+
Beide wollen ihre Gemeinde voranbringen und werben mit Plakaten: Die Bürgermeisterkandidaten Dr. Markus Hertlein und Norbert Schneider.  

Das Bürgermeisterduell in Hilgertshausen Tandern

Hertlein gegen Schneider

Am Sonntag, 19. März, wählt Hilgertshausen-Tandern einen neuen Bürgermeister. Wir haben Dr. Markus Hertlein und Norbert Schneider die selben Fragen gestellt, um einen fairen Vergleich der beiden Kandidaten zu ermöglichen.

Hilgertshausen-Tandern  Die beiden Bürgermeisterkandidaten für Hilgertshausen-Tandern stellen sich in alphabetischer Reichenfolge vor. Dr. Markus Hertlein, 45, Partner in einem Büro für Projektmanagement und Beratung, und Norbert Schneider, 40, Schreinermeister, erklären, was die größte Herausforderung in der Gemeinde ist, worauf sie sich am meisten freuen und warum sie der bessere Mann für das Amt sind.

-Verraten Sie uns in drei Sätzen etwas über Ihre Person, was unsere Leser noch nicht wissen:

Markus Hertlein (45): Ich bin ein sehr interessierter Mensch, der neue herausfordernde Aufgaben nicht als Problem, sondern als Chance sieht. Dabei ist es mir besonders wichtig, dass Lösungen von mir solide entwickelt und, was mindestens genauso wichtig ist, zum Abschluss gebracht werden. Aus dem privaten Umfeld ist vielleicht noch eher unbekannt, dass ich ein leidenschaftlicher Hobbykoch bin und z.B. mit Freunden regelmäßig unsere Küche als „Kochstudio“ zum Ausprobieren neuer Rezepte und Ideen dient – natürlich verbunden mit einem spaßigen Abend.

Norbert Schneider (40): Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, denn ich lebe seit 40 Jahren in der Gemeinde. Von daher kennen mich sehr viele Bürgerinnen und Bürger – teilweise sogar von Kindesbeinen an. Ich bin mit vier Geschwistern auf dem elterlichen Hof aufgewachsen und bin neben Christian der Jüngere von den Zwillingsbrüdern. Neben meiner Begeisterung für unsere Gemeinde und dem gemeinsamen Leben mit meiner Familie hier ist meine große Leidenschaft mein roter Porsche-Bulldog aus dem Jahr 1957.

-Was ist die größte Herausforderung in Ihrer Gemeinde – und wie wollen Sie diese als Bürgermeister angehen?

Markus Hertlein: Ein wichtiges Ziel ist, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gemeindeteile weiter zu stärken. Intensive Diskussionen im Gemeinderat ja – aber als zielorientierter Dialog! Dies wäre meine Wunschvorstellung einer erfolgreichen Gemeindearbeit für die Bürger. So schaffen wir es, die Gemeinde voranzubringen. Die Vielzahl an Sachthemen gilt es zu ordnen und zu entscheiden, in welcher Reihenfolge vorgegangen wird. Als große Herausforderung sehe ich den richtigen Umgang mit der demografischen Entwicklung in der Zuzugsregion Dachau. All diese Themen will ich kompetent, fair und engagiert angehen.

Norbert Schneider: Neben den Aufgaben des Kindergarten-Neubaus, eines soliden Schulkonzeptes und der Kinderbetreuung gilt es vor allem, den Anforderungen unserer Zeit gerecht zu werden. Der demographische Wandel mit seinen sich verändernden Gesellschaftsformen und immer größere Anstrengungen bei der Konsolidierung unseres Haushalts seien hier beispielhaft erwähnt. Mit der Vielzahl an Herausforderungen können wir nur gemeinsam fertig werden. Dabei darf es keine Rolle spielen, aus welchem politischen Lager der beste Lösungsvorschlag kommt. Bürgernähe und Transparenz sind Bestandteil einer vernünftigen und nachhaltigen Kommunalpolitik und der richtige Ansatz, um den Herausforderungen gerecht zu werden.

-Auf welche Themen freuen Sie sich persönlich am meisten?

Markus Hertlein: Am meisten freue ich mich auf eine abwechslungsreiche und interessante Aufgabe nah am Menschen. Das direkte Bürgergespräch, die Lösung konkreter Themen, die den Leuten am Herzen liegen, sind in meinen Augen wichtige Aufgaben eines Bürgermeisters. Daneben freue ich mich auf die Diskussion und Arbeit mit dem Gemeinderat und die Zusammenarbeit mit der Verwaltung.

Norbert Schneider:Die Sicherung und Flexibilisierung der Kinderbetreuung, Stärkung junger Familien durch bezahlbaren Wohnraum aber auch die Schaffung von lebenswerten und attraktiven Möglichkeiten für unsere ältere Generation. Altersgerechtes Wohnen, sozialer Wohnungsbau, Infrastrukturentwicklung sind weitere sehr wichtige Themen, die mir am Herzen liegen. Dabei ist es mir wichtig, nachhaltig und mit Augenmaß die notwendigen Vorhaben zu realisieren. Der Erhalt unseres ländlichen, dörflichen Charakters im Einklang mit Natur und Umwelt spielt für mich dabei eine wichtige Rolle.

-Warum glauben Sie, sind Sie eine bessere Wahl als Ihr Gegenkandidat?

