Feuerwehrhaus Tandern wird teurer

Auf Sand gebaut

Tandern - 1,3 Millionen werden nicht reichen – das Tanderner Feuerwehrhaus wird ein gutes Stück teurer. Dass größer gebaut werden soll, ist nur ein Grund für Mehrkosten. Denn auf einmal wurden Probleme mit der Stabilität des Baugrunds festgestellt.

Die Gemeinderäte von Hilgertshausen-Tandern sind hinsichtlich des geplanten neuen Feuerwehrhauses für die Tanderner Wehr von unangenehmen Mehrkosten überrascht worden. Da geht es zunächst einmal um die Größe des bereits geplanten Hauses.

Der neue Kreisbrandrat Franz Bründler gab zu verstehen, dass beim Gerätehausbau hinsichtlich der Fahrzeuggassen für die nächsten 20 Jahre vorausgedacht werden sollte. Die Kreisbrandinspektion Dachau sehe für die Zukunft der Tanderner Wehr ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20 sowie ein Mehrzweckfahrzeug MZF vor. Diese Erhöhung der Einsatzmittel sei gerechtfertigt.

Wenn man dem Vorschlag des Kreisbrandrats folgt, der erst nach der Planeinreichung vorgelegt wurde, müsste das Innenmaß der neuen Fahrzeughalle von 10,15 Meter auf 12,50 Meter, verlängert werden. Auch der Stauraum vor der Halle müsste entsprechend größer werden. Die Platzverhältnisse würden gerade noch ausreichen.

Weil sich laut Architekt Richard Lugmair der Zeitplan für den Bau trotzdem einhalten lässt und es auch um hohen Zuschuss geht, wie Bründler erklärte, stimmte der Gemeinderat der vergrößerten Ausführung des Gerätehauses einstimmig zu.

Was die Ratsmitglieder aber echt schockierte, waren die Ausführungen von Architekt Josef Huber über die Baugrunduntersuchung. Das in Auftrag gegebene geotechnische Gutachten habe nämlich ergeben, dass die Gründungsebene auf dem Grundstück nahe der DAH 8 in den bindenden Böden von weicher Konsistenz ist beziehungsweise in locker gelagerten tertiären Sanden zum Liegen komme. Geeigneter Boden steht erst in einer Tiefe von 5,40 Meter bis 6,90 Meter unter Geländeoberkante an. Eine Stabilisierung mit CSV-Säulen oder Brunnenringen würde natürlich zu ganz erheblichen Mehrkosten führen. Huber bezifferte die Mehrkosten für die notwendigen Bohrungen mit 125 000 Euro. Macht einschließlich der Gerätehausvergrößerung insgesamt 175 000 Euro Mehrkosten. Ursprünglich sollte das Haus 1,3 Millionen Euro kosten.

Sowohl einige Ratsmitglieder, als auch Zuhörer stellten sich die Frage, warum man nicht vor Planungsbeginn die Baugrunduntersuchung vorgenommen hat. „Mir kommt das Ganze suspekt vor“, sagte Markus Hofner von der Wählergemeinschaft Hilgertshausen-Tandern (WGHT), der auch die Vergrößerung des geplanten Gerätehauses im Hinblick auf die in Hilgertshausen bestehende Stützpunktfeuerwehr infrage stellt. „Es kommen riesige Kosten auf uns zu, es wäre an die Zeit, die Kommandanten aus beiden Ortsteilen mal an einen Tisch zu bringen und sich die Frage zu stellen, ob zwei Fahrzeuge in jedem Gemeindeteil nicht zu viel sind“, unterstrich Hofner. Er sprach sich auch dafür aus, die Gefahren darzustellen, die vier Fahrzeuge rechtfertigen.

Was den angeblich sehr schlechten Untergrund auf 250 Kubikmeter umbauten Raum angeht, will sich der Gemeinderat noch nicht auf Maßnahmen festlegen. Weitere Untersuchungen einschließlich einer Altlastenüberprüfung sollen folgen.

Eine weitere Abstimmung erforderte die Festlegung der Beschaffung eines weiteren Fahrzeugs innerhalb angemessener Frist. Wie Kreisbrandrat Bründler ausführte, fördert die Regierung von Oberbayern die beiden vorgesehenen Fahrzeugstellplätze mit insgesamt also 110 000 Euro unter der Voraussetzung, dass die Gemeinde in angemessener Frist (spätestens innerhalb von fünf Jahren nach Indienststellung des neuen Gerätehauses) ein zweites Fahrzeug beschafft. Andernfalls würde nur ein Stellplatz gefördert. Weil dem Gemeinderat bekannt ist, dass sich die Feuerwehr in Tandern ein Mehrzweckfahrzeug anschaffen will, soll diese Mitteilung an die Regierung ergehen. Vor wenigen Tagen hat die Feuerwehr Tandern gegenüber der Gemeindeverwaltung ja den Wunsch geäußert, Feuerwehrhauseinweihung und Fahrzeugweihe sollten gemeinsam stattfinden. Ob das gelingt, wird sich zeigen.

(ost)

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