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Die Emma von der Ilmbruck lief beim Starkbierfest des TSV Hilgertshausen wieder zur Hochform auf.

Starkbierfest des TSV Hilgertshausen

Wenn die Emma sich aufregen muss

Martin Güll bekam in Abwesenheit etwas auf die Ohren. Und Eltern, die ihrer Kinder jeden Tag mit dem Auto zum Kindergarten fahren. Und streitende Gemeinderäte. Emma von Ilmbruck war wieder da. 

Hilgertshausen – „Emma von der Ilmbruck“ (Gertrud Murner), die als schimpfende Pennerin bisher ein Markenzeichen für Starkbierfeste war, hat sich von ihren prall gefüllten Plastiktüten verabschiedet und sich beim gut besuchten Starkbierfest des TSV Hilgertshausen dank dem Gumpersdorfer Straßenflohmarkt im neuen Outfit zeigen können. Wie sie versicherte, ist sie beim Straßenflohmarkt zu einer Ledertasche, einem neuen Hut und sogar zu neuer Unterwäsche gekommen.

Neu war auch ihr Starkbierkrug mit zwei Griffen, der gleich zu Beginn ihres Auftritts mit einem kräftigen Prosit, musikalisch dargeboten von der Bembegga Musi, getestet wurde. Emma machte kein Hehl daraus, dass das Starkbierfest einer der wenigen Termine ist, an denen sie sich den Frust von der Seele reden kann.

Das Derblecken reichte von der Politik bis hin zu unserer „Problem-Gesellschaft“. Da war sie schon bei den Vegetariern. So fragte sie die Zuhörer, was der Unterschied zwischen Magen und Hirn sei. Emmas Antwort: Der Magen meldet sich, wenn er leer ist. Emma fragte auch nach dem Unterschied zwischen TSV-Chef Hans Pröbstl und dem in Hilgertshausen wohnenden SPD-Landtagsabgeordneten Martin Güll und liefert die Antwort gleich mit: „Pröbstl braucht keine Rosen beim Bäcker verteilen, damit er gewählt wird“.

Güll sieht die Emma in der Zeitung nur mit Frauengruppen im Maximilianeum, so dass bei ihr die Vermutung aufkommt, dass Güll mehr als Reiseführer statt als Abgeordneter tätig ist. Emmas Aufruf zu einem weiteren Prosit, „weil Güll nicht da ist“, wurde mit viel Beifall bedacht.

Auch den Verein „Zukunft Tandern“ nahm Emma unter Beschuss. Dieser habe sich das Fassen der Ilm ganz schön viel kosten lassen. Mit so viel Geld hätte man ihrer Meinung nach schon das halbe Vollmair-Haus renovieren können. Mit ihrem Liegestuhl will sie sich jetzt an schönen Tagen von Gemeindearbeitern zur Ilmquelle fahren lassen, von Bürgermeister Markus Hertlein habe sie diese Zusage schon. „Von den tausend gepflanzten Blumenzwiebeln an der Ilmquelle is aber no nix aufganga“, bemerkte die Humoristin.

Auch die Streitereien im Gemeinderat sind ihr nicht entgangen. „Schad is, dass einzelne Leut den Ortsnamen Tandern verschandeln, da reißen auch die Schlosskonzerte nix mehr raus“.

Bei den Eglersrieder Schützen dagegen sei die Welt noch in Ordnung, auch wenn es beim Oldtimerfest nach Diesel stinkt. Die Eglersrieder seien schlauer als die Hilgertshauser, die hätten sich Politgrößen aus der CSU wie Seehofer, Söder und Aigner als Verbündete zu ihrem Fest geholt, „und aus jedem, der schon mal in der Pucher Sandgruabn gredt hot, is wos wordn“.

Aufregen muss sich die Emma, weil sich zur Renovierung der Michelskirchner Kirche der Denkmalschutz so wichtig mache. Ihre Empfehlung: Lieber einen Schwarzbau riskieren, wie das bei der Bründlkapelle gut funktioniert habe. Weil sie schon mal beim Bauen war, durfte natürlich auch der Hilgertshauser Kindergarten nicht fehlen. Dieses Bauwerk habe auch 40 Jahre gehalten, obwohl es nur ein Provisorium sein sollte, „und eigrengt wia in Tandern hots a no net“. Wiederum dem Abgeordneten Güll legte sie an Herz, dass im Hinblick auf den Feuerwehrhausbau in Tandern nicht Steuergelder „verblitzt“, oder wie es die katholische Kirche mache, im Ausland verzockt werden.

Kritik mussten auch rücksichtslose Eltern hinnehmen, die jeden Tag ihre Kinder mit dem eigenen Auto zum Hilgertshauser Kindergarten bringen und parken, wo es ihnen gerade passt. Wenn diese Entwicklung so anhält, müsse sich Bürgermeister Hertlein für den neuen Kindergarten eine Umgehungsstraße überlegen. Mit der digitalen Welt ist die Emma noch auf Kriegsfuß, weil sie sicher ist, dass ein i-Pad zwar eine gute Wischfunktion hat, auf dem WC aber Papier nicht ersetzen kann.

Auch die große Politik bekam ihr Fett ab. Zur Groko stellte sie fest: „Was macht man net alles, bis ma die Macht hot, wenn ma dann die Macht hot, macht’s nix, wenn ma nix macht“.

Donnernden Applaus gab es schließlich bei der Frage nach dem Unterschied zwischen Hilgertshausen und Tandern. Emmas Antwort: „De Tanderner haben nette Nachbarn“.

ost

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