Asylbewerber Schönbrunn

Helferkreis ist für jedes Angebot dankbar

Schönbrunn -Agil und engagiert ist der Helferkreis Schönbrunn. Doch hier und da fehlt es an Grundsätzlichem: An Lehrkräften für Deutschkurse oder an Arbeitsstellen für die Flüchtlinge in den Containern.

Aktuell wohnen 79 volljährige Asylbewerber in den Wohncontainern in Schönbrunn am Ende der Kaiserstraße. Sechs von ihnen sind Frauen. Die Bewohner stammen aus verschiedenen afrikanischen Ländern sowie aus Syrien, Pakistan und Afghanistan. Viele dieser Asylbewerber möchten gerne arbeiten, haben Kenntnisse als Gärtner, Koch oder in anderen Handwerksberufen, jedoch nicht unbedingt entsprechende Papiere. Trotzdem gelang es dem engagierten Helferkreis einige dieser Leute erfolgreich unterzubringen: Als Praktikant in einer Schreinerei, als Küchenhilfe in einer Restaurantküche, als Gärtnergehilfe, Bauhofmitarbeiter oder Erntehelfer. Jüngeren Erwachsenen wurde unter Mithilfe des Helferkreises Asyl ermöglicht, die Berufsschule zu besuchen, um sich auf den Hauptschulabschluss vorzubereiten und dann eine Ausbildung beginnen zu können. „Sprachkenntnisse in Deutsch sind für eine erfolgreiche Arbeitsvermittlung unerlässlich. Unserer Erfahrung nach sind mangelnde Deutschkenntnisse einer der Hauptgründe für die Ablehnung durch den Arbeitgeber“, erklärt Stefanie Gerhardus vom Helferkreis. Stolz auf seine Arbeit darf der Schwarzafrikaner Alfred sein, der aus Sierra Leone stammt und fast ausschließlich alleine einen riesigen Garten in der Nähe der Wohncontainer angelegt hat. Hier wuchsen über den Sommer Mais, Karotten, Tomaten, Kohl und Grünkohl heran. Alfred berichtet, dass er das Gemüse weitgehend selbst verbraucht oder auch an seine Mitbewohner verkauft. Seit September bietet der Helferkreis an vier Tagen in der Woche zu verschiedenen Zeitpunkten Deutschkurse an. Diese finden in der Malwerkstatt des Franziskuswerks statt. Viele Ehrenamtliche kümmern sich um die Flüchtlinge, deren Sprachkenntnisse unterschiedlich gut sind. „Abgesehen von grundlegenden Deutschkenntnissen ist unser Ziel natürlich, viele praktische Dinge zu vermitteln, um möglichst viel Selbständigkeit zu ermöglichen, unterstreicht Gerhardus. Dass einige Asylbewerber sich mehr an Pünktlichkeit gewöhnen müssen, hat Paula Herzinger festgestellt, die gerne und engagiert im Helferkreis mitarbeitet. Oft gebe es gemeinsam viel zu lachen, so dass der Unterricht wirklich Spaß macht. Wer Lust hat, auch mit kleinem Zeitfenster mitzulehren, sollte sich unter Telefon 0 81 39/67 33 an Madeleine Wienforth wenden. Drei Leute aus dem Helferkreis betreiben eine Fahrradwerkstatt, in der Räder repariert und an die Asylbewerber ausgegeben werden. Diese Einrichtung erweist sich für die Mobilität der Menschen immer wieder als sehr hilfreich. Wer also ein Rad übrig hat, darf es dem Helferkreis gern zur Verfügung stellen. Ansprechpartner ist hier Ulrich Rauhut unter Telefon 0 81 39/61 48. Andere Ehrenamtliche bemühen sich sehr um eine Arbeitsvermittlung für Asylbewerber. Ob ein Betrieb ein Praktikum anbieten möchte oder ob jemand eine Tätigkeit auf 450 Euro bis 850 Euro zu vergeben hat, der Helferkreis und die Asylbewerber freuen sich über Angebote. Bezahlt wird nach Tariflohn oder ortsüblichem Lohn. Interessierte dürfen sich an Inge Künzner unter Telefon 01 51/57 72 39 87 oder Helga Rauhut (0 81 39/61 48) wenden. Spenden: Um die Container-Unterkünfte etwas wohnlicher zu gestalten, sind Kleinmöbel oder Teppiche wie immer gefragt. Ebenso werden zur Zeit Männerbekleidung bis Größe 50 sowie Männerschuhe in den Größen 42 bis 46 gebraucht. Hier kümmert sich Urban Steiner unter Telefon 0 81 39/61 17 um die Annahme und entsprechende Vergabe. Interessierte sind willkommen, am nächsten Treffen des Helferkreises am Montag, 23.November, um 19 Uhr im Röhrmooser Rathaussaal teilzunehmen. Josef Ostermair

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