Das Sahnehäubchen zur Musik der Bigband Dachau war der Gesang von Barbara Boahene beim Jazzfrühschoppen im Burgmeier-Biergarten. Foto: HAB

Heiße Töne in herbstlicher Luft

Dachau - Er gehört schon zum Herbst wie buntes Laub und Kastanien: Der Jazzfrühschoppen der Big Band Dachau. Im Biergarten des Hotels Burgmeier legten sich die Musiker um das Bandleader-Duo Jörg Hartl und Tom Jahn ins Zeug, als wollten sie mit ihrer Musik, auch die letzten Wolkenfetzen vom Himmel fegen.

„Hallo Biergarten - hört ihr uns?!“ Jörg Hartl tat sein Bestes, um Kommunikation und Interaktion beim Jazzfrühschoppen der Bigband Dachau in Gang zu bringen. Wegen der unsicheren Wetterlage hatten sich die Musiker vorsichtshalber im Salettl beim Burgmeier eingerichtet, die meisten Besucher hingegen bevorzugten die Biertische an der frischen Luft. Die Sonne hat sich rar gemacht, lugte nur spärlich durch die grauen Wolken, die eigentlich nichts Gutes verhießen. Nicht destotrotz hatten sich etwa 250 Gäste eingefunden, viele hatten dafür auch das Trachtenwand angezogen - wie für die Generalprobe zum Oktoberfest. Sie genossen unter den alten Kastanienbäumen beste Biergartenatmosphäre und mitreißender Musik. Dazu gab es kesselfrische Weißwürste oder Wiener aus der Terrine. Und weil viele in Gesellschaft gekommen waren, wurde auch gerne und viel geratscht.

Für die Musiker war das kein Problem. Denn die Bigband Dachau hat es sich auf die Fahne geschrieben: Jazzmusik und die Menschen zusammenzuführen in bester Südstaatenmanier. Es ist ein Experiment, das immer besser gelingt. Bandleader Jörg Hartl und Tom Jahn verschmelzen den guten Ton bewährter Jazzmelodien mit modernen Elementen aus Techno und Discomusik und treffen voll den Nerv der Zuhörer: Die Musik wird zum verbindenden Element zwischen Bühnenakteuren und Zuhörern, die sich „mittendrin“ fühlen konnten und nicht nur dabei. Keine distanzierte Konzertstimmung also, sondern ein echtes Miteinander und eine Musik, die zum Tanzen anregt, sind die Ideen, die Hartl und Jahn umtreiben. Da passt die schwarze Sängerin Barbara Boahene hervorrangend ins (Klang-)Bild. Sie sang vor, das Publikum wiederholte. An Ideen fehlt es nicht: Jörg Hartl übernahm mit Tonmalerei den Part der fehlenden Posaune und nutzte die Gelegenheit, gleich dazu, um für Bandzuwachs zu werben. Das klang täuschend echt, fast original. Er blies aber auch in seine Trompete, dass es nur so fetzte, die Töne flirrten und flatterten. Kein Zweifel: Hier war ein absoluter Könner am Werk. Zusammen mit Tom Jahn, der seine Mitspieler mit ganzem Körpereinsatz motivierte, heizte er die Stimmung an bis die Big Band Vollgas gab.

„Wir können gemütlich und etwas ungemütlicher“, hatte Tom Jahn eingangs informiert. Für das Publikum beim Jazzfrühschoppen war es einfach passgenau: Brillante Bläserpartien und rhythmusstarken Passagen wurden getragen vom engagierten und leidenschaftlichen Spiel der Instrumentalisten und erhielten mit der wunderbaren Stimme von Barbara Bohahene ein Sahnehäubchen obendrauf. (don)

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