Grundstück am Heizkraftwerk

Sozialer Wohnungsbau: Gemeinderat für die große Variante

Karlsfeld - Immer teurer wird das Wohnen in München und im Speckgürtel der Landeshauptstadt. Umso wichtiger ist der soziale Wohnungsbau. Deshalb packt die Gemeinde Karlsfeld jetzt eine Gelegenheit beim Schopf und lässt bauen, so groß wie es nur geht.

Im Karlsfelder Rathaus liegt eine Liste, darauf die Namen der Personen, die Anspruch auf eine Sozialwohnung haben. Rund 70 Wohnungen wären nötig, um auch nur diesen Bedarf zu decken. Und die Nachfrage nach günstigem Wohnraum wird in den kommenden Jahren sicher nicht geringer.

Jetzt hat die Gemeinde Karlsfeld eine gute Gelegenheit, 66 Sozialwohnungen und 16 Wohnungen für Betreutes Wohnen gewissermaßen zum Nulltarif zu bekommen. Am Heizkraftwerk stellt sie der Kreiswohnbaugesellschaft ein erschlossenes Grundstück zur Verfügung. Die Kreiswohnbau bebaut das Grundstück. Weitere Kosten fallen auf die Gemeinde nicht ab, betonte Bürgermeister Stefan Kolbe am Donnerstag im Gemeinderat. Früher mussten sich Gemeinden bei vergleichbaren Projekten mit 15 Prozent an den weiteren Kosten beteiligen, das ist nicht mehr der Fall.

Das Bauamt stellte dem Gemeinderat eine erste Planung vor. Vorgesehen ist ein Hofkonzept mit drei u-förmig angeordneten Baukörpern.

Vier oder fünf Geschosse, zwölf oder 15 Meter Wandhöhe? Diese Fragen wurden eine Weile diskutiert. „Lieber ein Stockwerk mehr, jede Wohnung ist wichtig“, sprach sich Johann Willibald (CSU) für die größere der beiden Varianten aus. Die kleine Variante sähe 48 Sozialwohnungen und zwölf Wohnungen für Betreutes Wohnen vor

Die meisten Gemeinderäte sind derselben Auffassung wie Willibald. Nur Stefan Handl und Wolfgang Offenbeck (beide CSU) äußerten sich kritisch. Eine zu dichte Bebauung könne Begehrlichkeiten bei den Eigentümern der benachbarten Grundstücke wecken, die dann ähnlich hoch bauen wollten, sagte Handl. „Wir dürfen nicht zu schnell wachsen.“ Offenbeck mahnte, dass Karlsfeld „nicht zu einer Trabantenstadt mutieren“ dürfe.

Mechthild Hofner vom Bündnis für Karlsfeld sagte, dass sie der Forderung nach einem gesunden Wachstum grundsätzlich zustimme, „aber wir sollten nicht gerade beim sozialen Wohnungsbau bremsen“.

SPD-Fraktionschefin Hiltraud Schmidt-Kroll betonte, dass die größere Variante gerade den aktuellen Bedarf an Sozialwohnungen decke. „Das ist unsere ureigenste Bevölkerung, die da einzieht.“

Auch Bürgermeister Kolbe teilt die Sorge seiner Parteifreunde Handl und Offenbeck nicht: „Es liegt an uns, was da noch gebaut wird."

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