Markus Hertlein: Die Entscheidung, wer die bessere Wahl für die Gemeinde ist, obliegt am 19. März dem Wähler. Ich mache den Bürgerinnen und Bürgern das Angebot, als „Einer für Euch“ neben meiner persönlichen Eignung meine umfassende Kenntnis und langjährige Berufspraxis in vielen Kernthemen eines Bürgermeisters zum Wohle der Gemeinde einzusetzen. Tatsache ist, dass viele Abläufe und Themen immer komplexer und damit risikoreicher werden. Meine Kenntnisse im Vergabe- und Vertragsrecht, helfen dabei, Mehrkosten zu vermeiden, Kenntnisse im Förderrecht einschließlich der relevanten Ansprechpartner in Ministerien und Behörden helfen, Fördergelder für Projekte zu gewinnen. Kenntnisse im Projektmanagement helfen, Projekte abzuwickeln und bei Problemen rechtzeitig korrigierend eingreifen zu können.

Norbert Schneider: Mir liegt unsere Gemeinde sehr am Herzen. Ich möchte mich den aktuellen Aufgaben und zukünftigen Herausforderungen stellen und die Gemeinde aktiv gestalten und weiterentwickeln. Als Bürgermeister ist es mir wichtig, auch in der Lage zu sein, der Führungsaufgabe und den Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger gerecht zu werden. Durch meine berufliche Tätigkeit sowie durch meinen ehrenamtlichen Einsatz habe ich früh gelernt und stets bewiesen, diese Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen unter Berücksichtigung aller Beteiligten zu treffen und diese umzusetzen. Man braucht aber nicht nur das nötige Handwerkszeug, das ich mitbringe, sondern auch die soziale und emotionale Bindung an die Gemeinde. Meine Familie und ich sind in der Gemeinde aufgewachsen, tief verwurzelt und gesellschaftlich integriert. Alles zusammen, wie ich finde, ein gutes Paket an Erfahrung und Eigenschaften, um Bürgermeister zu werden.

-Stellen Sie sich vor, Sie haben Besuch aus dem Ausland. Was in Ihrer Gemeinde zeigen Sie ihm als erstes?

Markus Hertlein:In unserer ländlichen Gemeinde bietet sich eine Radtour an. Dabei erlebt der Gast unsere liebens- und lebenswerte Gemeinde direkt und hautnah. Durch die vielen Hügel ist die Tour vielleicht etwas anstrengend, aber es lohnt sich. Im Anschluss würde ich ihn entscheiden lassen, ob er eine Stärkung im Biergarten oder eine Erfrischung in der Ilm bevorzugt. Ein Bad in der Ilm hat der nach Kanada ausgewanderte Verwandte meiner Frau bei seinen Heimatbesuchen auch immer gemacht.

Norbert Schneider: In erster Linie würde ich ihm die Menschen vorstellen und das lebendige Miteinander in unserer Gemeinde – am Liebsten bei einem unserer tollen Feste oder einer Veranstaltung. Die Vereine mit ihrem Engagement und Einsatz machen unser Hilgertshausen-Tandern zu dem, was es ist. Ich würde ihm auch die schönen Ecken zeigen, die einem so vielleicht nicht sofort auffallen. Und den wunderbaren Blick über unseren Ort. Und natürlich würde ich auch nach Tandern mit ihm fahren. Denn das ist schon etwas Besonderes, dass unsere Gemeinde aus zwei tollen Dörfern besteht. Ich würde ihm aber auch unsere neue Siedlung zeigen, denn bei uns gelingt der Spagat zwischen dörflichem Charakter und Weiterentwicklung sehr gut. Eingebettet im oberen Ilmtal lässt es sich hier für alle Generationen gut und gerne leben. Die Lage innerhalb der Metropolregion München und die Nähe zur Landeshauptstadt und den größeren Kommunen wie Dachau, Aichach, Pfaffenhofen und Schrobenhausen sorgen unter anderem auch für die Attraktivität unserer Gemeinde. Und zum Abschluss würde ich natürlich mit meinem Besuch ein Bier trinken – dann versteht er Hilgertshausen-Tandern! Weils halt einfach schee is bei uns!

Das Interview führte:

Josef Ostermair

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Paul aus Dachau
Paul heißt das zweite Kind von Nadine und Alexander Faßbender aus Dachau. Er wog bei seiner Geburt im Dachauer Helios Amperklinikum 4270 Gramm und war 54 Zentimeter …
Paul aus Dachau
Bundestagswahl in der Region Dachau –  Michael Schrodi zieht in Bundestag ein
Wie haben unsere Wähler abgestimmt? Was sagen die Kandidaten und Parteien? Alle Infos, Ergebnisse und Stimmen gibt‘s hier im Live-Ticker. Zudem lesen Sie hier alles zur …
Bundestagswahl in der Region Dachau –  Michael Schrodi zieht in Bundestag ein
Ein Verein steht vor einer Mammutaufgabe
Helmut Umkehrer ist als Vorsitzender des TSV Bergkirchen bestätigt worden. Auf den wiedergewählten Vereinschef und seine Mannschaft kommt eine Mammutaufgabe zu.
Ein Verein steht vor einer Mammutaufgabe
Christian Blatt ist jetzt Gemeindechef
Im zweiten Anlauf hat er es geschafft: Christian Blatt ist neuer Bürgermeister der Gemeinde Erdweg. Der CSU-Mann hatte zwei Gegenkandidaten, galt jedoch als klarer …
Christian Blatt ist jetzt Gemeindechef

Kommentare