Hochzeitspaar
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Vor 50 Jahren heirateten Anneliese und Klaus Rabl.

Anneliese und Klaus Rabl aus Hebertshausen feiern ihre Goldene Hochzeit

Seit 50 Jahren können sie miteinander lachen

  • vonChristiane Breitenberger
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Hebertshausen – Es ist schon so a Sach’, das mit dem Geheimnis für eine lange, glückliche Ehe. Klaus Rabl (76), Mitarbeiter der Dachauer Nachrichten, hat seit 2004 unzählbare Goldene Hochzeiten in Hebertshausen besucht und sich mit den Leuten über die Liebe unterhalten. Derweil, so sagt er, ist die Sache ganz einfach: „Dein Herz muss bumpern wie verrückt, dann weißt’, dass es echt ist.

“ Jetzt hat er zusammen mit seiner Frau Anneliese (74) selber Goldene Hochzeit gefeiert. Die beiden haben besonderes Glück – bei ihnen gab es nicht nur eine Menge Herzklopfen, sie sind auch seit 50 Jahren mit ihrem jeweils besten Freund verheiratet.

Im Waldfrieden in Hebertshausen liefen sich die beiden zum ersten Mal über den Weg. Erst wollte Klaus Rabl mit Annelieses Schwester tanzen, doch die war: schlicht zu groß. Also schnappte er sich Annelieses Hand und zog die damals 16-Jährige auf die Tanzfläche. Dieser erste Tanz sollte einer von sehr vielen werden. Bis zur Hochzeit vergingen Jahre – so acht bis zehn, da waren sich die beiden beim Erzählen der Geschichte heute nicht mehr ganz so einig. „Aber so schnell, schnell heiraten, des is doch nix. Man muss denjenigen schon g’scheid kennenlernen, der da an deiner Seite ist“, sagt Klaus Rabl heute und lacht. Mit seiner lustigen Art, seinem Schmäh und seinen Sprüchen eroberte er das Herz der damaligen Dachauerin. „Er war halt so a netter Kerl, und Depperte hat’s ja wirklich genug gegeben“, sagt sie heute.

Noch immer glücklich: Enkel Paul gratuliert Anneliese und Klaus Rabl zur Goldenen.

Doch was den Schmäh und die Sprüche betrifft, steht Anneliese Rabl ihrem Mann absolut in nichts nach. Ob sie ihren Klaus denn nochmal heiraten würde? „Na. Jetzt, wo ich alles über ihn weiß, bin ich mir da nimmer so sicher!“, sagt sie und schaut ihren Mann verschmitzt an. Pause. Dann lachen beide laut. Ihr Mann kontert nicht schlecht: Er will, um die Frage zu beantworten, „lieber in ein anderes Zimmer gehen“.

Doch noch bevor die beiden damals heirateten, waren sie in besonders dunklen Zeiten füreinander da. Die beiden verlieren ihre Väter, Klaus Rabl seine Schwester. „In dieser schweren Zeit sind wir uns immer beigestanden“, betont er. Und wer solche Schicksalsschläge schon am Anfang einer Beziehung durchstehen muss, weiß: Zusammen kann uns eigentlich nichts mehr umhauen.

Und dann, zum Fest der Liebe, an Weihnachten 1970, geht Klaus vor seiner Anneliese auf die Knie, macht ihr vor ihrer Familie einen Heiratsantrag. Den Verlobungsring, den er ihr damals anstecke, trägt sie heute noch – zusammen mit ihren anderen beiden Eheringen, wie sie sie nennt. Einen davon hat sie erst vor einigen Jahren von ihrem Mann geschenkt bekommen – er trägt seitdem den passenden dazu an seinem eigenen Finger.

Die beiden bauten sich zusammen ihr Zuhause auf, an der Stelle, an der schon Klaus Rabls Elternhaus stand. Hier erleben sie Jahrzehnte glückliche, verrückte und lustige Zeiten mit ihren Söhnen Sebastian, Florian und Michael und später mit den Enkelkindern Lilo und Paul. Ein ganzes Treppenhaus voller Fotos zeugt von diesen unvergesslichen Momenten.

Den Hochzeitstag hat er nicht einmal vergessen, jedes Jahr gab’s Blumen für seine Annelies’ – auch wenn die sich „wirklich mal über Pralinen freuen würde“. Ist eben keiner perfekt.

Klaus Rabl ist in seiner Gemeinde so bekannt, er durfte sich als Gemeindeberichterstatter als einziger Hebertshauser sogar ins Goldene Buch eintragen. Doch auch Anneliese Rabl hat zu Hause ein Buch, in dem es um Klaus geht. Ein Buch, das sie selbst gemacht hat, und das im Laufe der Jahre immer dicker wird. Sie sammelt darin Gespräche mit ihrem Mann – Gesprächsfetzen, bei denen man nicht anders kann, als laut zu lachen, wenn man sie liest. Kostprobe gefällig? Klaus erzählt Enkel Pauli etwas vom kleinen Drachen Gyros. Annelies’: „Klaus, der Drache heißt Grisu.“ Klaus: „Sag ich ja! Gyros.“ Mit ihm hab’ ich einfach immer was zu lachen, sagt Anneliese Rabl.

Die beiden können überall zusammen glücklich sein. Als sie zusammen die Welt entdeckt haben und die USA oder Städte wie Paris und Barcelona erkundeten oder wenn sie jetzt „einfach zusammen draußen auf unserem Bankerl sitzen“, sagt Anneliese Rabl. Zum Glücklichsein braucht’s eben nicht viel, wenn man mit dem besten Freund verheiratet ist.

Die Rabls freuen sich noch auf eine Menge – und jetzt vor allem auf ihr nächstes Enkelchen, das im bald die Familie vergrößern wird.

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