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Irreführende Dampfplauderei, Rechthaberei, Münchhausen-Syndrom: Das waren nur einige Anklagepunkte der Hexen. Bürgermeister Marcel Fath hatte es nicht leicht.

Hexen lassen kein gutes Haar an Marcel Fath

Petershausens Bürgermeister angeklagt

Petershausen - Gscheid eigschenkt bekam Bürgermeister Marcel Fath am Unsinnigen Donnerstag von den Bädashauser Deifisweiba.

Die Hexen waren in Petershausen los. „Heit watsch ma dich mal richtig her, damit da Marcel und sei Rat mal unterm Arsch a Feier hat“, sangen die sieben Hexen im Sitzungssaal des Rathauses und ließen damit wissen, dass ihnen bei der Machtübernahme alles „z’ fath“ war. Und so suchten sie nach Alternativen. Hexenromane, Hexentanz, Besenrennads oder Skifahren auf dem Blockberg – alles zu fad, respektive Fath. Hexe Vronexe schlug daher ein Lagerfeuer in einer Feuerschale vor. Vorschlag angenommen.

Weiter ging’s mit der Suche nach einem geeigneten Opfer. Marionexe fragte: „Wer hod den meisten Dreck am Stecka und stoid se freiwillig zur Verfügung?“ Da schrie natürlich keiner hier. Margarex schlug zweiten Bürgermeister Wolfgang Stadler (SPD) vor. Doch die Idee überzeugte die anderen nicht: „Weil der scho so druckig is und blos oamoi abgeht wia a Raketen – und weg is er.“

Dann sollte es dritter Bürgermeister Josef Gerer (CSU) sein, der in Kollbach den richtigen Brandbeschleuniger vor jede Haustür gelegt habe. Doch auch das fand keine allgemeine Begeisterung unter den Deifisweiba. Margarexe begründete das: „Na, a Gasexplosion is fui zu gefährlich.“

Also fiel die Wahl auf den ersten Bürgermeister. Hildexe zustimmend: „Genau, der is no ned so trocken (…) Gas hod er a koans (…) und die meisten Schandtaten hod er a aufm Kerbholz.“ Der Bürgermeister stehe ab sofort im Brennpunkt, so die Hexen und steckten Fath in den VIP-Feuerstuhl – eine große Feuerschale. Marionexe protestierte: „Ihr könnt’s doch meinen Fathi ned vabrenna, nach meim Mannifred hab ich wieder einen, der so fui Schmarrn red (…) und a no selber glaaaaabt.“

Dieser Einwurf brachte ihr gleich den Job der Pflichtverteidigerin ein. Die Anklagepunkte waren: „Irreführende Dampfplauderei im Gemeindebereich. Mitschuld an der Straßenverschmutzung in der Marbacher Straße. Schmücken mit fremden Federn“ (gemeint war der Auszug der Gemeinde in Baucontainer).

Auch „fathasiere“ er, wie Hildexe feststellte. Weitere Anklagepunkte: Übertriebene Rechthaberei, Münchhausensyndrom, Hochverrat und Ketzerei sowie Verweigerung der Rathausschlüsselherausgabe an die Hexen. Das Urteil: „Verbrenna.“ Doch die Strafe wurde gnadenhalber umgewandelt in Schnapstrinken mit jeder Hexe einzeln, damit er lerne, dass die Deifisweiba „was gscheids dringa woin“ und nicht nur Sekt mit Saft.

Bilder: Hexen in Petershausen an die Macht!

Dann forderten die sieben den Rathausschlüssel ein. Das „Riesenkaliber“ gab der Beschuldigte auch heuer nicht so einfach heraus. Überhaupt zeigte sich Fath nicht nur erstaunlich trinkfest, wie Helga Zull bemerkte, sondern auch so gar nicht eingeschüchtert oder kleinlaut. Vielmehr schenkte er den Bädashauser Deifisweiba auch noch kräftig ein – wieder Sekt.

rds

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