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Sie strahlten um die Wette: Markus Hertlein war mit seiner Ehefrau Gabi und den Töchtern Julia (links) und Maria ins Rathaus gekommen. Über den grandiosen Wahlsieg freute sich die ganze Familie natürlich riesig.

Bürgermeisterwahl in Hilgertshausen-Tandern

Große Mehrheit für Markus Hertlein

Der neue Bürgermeister von Hilgertshausen-Tandern heißt Dr. Markus Hertlein. Er setzte sich mit 64,43 Prozent bei der Wahl gestern gegen Norbert Schneider durch. Hertleins Gefühle schwankten zwischen Freude und Erleichterung, Schneider hingegen war schwer enttäuscht.

Hilgertshausen-Tandern – Mit großer Mehrheit haben die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Hilgertshausen-Tandern am gestrigen Sonntag Dr. Markus Hertlein zu ihrem neuen Bürgermeister gewählt. Hertlein ist der Nachfolger für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Bürgermeister Hans Kornprobst. Hertlein, der Kandidat der Wählergemeinschaft-Hilgertshausen war, konnte 64,43 Prozent der Stimmen auf sich verbuchen. Sein einziger Gegenkandidat, Norbert Schneider, der auf eigenen Entschluss hin die Liste der Bürgerunion gründete, kam nur auf 35,57 Prozent der Stimmen, was ihn natürlich schwer enttäuschte. 

Die Wahlbeteiligung war mit über 69 Prozent relativ hoch. Hertlein siegte in drei von vier Wahlbezirken. Das beste Ergebnis, nämlich 77,73 Prozent der Stimmen, fuhr er in seinem Heimatort Gumpersdorf ein. Zu diesem Wahlbezirk gehört auch die ehemalige Wochenendsiedlung, der Bereich um die Hilgertshauser Schule und der Gemeindeteil Stadelham. Im Wahlbezirk Hilgertshausen-Süd schaffte Hertlein mit 74,02 Prozent sein zweitbestes Ergebnis. Auch bei der Briefwahl schnitt der Bau- und Wirtschaftsingenieur mit 67,32 Prozent der Stimmen überaus gut ab. Die einzige positive Überraschung für Schneider gab es in Tandern. Hier hat er mit 57,71 Prozent der Stimmen die Wahl gewonnen, nur 42,29 Prozent der Wähler aus Tandern entschieden sich für Hertlein. 

Der 45-jährige Wahlgewinner freute sich natürlich riesig über seinen Sieg. Nachdem Wahlleiter Adi Doldi das Gesamtergebnis verkündet hatte, sagte Hertlein: „Ich kann’s noch gar nicht glauben, meine Gefühlslage liegt so zwischen Freude und Erleichterung.“ Hertlein ist zusammen mit Ehefrau Gabi und den beiden Töchtern Maria und Julia ins Rathaus gekommen, die natürlich noch vor Schneider die ersten Gratulanten waren. 

Hertlein und Schneider haben am Abend zuvor noch das Starkbierfest der Hilgertshauser Sportler besucht, wenngleich bei beiden die Aufregung schon groß war. „Man zählt die Stunden“, so beschrieb Hertlein den diesjährigen Josefstag, den er wohl nie vergessen wird. Ein besonderes Anliegen war ihm, neben seiner Ehefrau auch seine Eltern sofort von seinem Wahlerfolg zu informieren. 

Der unterlegene Norbert Schneider (linkes Foto, rechts) gratulierte Dr. Markus Hertlein nach der Wahl zum Sieg.

Doldi hatte schon kurz vor Abschluss der Stimmenauszählung die Sektkorken krachen lassen, doch Schneider war natürlich nicht zum Feiern zumute. Er räumte ein, enttäuscht zu sein. „Wichtig ist mir aber, dass es eine faire Wahl war und die Wähler nicht nur einen Kandidaten vorgesetzt bekamen“, so Schneiders Feststellung unmittelbar nach der Stimmauszählung. In Tandern habe er in den letzten Wochen schon das Gefühl gehabt, dass es tendenziell für ihn gut ausgeht, „aber man sieht ja, dass Tandern nicht die Wahl entschieden hat“. Auf die Frage, wie es bei ihm nun weitergeht antwortete Schneider: „Jetzt habe ich wieder mehr Zeit für meinen Schreinereibetrieb, die Auftragsbücher sind voll.“ 

Landrat Stefan Löwl gratulierte Hertlein zum neuen Bürgermeister und munterte Schneider, der ja CSU-Mitglied ist, dazu auf, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Ob Schneider in drei Jahren für den Gemeinderat kandidiert, lässt er momentan noch offen. 

Hertlein wird nach dem Beschluss des Gemeinderats ja ab 1. Mai ein hauptamtlicher Bürgermeister – und er hätte die Möglichkeit, die sechsjährige Amtszeit in Anspruch zu nehmen, oder sich schon in drei Jahren, wenn der Gemeinderat gewählt wird, erneut wählen zu lassen. Wie er sich in dieser Frage verhält, darüber hat er im Moment noch keine Antwort. „Das hängt ganz davon ab, wie ich mit dem Gemeinderat zurecht komme.“ Er jedenfalls setzt auf Teamarbeit. Der künftige Gemeindechef, der seine Tätigkeit als Partner in einem Büro für Projektmanagement mit Übernahme des Bürgermeisterstuhls abgeben will, sieht es als seine vordringlichste Aufgabe, sich einen Überblick über laufende Projekte in der Gemeinde zu verschaffen. Die Kinderbetreuung und das Schulkonzept liegen Hertlein besonders am Herzen.

Josef Ostermair

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