Abschied vor zehn Jahren: Ulrich Renelt im Kreise der Kollegen und lokalpolitischer Prominenz. be

Nachruf in eigener Sache

Die Heimatzeitung trauert um Ulrich Renelt

Dachau - Im Alter von nur 74 Jahren ist der langjährige stellvertretende Redaktionsleiter der Dachauer Nachrichten jetzt nach kurzer schwerer Krankheit gestorben.

Sein ganzes Berufsleben – 34 Jahre lang – war Ulrich Renelt Redakteur bei den Dachauer Nachrichten. Vor zehn Jahren ging der hochgeschätzte und liebenswerte Kollege in den verdienten Ruhestand. Jetzt ist Ulrich Renelt im Alter von 74 Jahren unerwartet und viel zu früh gestorben.

Ulrich „Uli“ Renelt hat wie kaum ein anderer die Geschichte der Dachauer Nachrichten mitgestaltet. 1972 kam er aus Mindelheim nach Dachau, wo er beim Merkur volontierte, um danach als Redakteur übernommen zu werden. Nach 34 Berufsjahren wurde Renelt im Januar 2006 in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Er ging zurück nach Mindelheim, das er eigentlich nie ganz verlassen hatte. Denn an den Wochenenden kehrte Ulrich Renelt stets heim zu seiner Frau Maria und Tochter Theresia. Unter der Woche hatte er eine kleine Wohnung in Dachau, die ihn jedoch nicht oft sah: Wer spätabends an den Redaktionsräumen vorbeifuhr, konnte oft noch Licht erspähen. Dann bereitete Renelt schon die Arbeit des nächsten Tages vor und hörte dazu vielleicht gerade einen Konzertmitschnitt seiner am Piano international so erfolgreichen Tochter Theresia.

Als Ulrich Renelt vor zehn Jahren in den Ruhestand ging, verlor die Heimatzeitung nicht nur einen hervorragenden Journalisten, sondern auch die gute Seele der Redaktion. Nie hörte man ein böses oder zorniges Wort des Kollegen, seine Tür stand für alle jederzeit offen. So manches Problem bekam die Redaktion gar nicht mit, weil viele Besucher in der Richard-Wagner-Straße 6 gleich rechts ins Büro abbogen, in dem Ulrich Renelt zusammen mit seinem langjährigen Weggefährten, Redaktionsleiter Kurt Göttler, saß. Geduldig hörte sich Renelt jede Beschwerde, jede Kritik an und schaffte es eigentlich immer, dass sein Gesprächspartner besänftigt wieder ging.

Ob in der Richard-Wagner-Straße oder bis 1994 in den Redaktionsräumen in der Konrad-Adenauer-Straße – Renelt war stets der Ruhepol. Eigentlich hatte er ja Lehrer werden wollen. Und so war es kein Wunder, dass ihm stets das Herz aufging, als Schulklassen zu Besuch in den Redaktionsräumen waren. Den Kindern und Jugendlichen etwas über die Dachauer Nachrichten und den Beruf des Journalisten zu erzählen, bereitete ihm große Freude.

Auch im Ruhestand ließ Ulrich Renelt den Kontakt zur Lokalredaktion nie abreißen. Zu internen Feiern kam er fast immer, machte unermüdlich Fotos mit seiner kleinen Digitalkamera, war neugierig auf die neuen Kollegen und erzählte Anekdoten aus der Zeit, als die Redaktion täglich maximal zwei Seiten produzieren musste und mittags schon Redaktionsschluss war. Die Heimatzeitung verliert mit Ulrich Renelt einen liebenswürdigen Kollegen und einen engagierten Blattmacher, der unvergessen bleiben wird.

tor

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