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25 Jahre Hexen in Röhrmoos: Brautpaar und Trauzeugen vor dem Standesbeamten, Bürgermeister Dieter Kugler.

Nach der Hochzeit kam doch die Schelte

Hexen-Jubiläum in Röhrmoos

Röhrmoos - Zum Gaudium vieler Mitwirkender und Zaungäste wurde am Donnerstag in Röhrmoos eine Hexenhochzeit gefeiert.

Gestern war im Röhrmooser Rathaussaal die Hölle los, denn die elf Gmoa-Hexen mit Oberhex Elfriede an der Spitze feierten ihr 25-Jähriges mit einer Silbernen Hexenhochzeit, bei dem ein angeblich ehr- und tugendsames Hexenpaar das 25-jährige Ehegelübde erneuern wollte.

Nicht wahnsinnig wild wie in all den Jahren zuvor, sondern recht festlich gewandet mit geschmückten Besen zogen die Hexen zusammen mit dem Brautpaar Christine Ophelila Britschenbicher und Donatus Alise Soachrindl-Leitnscheisser zu den Klängen des Zillertaler Hochzeitsmarsches in den festlich geschmückten Saal ein.

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren hat man heuer Bürgermeister Dieter Kugler nicht malträtiert sondern scheinheilig als „liaba Standesbeamter“ besungen. Nach Überprüfung der vorgelegten Unterlagen dann der Schock: Das sehr lieb wirkende Paar war gar nicht verheiratet, hat also 25 Jahre in einem gschlamperten Verhältnis im Kreise der Röhrmooser Hexen gelebt. Deshalb hatte der Bürgermeister das Landratsamt eingeschaltet und Landrat Stefan Löwl geholt, um die ordnungsgemäße Abwicklung der Trauung zu bezeugen. Bevor man Kugler seines Amtes walten ließ, verpassten ihm die Hexen eine Bürstenmassage, „damit sich die Aufregung wieder legt“.

Außer den Trauzeugen, den Sepperl Rauftszeichzamm aus Rossboinhausen und der Emmerenzia Kathl Soivamoser aus Hungeröd fand sich eine große Zahl von Hochzeitsgästen ein, alle schon vor Wochen mittels zwei Hochzeitsladerinnen eingeladen. Hauptsächlich aus der Röhrmooser Geschäftswelt erwiesen viele Persönlichkeiten den Gmoa-Hexen die Ehre.

Gespannt warteten alle nach der Trauung auf den Hochzeitskuss, dem der Hochzeitswalzer mit Abklatschen folgte. Plötzlich tanzte der ganze Saal. Die Hexen selbst erfreuten das Jubelpaar mit einer Reihe origineller Geschenke, die von einer wollenen Unterhose, über Schnabeltassen, Blasentee und Nachthaferl bis hin zu scharfen Liebesromanen reichten. Vom Bürgermeister gab’s ein Geschenk in Form einer Hochzeitsreise – zwei nagelneue Besen.

Die Gmoa-Hexen gelobten, weitere 25 Jahre immer am Unsinnigen Donnerstag durch Röhrmoos zu reiten. Erst dann besann man sich alter Tugenden und schnitt den Herren im Saal die Krawatte ab und kassierte den Rathausschlüssel.

Natürlich brachten die Hexen all ihre Feststellungen, die sich im Laufe von zwölf Monaten summiert haben, in Gstanzln zur Aufführung. Besonders freuten sie sich, dass an ihrem Jubiläum auch die Altbürgermeister Sepp Westermayr und Hans Lingl teilnahmen und auch „ausrangierte Rentner-Hexen“ wie Ehrenbürgerin Paula Herzinger mitfeierten.

Sie warfen dem Gemeindeoberhaupt vor, dass sich in Röhrmoos kaum mehr was rührt, weil das Rathausparlament seine Hände nur in den Schoß legt. Man befürchtet, dass Schönbrunn zum Gemeindezentrum wird und es mit der Bebauung von Röhrmoos-Mitte noch dauert, bis Kugler ins zweite Windelalter kommt. Den Hexen ist auch aufgefallen, dass der Bahnhof einer Mülldeponie gleicht und mit dem Haus der Vereine wenig Freude bei den Bürgern aufkommt. Der Sparkasse darf man nach dem Willen der Hexen den Abriss des noch bestehenden Bankgebäudes nicht erlauben, „denn nur so könnte ein Hexen-Vereinsheim entstehen“.

ost

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