Gemeinderat vertröstet Feuerwehr

Tanderner Wehr muss sich gedulden

Ein neues Mehrzweckfahrzeug hat die Tanderner Feuerwehr beantragt. Während das neue Gerätehaus gebaut wird, sollte die Anschaffung auf den Weg gebracht werden. Dem Gemeinderat geht das zu schnell.

Hilgertshausen – Für die beiden Feuerwehren in Hilgertshausen und Tandern gibt die Gemeinde Hilgertshausen-Tandern viel Geld aus. Allein heuer benötigen die beiden Wehren Ausrüstungsgegenstände im Wert von fast 16 000 Euro. Tanderns Feuerwehrkommandant Stephan Feirer hat auch schon wegen der Anschaffung eines zweiten Fahrzeugs (MZF) samt dem notwendigen Funkzubehör bei Bürgermeister Dr. Markus Hertlein und dem Gemeinderat angeklopft.

Um zwei Fahrzeuge in Tandern unterzubringen, muss aber erst noch der sich im Rohbau befindliche Gerätehausbau fertiggestellt werden, der die Gemeinde immerhin rund 1,6 Millionen Euro kosten wird.

„Gerne würden wir die Wintermonate nutzen, um mit der Beschaffung des neuen Mehrzweckfahrzeugs zu beginnen“, schrieben Tanderns Feuerwehrkommandanten Stephan Feirer und Stefan Felber an die Gemeinde. Um detaillierte Angebote zu erhalten, müsse man bei den in Frage kommenden Firmen aber einen offiziellen Auftrag der Gemeinde vorlegen.

In ihrem Brief an den Gemeinderat geben Feirer und Felber auch zu bedenken, dass von der Planung über die Ausschreibung bis hin zur Auslieferung des neuen Fahrzeugs durchaus 12 bis 18 Monate vergehen können.

Aber auch der Hinweis der beiden Feuerwehr-Chefs, dass dieses Mehrzweckfahrzeug dringend benötigt werde, konnte weder den Bürgermeister noch einen einzigen Gemeinderat dazu bewegen, sich für eine Anschaffung im Eiltempo auszusprechen. So beschloss das Gremium einstimmig, dass man sich bezüglich des Fahrzeugs und des notwendigen Funkzubehörs zu einem späteren Zeitpunkt mit dieser Angelegenheit befassen werde.

Der Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen für die Wehr in Tandern im Wert von 2615 Euro stimmte man dagegen ohne Wenn und Aber zu. Hier handelt es sich um zehn Druckschläuche, fünf Paar Schaftstiefel, einen Übungsdummy und kleinere Geräte und Ersatzbeschaffungen.

Auch der Kommandant der Feuerwehr Hilgertshausen, Rudi Effner, hat dem Gemeinderat schriftlich aufgezeigt, was seine Wehr an Ersatzbeschaffung von Ausrüstungsgegenständen benötigt. Hier geht es um Schutzbekleidung, Druckschläuche, Strahlrohre, Werkzeuge und ein Unterbau-System Stab-Pack für verunfallte Fahrzeuge. Der Gesamtpreis der beantragten Gegenstände liegt bei 7175 Euro.

Außerdem sei noch in diesem Jahr die Grundüberholung von acht Atemschutzgeräten und die Erneuerung der Lungenautomaten fällig. Die Anpassungen würden von der zentralen Atemschutzwerkstätte des Landkreises durchgeführt. Es sei hierfür mit Kosten von rund 6000 Euro zu rechnen.

Der Gemeinderat will die erforderlichen Haushaltsmittel für all die Anschaffungen – ohne das Fahrzeug für Tandern allerdings – im aktuellen Haushalt für dieses Jahr einstellen. Vor der Beschaffung sind mehrere Kostenangebote einzuholen. Dem wirtschaftlichsten Angebot werde dann der Zuschlag erteilt. Der notwendigen Überholung der Atemschutzgeräte und Erneuerung der Lungenautomaten wurde ebenfalls zugestimmt.

Lang ist auch in Baierbrunn diskutiert worden, ob die Feuerwehr wirklich ein neues Löschgruppenfahrzeug braucht. Jetzt hat der Gemeinderat der Ausschreibung zugestimmt, mit einer Gegenstimme.

ost

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