Gefährliche Körperverletzung

Am Bahnsteig: Schwangere getreten, geschlagen und mit Pfefferspray attackiert

An einer S-Bahn-Haltestelle im Landkreis Dachau hat ein Mann eine schwangere 21-Jährige mit Pfefferspray und Tritten attackiert. Die Polizei sucht nun nach Zeugen.

Hebertshausen - Am Mittwochmittag wurde eine schwangere 21-Jährige am S-Bahn-Haltepunkt Herbertshausen im Landkreis Dachau von einem Mann tätlich angegriffen und mit Pfefferspray attackiert, wie die Bundespolizei berichtet.

Die junge Frau aus Eritrea war mit einem Kinderwagen am Bahnhof Dachau in die S2 eingestiegen, gleichzeitig mit dem Täter. Beide stiegen eine Station später an der Haltestelle Hebertshausen an verschiedenen Ausgängen wieder aus. Als die Schwangere telefonierend den Bahnsteig entlang lief, soll ihr der Unbekannte unvermittelt gegen die Wade getreten haben. Daraufhin versuchte sie den Mann zur Rede zu stellen, woraufhin er mit Beschimpfungen reagierte und die junge Afrikanerin beleidigte.

Der Angreifer entfernte sich von der Frau und ging in die Unterführung. Nach kurzem Überlegen folgte ihm die 21-Jährige - obwohl ihr eine Reisende riet, dies lieber nicht zu tun. Den Kinderwagen mit ihrem 2-jährigen Sohn ließ sie am Bahnsteig stehen.

In der Unterführung, wollte die Geschädigte wissen, warum er sie getreten habe - woraufhin der Mann ihr einen Schlag verpasst haben soll, diesmal gegen den Oberkörper. Dann holte er ein Pfefferspray heraus und sprühte der im siebten Monat Schwangeren damit ins Gesicht: sie ging zu Boden.

Trotz ihrer Hilferufe half ihr ihrer Aussage nach keiner der weiteren Reisenden. Lediglich die bereits erwähnte Frau, die sie versucht hatte davon abzuhalten, dem Mann hinterherzugehen, kümmerte sich um die verletzte 21-Jährige und rief die Polizei. Der Unbekannte flüchtete in Richtung Hebertshausen.

Die Frau musste wegen ihrer Augen- und Atemwegsreizungen in eine Klinik verbracht werden. Beamte der Polizeiinspektion Dachau, die als erste vor Ort waren, kümmerten sich um den zweijährigen Sohn und brachten ihn später zu seiner Mutter ins Krankenhaus. Nach erster ärztlicher Diagnose erlitt die Eritreerin Prellungen am Bein und unterhalb der Brust. Für die Mutter und das Heranwachsen des ungeborenen Kindes wird der Angriff offensichtlich keine gesundheitlichen Auswirkungen nach sich ziehen.

Die Bundespolizei München hat die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung aufgenommen. Zeugen des Vorfalles und Personen, die Hinweise zum Tatverdächtigen machen können, werden gebeten, sich unter 089/515550-111 zu melden. 

Der Tatverdächtige soll ca. 180 bis 190 cm groß sein, um die 40 Jahre alt und kurze braune, an den Seiten grau-melierte Haare haben. Er sprach Deutsch und war dunkel gekleidet. Am Rücken trug er einen Rucksack.

mm/tz

Video: Gewalt im öffentlichen Nahverkehr

Video: Glomex

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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