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Neue Regelung für Hebertshausen: Tempo 30 fast überall

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Von: Petra Schafflik

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Wie hier in Ampermoching in der Garngartenstraße soll bald überall in der Hebertshauser Wohnvierteln Tempo-30 gelten.
Wie hier in Ampermoching in der Garngartenstraße soll bald überall in der Hebertshauser Wohnvierteln Tempo-30 gelten. © ps

Mehr Sicherheit, weniger Schleichverkehr, weniger Lärm: Mit diesen Zielen hat der Gemeinderat Hebertshausen am Dienstagabend entschieden, in allen Wohngebieten Tempo 30 einzuführen. Das neue Limit soll im Frühjahr flächendeckend in allen Ortsteilen kommen. In den Tempo-30-Bereichen wird auch rechts vor links gelten. Einzige Ausnahme bleiben Staats- und Kreisstraßen wie Ortsverbindungsstraßen.

Hebertshausen ‒ „Mir ist eine gesamtheitliche Lösung wichtig“, betonte Bürgermeister Richard Reischl (CSU), der sich in der Sitzung mit Nachdruck für die neue Regelung einsetzte. Auch wenn es dem Rathauschef nicht gelang, alle Gemeinderäte zu überzeugen: Tempo 30 für ganz Hebertshausen wurde schließlich mit großer Mehrheit beschlossen. Fünf Gegenstimmen kamen aus den Reihen von CSU und FBB.

Schon 2016 hatte das damalige Gremium über eine Geschwindigkeitsbegrenzung debattiert, ein Limit aber mit knapper Mehrheit abgelehnt. Doch Ruhe kehrte zu dieser Frage nie ein. Regelmäßig forderten Bürger Tempo 30 für ihre Wohnstraße, die SPD-Fraktion hatte im April einen Antrag für eine 30er-Zone in der Straße Am Eichenberg gestellt.

„Das Anliegen ist das meistpriorisierte in der Gemeinde“, sagte Reischl. Auch wurde seitdem punktuell bereits Tempo 30 eingeführt, etwa in der Franz-Schneller-Straße an der Schule oder in Ampermoching im Bereich von Osten- und Rosenstraße. „Aber ein Flickenteppich ist nicht zweckdienlich“, so Reischl. Tempo 30 in den Wohngebieten ist mit der Polizeiinspektion Dachau abgesprochen und in der Klausur des Gemeinderats im Sommer bereits diskutiert worden.

„Es ist Zeit, diesem Wunsch nachzukommen“, sagte Reischl. Mit dem Ziel, die Sicherheit gerade für schwächere Verkehrsteilnehmer wie Kinder oder Ältere zu erhöhen. Wenn langsamer gefahren wird, werde Radfahren attraktiver, könnten Kinder sicherer zu Fuß zur Schule gehen, entwickle sich die Straße vom Verkehrs- zum Lebensraum.

Positiv bewertet Martin Gasteiger (FBB) das Tempolimit. „Es gibt immer wieder viele Anfragen, ich begrüße, wenn Tempo 30 generell eingeführt wird.“ Auch Marianne Klaffki (SPD) beobachtet, dass „das Bürgerinteresse für Tempo 30 virulent hoch“ ist. Ein Limit habe ihre „volle Zustimmung. Aber jede Neuerung braucht Anlaufzeit.“ Es brauche „eine Umgewöhnung“, weiß auch Reischl. „Wir werden uns auf viel Kritik einstellen müssen.“

Die kam prompt auch aus den Reihen der Gemeinderäte. Zu gewissen Zeiten sei 30 sicher sinnvoll, „aber warum soll man nicht 50 fahren, wenn es etwa nachts problemlos geht“, sagte Christian Trinkgeld (FBB). Trotz Tempolimit werde der eine oder andere „mit 50 oder 100 durchrasen“, gab Christian Michal (FBB) zu bedenken. „Wer bei 50 zu schnell fährt, tut das auch bei Tempo 30“, sagte Stefan Götz (CSU). Und irgendwann komme dann Tempo 10, oder es würden Bodenschwellen beantragt, meint Michael Böswirth (CSU). Tempo 30, so seine Sorge, könnten „einen Rattenschwanz“ weiterer Forderungen nach sich ziehen.

Es gehe nicht um einzelne Raser, sondern darum, das Tempo allgemein zu reduzieren, betonte Reischl. „Denn bei Unfällen passiert dann deutlich weniger.“ Die Zahl der Fahrzeuge und der Verkehr hätten sich in den letzten Jahrzehnten im Landkreis verdoppelt. Eine Reduzierung der Geschwindigkeit gilt als die beste Abhilfe.

Auf Anregung von Stefan Götz (CSU) wird auf der vom Linienbus befahrenen Strecke in Absprache mit der Polizei eine Vorfahrtsregelung getroffen, damit der Busfahrer nicht an jeder Einmündung rechts vor links beachten muss. Die neuen Tempo-30-Zonen werden eingerichtet, sobald das Wetter im Frühjahr wieder Fahrbahnmarkierungen zulässt. Denn „30“ soll nicht nur auf Verkehrsschildern stehen, sondern auch in großen Ziffern auf der Straße.

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