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Wären an Heiligabend ganz allein: Anneliese Haase (77, rechts) und Inge Röcken (76, Mitte) freuen sich auf ein Weihnachtsfest mit Gertrud Eschenbecher (links).

In Indersdorf muss niemand alleine feiern

Heiligabend für einsame Senioren

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Für manche Senioren ist die Weihnachtszeit eine einsame, traurige Zeit. Viele fallen in eine Depression, weil sich ihre Familien an Weihnachten nicht um sie kümmern. Zumindest den Indersdorfer Senioren will Gertrud Eschenbecher helfen. Mit einer schönen Idee gegen die Einsamkeit.

Es gibt Momente, da muss Gertrud Eschenbecher nach einem Gespräch kurz ihre Bürotüre zu machen. Die Türe, die normalerweise immer für Gespräche offen steht. Doch manchmal geht ihr das, was sie gehört hat, sehr nahe. 

Wie neulich, als der alte Mann in ihrem Büro Tränen in den Augen hatte. Je mehr er sich Gertraud Eschenbecher anvertraute, umso heftiger musste er weinen. Er wird dieses Jahr an Weihnachten alleine sein. Die Kinder? Keine Zeit ihn abzuholen. Die Enkel? Zu beschäftigt. Aber es ist doch Weihnachten? Ja. Das wollen sie wohl lieber unter sich feiern. Immer mehr Tränen rollten über das faltige Gesicht. 

Doch die Geschichte des alten Mannes ist leider kein Einzelfall. Gerade in der Vorweihnachtszeit hört die Leiterin des Betreuten Wohnens in Indersdorf immer öfter, dass einige Familien ihre Mamas und Papas oder Omas und Opas nicht mehr zu sich nach Hause holen. Oder dass viele Senioren gar keine Familie mehr haben, völlig allein sind. Das bricht der sonst so taffen Frau das Herz.  Deshalb hat sie sich heuer überlegt: Sie will etwas gegen die Einsamkeit tun. Einen Abend Freude schenken. Zeigen: Ihr seid doch nicht allein. Wir haben doch uns. Bei einem gemeinsamen Weihnachtsfest. Denn die Einsamkeit ist gefährlich. 

Eschenbecher weiß: „Viele fallen dann auch in eine Depression, wenn sie das Gefühl haben, dass sich niemand mehr um sie kümmert.“ Das Tragische ist, dass sich diese Senioren oft nicht trauen, darüber zu sprechen. Sie schämen sich. „Doch niemand sollte sich so fühlen müssen. Keiner sollte Angst haben, zu erzählen, dass er an Weihnachten alleine ist“, betont sie. „Die alten Menschen können doch nichts dafür. “ 

Deshalb will Gertrud Eschenbecher alle einsamen Senioren aus der Gemeinde Indersdorf einladen – zehn Leute haben bereits zugesagt. Es gibt für alle einen Fahrdienst. 

Doch mit ihrem Weihnachtsfest will Gertrud Eschenbecher mehr schenken als nur einen sorglosen Abend. Sie will den Senioren zeigen: „Schaut, ihr seid nicht allein mit eurer Situation, es gibt noch viele, denen es genauso geht. Und: Künftig haben wir einander.“ Und während ihre erwachsenen Kinder Weihnachten mit der Oma feiern, verbringt sie den Heiligen Abend mit ihrem Mann zusammen mit den Senioren, die sonst allein wären, im Aufenthaltsraum des Betreuten Wohnens. Mit allem was dazugehört. Weihnachtsessen, Weihnachtsmusik und guten Gesprächen. 

Wer mitfeiern möchte, kann sich bis zum 17. Dezember unter der Telefonnummer 08136/8084976 bei Gertrud Eschenbecher-Schuster melden.


 


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