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Trauer in Prittlbach: Margit Wackerl ist tot.

Trauer um Margit Wackerl

Sie opferte sich für Familie und Arbeit auf

Margit Wackerl hat die Kraft verlassen. Im Alter von 85 Jahren verstarb sie im Kreise ihrer Familie, die zeit ihres Lebens immer an erster Stelle stand. Nebenbei baute sie den Bentenrieder Hof in Prittlbach zum Selbstvermarktungsbetrieb auf.

Prittlbach – Schnell verbreitete sich die traurige Nachricht, dass die beliebte und geschätzte Bäuerin und Geschäftsfrau Margit Wackerl vom Bentenrieder Hof am 10. Juli verstorben ist.

Sie wurde als Lehrerstochter am 15. März 1934 in Liebthal im Sudetengau geboren. Dort verbrachte sie mit ihren beiden Brüdern Günther und Werner ihre Kindheit auf dem Dorf. Der Vater musste in den Zweiten Weltkrieg. Die Mutter flüchtete mit den drei Kindern am Kriegsende im Viehwagen, nur mit dem Nötigsten, über Pilsen nach München. Dort fanden sie in der Mathildenstraße bei Schwestern eine Herberge. Nach einem Aufenthalt im Flüchtlingslager in Pasing bezogen sie eine Küche mit Stube in Straßlach. Nur mit viel Fleiß konnte sich die Familie über Wasser halten. Am Heiligen Abend kam ihr Vater aus englischer Gefangenschaft zu Frau und Kinder zurück. Mit ihrem Bruder Günther sammelte die Verstorbene Zapfen als Brennmaterial und Pilze, die sie in der Stadt verkauften. Bereits als Elfjährige war Margit sehr geschäftstüchtig, denn selbst mit Sträußchen aus Leberblümchen konnte sie ein paar Mark verdienen. Aus gefundenem Segeltuch wurden Fußbälle genäht und verkauft.

Zunächst bekam ihr Vater eine Lehrerstelle in Großdingharting. Im Jahr 1949 bezog die Familie das Schulhaus in Sigmertshausen, und drei Jahre später dann das Schulhaus in Prittlbach. Margit Wackerl lernte Buchhalterin. Für den Röchling-Konzern arbeitete sie zwölf Jahre und fuhr täglich mit dem Zug nach München.

Während dieser Zeit lernte sie ihren späteren Ehemann kennen, den unvergessenen Matthias Wackerl vom Bentenrieder Hof in Prittlbach. Aus diesem Grunde machte sie mit 25 Jahren eine weitere Ausbildung zur Hauswirtschaftsmeisterin. Sie heiratete 1962, wurde Bäuerin und bekam drei Kinder. Unermüdlich bildete sie viele Lehrlinge aus. Zusammen mit ihrem bereits 2011 verstorbenen Mann Hias strukturierte sie den Hof von Milchwirtschaft in Geflügelhaltung um.

Unter Margit Wackerl entwickelte sich der Bentenrieder Hof zum Selbstvermarktungsbetrieb mit Eiern, selbst gemachten Nudeln und Eierlikör. Auch im Austrag unterstützte sie die Familie und kümmerte sich liebevoll um ihre fünf Enkel.

Im Alter von 80 Jahren musste sie sich einer Herzoperation unterziehen. Seit dieser Zeit ließ die Gesundheit nach. Doch ihr starker Lebenswille und ihr Glaube gaben ihr immer wieder Kraft und Zuversicht. Nach vielen Krankenhausaufenthalten im letzten Jahr hat die Kraft sie verlassen. Mit 85 Jahren verstarb sie jetzt im Kreise ihrer Familie.

Für Margit Wackerl stand neben der vielen Arbeit immer die Familie an erster Stelle. Geprägt durch ihre Kindheit führte sie bis zuletzt ein aufopferndes und genügsames Leben, mit schönen, schweren und auch traurigen Zeiten.

Klaus Rabl

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