Kirche mit Friedhof
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Die alte Georgskirche erstrahlt in neuem Glanz: Die Sanierungsarbeiten von Kirche, Friedhof, Aussegnungshalle und Kalvarienberg sind abgeschlossen.

Nach zehn Jahren

„Gemeinsam etwas Großes geschaffen“ - Sanierungsarbeiten an der Hebertshauser Kirche abgeschlossen

  • Petra Schafflik
    vonPetra Schafflik
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Die Sanierungsarbeiten an der alten Georgskirche in Hebertshausen sind nach zehn Jahren abgeschlossen. Am Sonntag (4.10.) weiht Weihbischof Haßlberger den Altar.

Hebertshausen – Nach aufwändigen Sanierungsarbeiten, deren Konzeption bereits vor zehn Jahren begonnen hat, präsentiert sich die denkmalgeschützte Kirche Sankt Georg in Hebertshausen jetzt in neuem Glanz. Das ehedem auf Basis einer mittelalterlichen Burgkapelle errichtete Gotteshaus, das oberhalb von Hebertshausen einen der schönsten Kirchplätze im Landkreis dominiert, wurde umfassend renoviert, die Ausstattung erneuert und ein zukunftsweisendes Raumkonzept erstellt.

Die Kirchensanierung ist dabei der Schlussstein in einem Gesamtensemble, zu dem das ebenfalls sanierte Leichenhaus, die neue Aussegnungshalle, die stabilisierte Kirchberg-Mauer und die erneuerte Kirchtreppe gehören. Ein Projekt, in das die Erzdiözese München Freising insgesamt fast 4 Millionen Euro und die Gemeinde Hebertshausen rund 2 Millionen Euro gesteckt haben. Und das nur möglich wurde, weil Kirche, Gemeinde und im Sankt-Georg-Verein engagierte Bürger in enger, vertrauensvoller Weise zusammengearbeitet haben, wie alle Beteiligten betonen.

„Etwas Großes wurde hier geschaffen“, sagte Pfarrer Monsignore Michael Bartmann beim Pressegespräch. Auch Bürgermeister Richard Reischl freut sich, „dass wir unser ursprüngliches Ziel erreicht haben“. Viele Absprachen waren nötig, manche Entscheidungen nicht einfach, „der liebe Gott hat schon dazu geholfen“, betonte Diözesanbaumeister Hanns-Martin Römisch.

Diözesanbaumeister Hanns-Martin Römisch.

Die Ursprünge des Vorhabens gehen einige Zeit zurück. Schon 2002 gründeten Bürger den Sankt-Georg-Verein mit seinen heute 124 Mitgliedern mit dem Ziel, die damals baufällige Kirche zu erhalten. Der Verein sammelte Geld und steuerte am Ende 50 000 Euro zur Sanierung bei, wie Vorstand Michael Vogl betonte. Vor allem aber sorgten die Mitglieder mit viel Engagement dafür, dass sich Gemeinde und Erzdiözese des Projekts annahmen. Auch künftig will man sich engagieren, wie Peter Wackerl betonte, „für die Pflege und Erhaltung“.

Auch die Gemeinde war gefragt, damit das Projekt angepackt werden konnte. Vernachlässigt wurde Sankt Georg über die Jahre nämlich, weil sich das pfarrliche Leben in Hebertshausen mehr und mehr in die 1960 errichtete Pfarrkirche verlagert hatte. Erst mit der Entscheidung der Gemeinde, das Leichenhaus auf dem alten Friedhof zu sanieren, erhält Sankt Georg wieder eine zentrale Aufgabe als würdige Aussegnungshalle für Bürger, die der Kirche nahestehen. Eine kleinere, nicht religiös geprägte Aussegnungshalle wurde integriert in die Friedhofsmauer neu gebaut. Die Gemeinde habe dies als Verpflichtung und Chance gesehen, so Reischl. Mit dem Ziel, den Menschen „einen ehrbaren und würdigen Abschied zu ermöglichen“.

Doch das neu gestaltete Gotteshaus wird mehr sein als ein Ort des Abschieds. Die alten Kirchenbänke wurden herausgenommen, eine flexible Bestuhlung erlaubt künftig auch Konzerte und Lesungen. Die Gestaltung der Kirche ist nun zurückhaltend: Licht fällt durch moderne farbige Glasfenster, die der renommierte Maler Jerry Zeniuk entworfen hatte. „Meine ersten Glasfenster“, so Zeniuk, der sagt, er habe sich „an der Ästhetik orientiert, das Licht soll sprechen“. Dieses Leuchten stehe im Kontrast zum Weiß des Chors.

Maler Jerry Zeniuk entwarf die Glasfenster.

Wichtige Ausstattungselemente wie die Statue des namensgebenden Heiligen Georg und eine Pietà haben im sanierten Kirchenschiff wieder einen Platz erhalten. Den mittelalterlichen Altarstein ergänzen ein aus Sandstein gearbeiteter Volksaltar und Ambo.

Konserviert und gesichert wurde eine aus dem 12. Jahrhundert stammende Wandmalerei, deren kunsthistorische Bedeutung erst jetzt offenkundig wurde. Dargestellt ist das Gleichnis vom reichen Prasser und dem armen Lazarus. „Wir müssen noch dokumentieren und aufbereiten, was hier dargestellt ist“, so Diözesanbaumeister Römisch. Es sei nicht selbstverständlich, dass eine starke Idee auch realisiert werde, betonte Architekt Markus Kuntscher, der das Vorhaben betreute. Abwägungen habe es immer wieder gegeben, etwa zum Zusammenspiel von modernen Glasfenstern und historischen Fresken. Das Ergebnis überzeugt. „Es ist wunderbar!“

Den neuen Altar in Sankt Georg wird Weihbischof Bernhard Haßlberger am Sonntag, 4. Oktober, weihen. Am Gottesdienst können jedoch nur geladene Gäste teilnehmen. Sobald letzte Arbeiten in der Sakristei erledigt sind, wird die Kirche aber tagsüber geöffnet sein. Der Sankt-Georg-Verein plant zudem Führungen; Termine werden noch bekannt gegeben.

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