Landesinnenminister: Terrorverdächtiger in der Uckermark gefasst

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Bauer Erich Oßwald aus Günding verwendet modernste Technik

Per Joystick auf den Acker

Der Fortschritt durch Technik macht vor nichts und niemandem halt – auch in der Landwirtschaft. Was vor 15 Jahren noch unvorstellbar war, ist heute gängige Praxis in den Großbetrieben. Auch bei Erich Oßwald aus Günding: Sein Traktor kann sogar selber wenden. Und seine Spritzdüsen denken mit.

Günding – Wie sieht ein Traktor von innen aus? Ähnlich wie ein Auto, denken wohl die meisten – nur das alles ein bisschen größer ist. Und vielleicht auch etwas dreckiger, schließlich ist es ein Arbeitsgerät. Und was ist mit der Technik? Von Hightech im Traktor wissen nur die etwas, die direkt damit zu tun haben. Denn vorbei sind die Zeiten, in denen nur geschalten und gelenkt wurde. Inzwischen sieht das Innere eines Traktors manchmal aus wie eine kleine Kommandozentrale. Etwa bei Erich Oßwald aus Günding.

Schaltet er den Schlepper ein, so fährt sich direkt ein eigenes System nach oben, vergleichbar mit dem Bordcomputer in neueren Autos. Dann geht es los: Ein altes Schaltsystem mit sechs oder mehreren Gängen hat der Bulldog von Erich Oßwald nicht. Er besitzt ein stufenloses Getriebe. Das bedeutet, dass der Traktor von null bis 50 Stundenkilometern ohne Schaltvorgang beschleunigt. „Das ist schon eine gute Sache“, sagt Erich Oßwald. „Oft gab es die Situationen, wo der vierte Gang zu viel Kraft, der fünfte Gang aber zu wenig hatte. Das passiert mit diesem System jetzt nicht mehr.“ Auch kann er die Motorbelastung in Prozenten regulieren. Bedient wird das alles über einen Joystick und einem Terminal.

Hier kann der Landwirt auch verschiedene Computerprogramme einstellen. Ganze Manöver sogar: Wie beispielsweise ein Wendemanöver auf dem Feld. Früher waren das viele verschiedene Handgriffe für den Fahrer – jetzt geht das Manöver sowohl vorwärts als auch rückwärts auf einen Knopfdruck.

Ein weiteres Highlight ist das Lenksystem des Schleppers. Gibt Oßwald ihm einmal eine bestimmte Route vor, so kann der Bulldog diese von alleine wieder abfahren. Gerade bei der Feldarbeit, wo man Linie für Linie abfährt, ist das eine große Erleichterung: „Es ist einfach ein entspanntes Arbeiten – ich kann derweil meine Aufmerksamkeit darauf richten, ob bei den angehängten Maschinen alles funktioniert. Früher war man viel damit beschäftigt, die Spur zu halten.“

Woher weiß aber der Traktor, wohin er fahren muss? Über ein Satellitensystem. Das Satellitensystem wird von zwei Sendemasten im Landkreis unterstützt und arbeitet so passgenau – und zwar bis auf wenige Zentimeter. „Wenn man nahe am Wald arbeitet oder unter großen Stromleitungen durchfährt, dann kann es schon einmal zu Komplikationen mit dem Empfang kommen, aber dann gibt das System sofort eine Warnung ab“, erklärt Oßwald.

Zudem hängt ein Tablet mit im Traktor, das an das Verwaltungssystem angeschlossen ist. Solch ein System hat jeder moderne Hof in der heutigen Zeit. „Das ist schon sehr hilfreich für die gesamte Arbeit. Ich lege am Computer in meinem Büro verschiedene Aufgaben an, die gemacht werden müssen, und meine Mitarbeiter haben direkten Zugriff über das Tablett“, erklärt der 46-jährige Landwirt, der den Hof gemeinsam mit seiner Frau Maria (44) seit 25 Jahren gemeinsam führt. Damals hatte er ihn von seinem Schwiegervater übernommen. Neben dem Ehepaar arbeiten auf dem Hof ein Mitarbeiter und ein Auszubildender. Alle zusammen bewirtschafte sie etwa 90 Felder mit einer Gesamtfläche von ungefähr 160 Hektar. Neben den Feldern hat die Familie Oßwald auch Milchkühe und eine Biogasanlage.

Jede Menge Arbeit also. Die organisiert werden muss: Durch das Verwaltungssystem sind Missverständnisse quasi ausgeschlossen. Auf einer Karte im Tablet ist die zu bewirtschaftende Fläche genau eingezeichnet. Auch die Menge an Betriebsmitteln wie Dünger oder Pflanzenschutzmittel ist über das System genau vorgegeben. „Früher hat man immer etwas Reserve mitgenommen, wenn man zum Spritzen auf das Feld gefahren ist. Heute wird das auf den Liter genau berechnet und abgefüllt“, erklärt Oßwald. Dabei helfen dem Landwirt auch noch andere technische Hilfsmittel: Er hat eine Pflanzenschutzspritze und ein Düngesystem, die beide mit Satelliten arbeiten. Und intelligent mitdenken: „Das System merkt sich, wo bereits gespritzt wurde – und schaltet dort die Düsen entweder ab oder lässt sie aktiv.“Erich Oßwald ist begeistert: „Früher ging es nach der Regel ,lieber doppelt als gar nicht’ – und da wurde dann logischerweise auch viel Mittel verschwendet.“

Manchmal ärgert ihn die Technik auch. Weil irgendetwas nicht funktioniert. Wie bei jedem Computer eben. Trotzdem. Erich Oßwald ist für dieses System „richtig dankbar“. Denn es erleichtert sowohl die Arbeit, und spart Kosten. Dabei ist die Sache nicht billig: Ein Traktor mit all solchen diesen Schikanen liegt in der Größenordnung von 150 000 Euro, das Lenksystem allein bei 15 000 Euro.

Doch der gelernte Agrarbetriebswirt kennt auch noch die Zeit vor den technischen Erneuerungen. „Man lernt da einfach Schritt für Schritt hinzu. Das ist wie überall anders auch.“ Er fügt aber grinsend hinzu: „Ein bestimmtes Interesse an der Technik sollte man schon haben.“

Und wie geht es weiter? Oßwald glaubt nicht, dass dies das Ende der Technik ist: „Gerade bei den Karten könnte ich mir schon Fortschritte vorstellen. Wenn die Bodenbeschaffenheit im System hinterlegt ist, kann man dort noch mehr einsparen.“ Eines aber kann er sich nicht vorstellen: Dass der Traktor irgendwann einmal alleine aufs Feld fährt. „Schließlich muss ja irgendjemand für alles verantwortlich sein.“

Matthias Kovacs

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