Baugebiet in Tandern

Streit zwischen Gemeinde und Landratsamt

Die Gemeinde Hilgertshausen-Tandern möchte in Tandern ein Neubaugebiet ausweisen. Doch das Landratsamt Dachau stellt sich quer. Dies wiederum kritisiert die Gemeinde.

Hilgertshausen-Tandern – In der Gemeinde Hilgertshausen-Tandern wurden in den vergangenen Jahren kräftig Neubaugebiete ausgewiesen, was aber dem Landratsamt Dachau überhaupt nicht gefällt. Auch im neuesten Fall, dem Bebauungsplan „Nördlich des Eulenweges“ in Tandern, wo 16 Einfamilienhäuser und zwei Doppelhäuser geplant sind, stellt sich die Behörde quer. In seiner Stellungnahme weist das Landratsamt darauf hin, dass die Gemeinde schon seit Jahrzehnten nicht in der Lage sei, vorhandene Wohnbauflächen zu entwickeln „sondern diese vor sich herschiebt“. Weiter schreibt das Landratsamt: „Mit den vorhandenen Flächen kann es nicht gelingen, einen Neubedarf an Wohnbauflächen hinreichend zu begründen, worauf wir die Gemeinde seit Jahren immer wieder hinweisen, bis dato leider ohne Gehör zu finden. Hier muss sich die Gemeinde nun endlich einmal entscheiden, was sie will, beides wird nicht möglich sein.“

Tatsächlich wurden bereits größere Baugebiete in Hilgertshausen geschaffen: am Kreuzfeld und westlich der Münchner Straße. Nun ist es der Wunsch des Gemeinderats, auch im Ortsteil Tandern neue Baumöglichkeiten zu schaffen. Hier wirft das Landratsamt aber dem Gemeinderat vor, die vielen Baulücken im Ort unberücksichtigt zu lassen.

Während der Vorstellung der Planung für das Gebiet nördlich des Eulenwegs durch den Aichacher Architekten Hans Brugger, erklärte Bürgermeister Markus Hertlein, dass auch in Tandern durchaus Bedarf an verfügbaren Wohnbauflächen besteht. Auf dem Grund der über 70 Baulücken die es in der Gemeinde gibt, könne der Gemeinderat leider keine wohnbauliche Nutzung planen, weil diese sich alle im Privatbesitz befinden. Von dem Vorschlag des Landratsamtes, nochmals zu überprüfen, ob die 18 Baukörper nördlich des Eulenwegs notwendig sind, verspricht man sich im Gemeindeparlament nicht viel, denn seitens der noch freien Bauplätze im Bereich Tandern Nord-Ost bestehe seitens der Eigentümer keine Bereitschaft, diese Baugrundstücke dem Grundstücksmarkt zuzuführen und damit der vorhandenen Nachfrage nach Wohnbauland ein adäquates Angebot an Bauflächen gegenüberzustellen. So verhält es sich mit allen 20 Baulücken in Tandern.

Der geschäftsleitende Beamte, Hans Schweiger, erinnerte daran, dass der Wunsch nach Bauland nördlich des Eulenwegs ja schon seit März 2016 besteht. Wegen der Änderung des Baugesetzbuches im Jahre 2017 bestehe nun befristet die Möglichkeit, den Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren fortzusetzen, ohne dass der Flächennutzungsplan geändert werden muss.

Dem Vorschlag der Regierung von Oberbayern nach einer dichteren Bauweise will der Gemeinderat nur bedingt folgen, denn eine dichtere Bauweise habe meistens eine höhere Versiegelung zur Folge. Mit der in Tandern vorherrschenden ländlichen Prägung und der im Planungsgebiet stark bewegten Topographie, sieht die Gemeinde die gewählte Nutzungsform im Hinblick auf die örtlichen Gegebenheiten und die Ortsgestaltung als die günstigte Lösung an. Dies schließtb nicht aus, dass einige Grundstücke in der Größe von 400 bis 500 Quadratmeter etwas dichter bebaut werden. Allein vom Gelände her sei es nach den Worten das Planers schwierig, hier Mehrfamilienhäuser zu bauen.

Weiter bestätigte der Planer, dass es keine klassischen Gehwege, aber Mehrzweckstreifen und ausreichend viel Parkplätze geben soll. Ziel des Planers ist es dennoch, möglichst wenig Platz für die Verkehrsflächen zu verbrauchen. Um das Verfahren für das überplante Gebiet schnell auf den Weg bringen zu können, versicherten Gemeinderat, Verwaltung und Planer gemeinsam „Gas“ zu geben.

Die untere Naturschutzbehörde fordert den Erhalt und die Einbindung des vorhandenen Baumbestands in dem geplanten Baugebiet, mit der Folge, dass die Bauflächen kleiner würden. Die Gemeinde hingegen pocht auf eine Regelung im Baugesetzbuch, die es der Gemeinde erlaubt, keine Ausgleichsflächen ausweisen zu müssen.

Noch vor der Sommerpause soll der fertige Bebauungsplan vorliegen. Josef Ostermair

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