Die Vertreter der kirchlichen Gremien und der Gemeinde verabschiedeten Stefan Weigl, Maria Weigl und Hans Weigl (vorne v.l.) mit Geschenken. Auch Pfarrer Roger Nkou (Zweiter v.r.) wurde mit Geschenken verabschiedet.  Foto: ost
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Die Vertreter der kirchlichen Gremien und der Gemeinde verabschiedeten Stefan Weigl, Maria Weigl und Hans Weigl (vorne v.l.) mit Geschenken. Auch Pfarrer Roger Nkou (Zweiter v.r.) wurde mit Geschenken verabschiedet.

Pfarrei St. Stephan in Hilgertshausen verabschiedet Hans Weigl – Auch Pfarrer Nkou geht

36 Jahre mit ganzem Herzen Mesner

Zwei feierliche Verabschiedungen gab es jetzt in der Pfarrei St. Stephan in Hilgertshausen.

Hilgertshausen – Zum einen haben die Gläubigen in der Pfarrkirche Mesner Hans Weigl in den Ruhestand verabschiedet – nach 36 Jahren engagiertem Dienst. Zum anderen musste man sich auch von Pfarrer Roger Nkou trennen, der in den vergangenen fünf Monaten Pfarrer Paul Riesinger während dessen schwerer Krankheit vertrat. Nkou wechselt in die Stadtpfarrei Dillingen.

Dass der feierliche Sonntagsgottesdienst ein außerordentliches Fest war, bezeugten die sieben Ortsvereine, die mit ihren Fahnen in das Gotteshaus einzogen, und auch die Kirchenmusik mit Orgel, Bläsern und Streichern war nicht alltäglich.

„Heuer endet mein Mesnerdienst, und so ist es Zeit, danke zu sagen“, erklärte Hans Weigl. Für die gesamte Kirchengemeinde war er eine Institution. In 36 Jahren hat er unter dem Geistlichen Rat Alfred Suyter, Pfarrer Paul Riesinger, Prälat Alois Haas und dem nun verabschiedeten Pfarrer Roger Nkou mit viel Herzblut gedient. In seinen Abschiedsworten brachte Weigl zum Ausdruck, dass er in all den Jahren gerade mit den insgesamt rund 400 Ministranten ein stets gutes Einvernehmen gehabt habe. „Die Minis werden mir fehlen“, sagte Weigl mit tränenerstickter Stimme.

Er machte aber auch kein Hehl daraus, dass er in all den Jahren von seiner Gattin Maria und seinem Sohn Stefan gute Unterstützer fand. Seine Frau stand ihm in den verschiedensten Bereichen zur Seite, der Sohn war sein Vertreter. Bevor er die Kirchenschlüssel an das Mesner-Nachfolgeteam weitergab, wünschte er der Pfarrei mit dem neuen Pfarrer Michael Heinrich Gottes Segen.

Weigl hatte auch noch eine kleine Geschichte parat, die sich um den gelben Korb drehte, den er schon vor 36 Jahren von seinem Vorgänger Georg Hofner erhalten hatte. Notwendig sei dieser Korb besonders für die außerhalb der Pfarrkirche stattfindenden kirchlichen Anlässe. „Er wird vorab immer in der Sakristei mit allen notwendigen Utensilien gefüllt. Umso leerer sich der gelbe Korb bei der Abfahrt anfühlt, umso mehr könnte man in der Sakristei vergessen haben“, so Weigl über den Korb, der mit Arbeit und Dienstpflichten verbunden sei. Zum Einstieg legte Weigl dem neuen Mesner-Team, das erst zu einem späteren Zeitpunkt eingeführt wird, schon mal ein paar Leckereien hinein. Er erklärte, dass dieser Korb viel Positives von kirchlichen Festen, Taufen und Hochzeiten aber auch von traurigem Abschiednehmen erzählen könnte.

„Eine Kirche ohne Weigl ist für mich noch gar nicht vorstellbar“, sagte die pastorale Mitarbeiterin Eva-Maria Fottner, die dem scheidenden Mesner zum Abschied ein Buch überreichte, das zu Ausflügen in Gegenden mit Kirchen und Klöstern einlädt.

„Ich ziehe den Hut vor Dir“, betonte Kirchenpfleger Winfried Riedel, der sich mit einem Geldgeschenk von Weigl, dessen Gattin und Sohn Stefan verabschiedete. Zum Abschied gab es auch eine schöne Mesnerkerze, eine Urkunde der Diözese und die silberne Mesner-Nadel.

Ein Ruhebankerl für den Ruhestand

Der Pfarrgemeinderat will Weigl eine Ruhebank schenken. Die Vorsitzende Anita Huber erinnerte daran, dass auch das Aufsperren der Kirche, das Läuten der Glocken und die Ministrantenausbildung Teil der Mesnerarbeit von Weigl waren. Für die Anschaffung des Ruhebankerls haben sich der Pfarrgemeinderat, die Kirchenverwaltung, der Frauenbund, der Kirchenchor und der Liturgiekreis zusammengetan.

Mit Geschenken warteten auch die aktiven und die ehemaligen Ministranten auf. Und auch Bürgermeister Markus Hertlein sagte „danke“ namens der politischen Gemeinde.

Hertlein und weitere Redner zeigten auf, dass ihnen auch Pfarrer Roger Nkou schon nach nur fünf Monaten ans Herz gewachsen ist. An ihm schätzte man vor allem den Humor, die Offenheit und die Freude und Begeisterung, mit der er Gottesdienste feierte.

Weil der Geistliche gutes Essen schätzt, gab man ihm nicht nur eine kleine Wegzehrung mit, sondern lud ihn auch noch zu einem Abendessen ein.

„Du bist ein Mensch, der den Glauben aktiv lebt“, sagte Anita Huber. Eva-Maria Fottner ergänzte, dass Nkou nicht nur frischen Wind, sondern schon fast einen kleinen Orkan in die Kirche gebracht habe.

Mit den Worten „Ich hoffe, dass Sie den schwarzen Italiener gut in Erinnerung behalten“, verabschiedete sich der farbige Seelsorger. Er versicherte, sich in Hilgertshausen sehr wohl gefühlt zu haben. Nkou lud alle Gläubigen zu einer Wallfahrt nach Dillingen ein.

ost

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