Wo heute noch ein unscheinbarer Parkplatz ist, könnte bald ein kleiner Regionalladen eröffnen. Die Bürger jedenfalls begrüßen laut einer Umfrage so ein Angebot, das im dort geplanten Neubau der Gemeinde mitten im Dorf entstehen soll.
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Wo heute noch ein unscheinbarer Parkplatz ist, könnte bald ein kleiner Regionalladen eröffnen. Die Bürger jedenfalls begrüßen laut einer Umfrage so ein Angebot, das im dort geplanten Neubau der Gemeinde mitten im Dorf entstehen soll.

Umfrage liefert wertvolle Hinweise

Regionalladen im Hebertshauser Ortskern: Planungen werden von Auswertung bestätigt

  • Petra Schafflik
    vonPetra Schafflik
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Seit der Edeka-Supermarkt 2014 nach Ampermoching umgezogen ist, gibt es in Hebertshausen selbst nur noch eine Bäckerei, eine Tankstelle und eine Pizzeria. Allerdings leben die meisten Bürger der 5900-Einwohner-Gemeinde im Hauptort, dort wird die Bevölkerung mit dem Entwicklungsgebiet Alte Holzschleiferei auch am stärksten wachsen. Die Kommunalpolitiker wollen daher mit einem Regionalladen die Nahversorgung im Ortskern von Hebertshausen verbessern, gleichzeitig den örtlichen Erzeugern eine interessante Vermarktungsoption eröffnen.

Hebertshausen ‒ Ein Konzept, das auch bei den Bürgern gut ankommt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die Studierende im Rahmen eines interdisziplinären Seminars von Ludwig-Maximilians-Universität und der Münchner Unternehmensberatung Breitenstein erarbeitet haben. Kernstück der Studie war eine Online-Umfrage, dazu kamen Interviews mit örtlichen Erzeugern. Die Resultate präsentierte den Gemeinderäten jetzt Lena Eberl vom Consultingunternehmen zusammen mit den Studentinnen Lucia Lippold, Raffaela Böswald, Sandra Gigl und Stephanie Quell.

Das große Interesse der Hebertshausener an einer Verbesserung der Nahversorgung und speziell einem Regionalladen spiegelt sich schon in der großen Resonanz der Umfrage. 1294 Bürger haben mitgemacht, „eine wahnsinnig hohe Beteiligung“, so Eberl. Wertvoll und repräsentativ sind die Antworten, da überwiegend Bürger aus dem Hauptort plus einige aus den übrigen Ortsteilen geantwortet haben.

Mitgemacht haben Hebertshausener aller Altersgruppen, vertreten sind alle Haushaltsformen vom Single bis zur Großfamilie. Die Mehrheit, 68 Prozent, kritisiert massiv die aktuelle Einkaufssituation. Den Bürgern ist die Entfernung zu Geschäften zu groß, sie finden das Angebot nicht ansprechend, regionale Produkte fehlen. „Alles, was ein Regionalladen lösen könnte“, so die Studienverfasserinnen.

Und schon heute stammt bei 26,5 Prozent der Umfrage-Teilnehmer ein ansehnlicher Anteil von einem Drittel ihres Einkaufs aus der Region, auch Bio ist gefragt. Die meisten wären auch bereit, mehr Geld auszugeben für qualitativ hochwertige regionale Waren. Wert gelegt wird auf den Herkunftsaspekt vor allem bei Fleisch, aber auch Obst, Gemüse und Molkereiprodukte möchten die Umfrageteilnehmer gerne regional kaufen. „Die Nachfrage ist also da“, so das Fazit der Studentinnen.

Eine klare Meinung haben die Bürger auch zur Frage, wo im Ort der Regionalladen eröffnen soll. Eher nicht im geplanten Ärztehaus am Krautgarten, sondern so wie von der Gemeinde bereits vorgesehen im geplanten gemeindlichen Neubau an der Dorfstraße. Dort könnten zwar Parkplätze fehlen, fürchten einige. Aber die zentrale Lage, die Nähe zu Schule, Kitas und Rathaus wird höher bewertet. Ob ein Café als Treffpunkt im Regionalladen integriert werden soll? Einen Ort, wo man sich miteinander austauschen kann, vermisst knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer.

Besonders wichtig im Regionalladen wären den Bürgern neben Qualität, Frische und Vielfalt des Sortiments noch Öffnungszeiten, die einen Einkauf auch für Berufstätige möglich macht.

Die Studie, so das Fazit von Koordinatorin Eberl, bietet wertvolle Daten auch für andere Entscheidungen der Gemeinde. Jetzt aber werden die Ergebnisse erst einmal genutzt, um den geplanten Regionalladen wirklich ins Laufen zu bekommen. Schon diese Woche gibt es erste Gespräche mit einer Interessentin, die das Geschäft betreiben würde, kündigte Bürgermeister Richard Reischl an. „Da sind diese Informationen von großer Wertigkeit.“

Auch die Gemeinderäte lobten die fundierte Auswertung. „Wir fühlen uns bestätigt, nun ist Tempo geboten“, so Clemens von Trebra. Die Bauarbeiten am Wohn- und Geschäftshaus in der Dorfstraße sollen im Sommer beginnen. Wenn alles nach Plan läuft, könnte dort der Regionalladen dann 2022 eröffnen.

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