Hebertshausens Bürgermeister zeigt Flagge

Klare Worte gegen rechte Hetze

Bürgermeister Richard Reischl hat aus gegebenem Anlass auf der Bürgerversammlung im Sportheim Hebertshausen klar Stellung gegen rechte Hetze bezogen.

Hebertshausen – Anlass war der sexuelle Übergriff auf eine Frau im vergangenen November in der Nähe der Asylbewerberunterkunft im ehemaligen BRK-Heim, der von Rechten vor allem in sozialen Medien instrumentalisiert worden war. „Mit dem Überfall auf die junge Frau haben die Asylbewerber nichts zu tun“, stellte Reischl klar. Das hätten die Ermittlungen der Polizei ergeben. „Die Hetze ist vollkommen unbegründet.“

Auch bei einer Gegenüberstellung konnte das Opfer, das im „Haus des Lebens“ in unmittelbarer Nachbarschaft der AB-Unterkunft wohnt, keinen Täter erkennen. Die Frau hatte sich entschieden gewehrt, der Unbekannte flüchtete.

Der Täter konnte bislang nicht ermittelt werden. Dennoch sei vor allem auf anonymen Internetseiten gehetzt worden, von Leuten, die nicht in Hebertshausen und zum Teil nicht einmal in Bayern leben, so Reischl.

Peter Barth vom Helferkreis Asyl erzählte über die größtenteils erfolgreiche Integration der Asylbewerber. Hebertshausen war eine der ersten Gemeinden im Landkreis gewesen, die Flüchtlingen eine neue Heimat bot. 65 Menschen aus vielen verschiedenen Ländern leben in der Unterkunft. Es habe bislang keine nennenswerten Probleme mit ihnen gegeben. Barth und seine Helfer bemühen sich seit Jahren unermüdlich um die Flüchtlinge. Nach wie vor gebe es viel zu tun.

Bürgermeister Richard Reischl sagte, dass die Flüchtlinge versuchten, ihr Leben positiv zu gestalten. Und das ganze Dorf habe sich von Anfang an um ein gutes Miteinander bemüht. Es habe kaum kritische Stimmen gegeben – bis auf den Hinweis, dass die Asylbewerber nachts doch das Licht am Fahrrad einschalten sollten.

Peter Barth ergänzte, dass mittlerweile fünf der Flüchtlinge nach einer erfolgreichen Ausbildung als Gesellen arbeiten. 13 weitere absolvierten eine Lehre, zwölf haben einen Job, 15 nutzen regelmäßig Integrationskurse oder die Berufsintegration der Berufsschule. Der Helferkreis müsse „überzeugen, motivieren, pushen“, so Barth. Auch in der Öffentlichkeit engagierten sich die Bewohner der Hebertshauser Unterkunft immer wieder. Sie helfen, wenn zum Beispiel ein Spielplatz gebaut oder instandgesetzt wird.

Reischl legte in den Versammlungen auch Zahlen über die in der Gemeinde lebenden Ausländer vor. Von den rund 5900 Gemeindebürgern haben aktuell rund 700 eine ausländische Staatsangehörigkeit. Sie kommen aus 57 unterschiedlichen Ländern.

Bei der Veranstaltung im Sportheim war auch der Dachauer Polizeichef Thomas Rauscher zu Gast. Die Sicherheitslage in der Gemeinde bezeichnete er als gut. Freilich sei jeder Einbruch, jeder Diebstahl und jeder Verkehrsunfall einer zu viel.

Hinter Bürgermeister Richard Reischl liegt eine anstrengende Woche. Gleich in vier abendlichen Bürgerversammlungen und in der Rollenden Bürgerversammlung berichtete er über die Lage der Gemeinde. Dazu gab es einen Ausblick auf das Jahr 2019.

Zu den vier Bürgerversammlungen in Hebertshausen, Ampermoching, Unterweilbach und Prittlbach waren insgesamt rund 200 Besucher gekommen. Hinzu kamen die 65 Frauen und Männer, die sich bei der Rollenden Bürgerversammlung mit Reischl auf den Weg durch die Gemeinde machten.

Der Bericht des Bürgermeisters dauerte jeweils rund eineinhalb Stunden. Anschließend kamen die Bürger zu Wort.

khr

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