ist ein 1,9-Millionen-Projekt und ein ungemein Wichtiges noch dazu. Mit nur einem kleinen Festakt wurde die neue Amperbrücke an der Torstraße jetzt eingeweiht und eröffnet

Hebertshausen – Nach gut einem halben Jahr Bauzeit ist gestern die neue Amperbrücke an der Torstraße in Hebertshausen eingeweiht worden. Die kirchlichen Weihen vollzogen Pfarrer Monsignore Michael Bartmann und Pfarrerin Christiane Döring.

Kalt und neblig war es beim Festakt. Dennoch kamen recht viele Gäste zur Einweihung und Eröffnung der Brücke. So viele wie 1958 waren es allerdings nicht. Damals wurde unter Bürgermeister Georg Rabl die Brücke eingeweiht, die vor wenigen Monaten abgerissen wurde.

Nach 62 Jahren entsprach diese alte Brücke nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Die Brücke war ursprünglich auf 20 Tonnen ausgelegt, in den letzten Monaten sogar auf nur noch sechs Tonnen. Heutzutage sind Belastungen von bis zu 40 Tonnen jedoch keine Seltenheit mehr.

Brücken dienen dazu, Menschen von einem Ufer zum anderen zu bringen. Dies sei auch eine wichtige Aufgabe einer Gemeinde und der Gesellschaft, erklärte Bürgermeister Richard Reischl in seiner Ansprache. „Wir sollten noch viel mehr Brücken bauen, gerade zu Corona-Zeiten. Diese Brücke soll ein Beispiel sein, dass es zwei verschiedene Orte, ja Meinungen geben darf, und dass es immer eine Möglichkeit für Kompromiss und Verständnis gibt.“

Der Gemeindechef dankte dem Gemeinderat dafür, dass er diese Aufgabe endlich, nach 20 Jahren des Verschiebens, auf den Weg gebracht hatte. Sein Dank galt auch dem Freistaat Bayern, der den Bau mit einer Million Euro fördert. Meist werden die veranschlagten Baukosten bei solchen Objekten überschritten. In Hebertshausen war es umgekehrt. Statt der geplanten Baukosten von 2,1 Millionen Euro waren es am Ende nur 1,9 Millionen Euro.

Ein weiteres Dankeschön ging an die SpVgg Hebertshausen, an die Schützengesellschaft Waldfrieden, an den Sportkegelclub Waldfrieden und an den Waldkindergarten. Denn Sportheim und Kindergarten waren für Monate nur über einen Umweg erreichbar gewesen.

Reischl betonte, dass „eine sehr gute Brücke für die Zukunft“ gebaut worden sei. „Jetzt haben wir wohl für die nächsten Jahrzehnte Ruhe.“

Einen erfreulichen Nebeneffekt hatte der Bau auch für das Flusswasser und die Fischwelt. Die Gemeinde hatte sich in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt dazu entschlossen, 15 000 Euro aus den Mitteln des Brückenbaus einzusetzen, um Buhnen, Felsblöcke und Totholz einzubauen. Für die Entwicklung der Fischpopulationen hat dies positive Auswirkungen.

Die gestrige Brückeneinweihung war nicht das zu solchen Anlässen übliche große Fest. „Normalerweise würde eine Blaskapelle aufspielen, das Freibier würde fließen, und die Bürgermeister müssten zur Feier des Tages von der Brücke in die Amper springen“, scherzte Reischl.

Der Bürgermeister und sein Stellvertreter Martin Gasteiger verteilten die Scheren. Beim folgenden traditionellen Eröffnungsakt wurden Pfarrerin Christiane Döring, Pfarrer Monsignore Michael Bartmann, Horst Egner vom Fischereiverein Petri Heil, Andreas Dersch vom Ingenieurbüro Dersch, Marco Schwarz von der SpVgg Hebertshausen, Thomas Schlabitz (Schützengesellschaft Waldfrieden) und Leonhard Liegsalz (Sportkegelclub Waldfrieden) tätig. Somit wurde die Brücke offiziell für den Verkehr freigegeben. KLAUS RABL

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