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Acht grausame Hexen und zwei Bürgermeister: Gruppenfoto mit Hinweisschild.

„Der manchmal von uns Hexen träumt“

Hilgertshauser Besenweiber besingen den Bürgermeister und lassen sich bespaßen

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Nicht bösartig, aber doch mit spitzer Zunge war gestern die Hilgertshausener Hexengilde im Ort unterwegs.

Hilgertshausen – Sie schauen zwar grimmig aus, zeigten sich aber im Hilgertshauser Rathaus eher zärtlich und schmeichelnd, ganz anders, als man böse Hexen erwartet. Am gestrigen Unsinnigen Donnerstag eroberten die acht Besenreiterinnen zwar ruckzuck das Hilgertshauser Rathaus, entwendeten Bürgermeister Markus Hertlein den Rathausschlüssel und schnitten allen herumstehenden Herren die Krawatten ab. Dann aber zeigten sich die Dorfhexen von ihrer charmanten Seite.

Mit dem gemeinsam gesungenen Lied von der „schwäbschen Eisebahn“ spielten sie zunächst auf des Bürgermeisters schwäbische Wurzeln an, bevor man im Refrain lautstark sang: „Der Hertlein, der ist Hexen-Freund, der manchmal von uns Hexen träumt. Denn heimlich sind wir ihm oft liaber, als so manche lästge Bürger.“

Sportlicher Bürgermeister: Markus Hertlein bestand den lustigen Wettkampf.

Sorgen machen sich die Hexen um den geschäftsleitenden Beamten im Rathaus, Hans Schweiger, der ja schon vom Ruhestand träumt und vor kurzem von einer Indienreise wieder zurückkam. Die Hexen sehen Schweiger nach wie vor als „ersten Geiger“ im Konzert der Rathaus-Mitarbeiter, den der Bürgermeister in einer immer größer werdenden Verwaltung angeblich nach und nach mit jungen, weiblichen Mitarbeiterinnen ersetzen will.

„Kämmerer und Aktenschreiber, eigstoit hot er nur Weiber“

„Kämmerer und Aktenschreiber, eigstoit hot er nur Weiber“, so die Kritik der Hexen an Hertleins Personalpolitik. Nach Meinung der Hexen ist es inzwischen so weit, dass man im Rathaus eine Quote für den Mann fordern müsse.

Mit Lob überhäuft haben die Hexen dagegen Bauhof-Chef Peter Brunner, der die Gmoa-Hexen, die heuer ja ihr 15-jähriges Bestehen feiern, mit einem kleinen Bulldog bei Musikbegleitung zu den 16 weiteren Stationen fuhr, denn vom Bäcker und Metzger bis hin zum Zahnarzt und Apotheker stattete man allen Geschäften und Banken einen Besuch ab.

Im Rathaussaal gab’s nach dem Hexentanz zu „Rock mi“ noch eine Riesengaudi. Gemeinderat Hans Pröbstl wollen die Hexen zum Kassier für Parkgebühren an der Freisinger Straße haben, und um alljährlich vom Drei-Tag-Fest heil heimzukommen, habe der Bürgermeister eingesehen, wie wichtig die neue Straßenbeleuchtung ist.

„Weils mau ausschaut in der Gemeindekasse, wär doch eine Katzensteuer auch noch Klasse“

Auch die Erhöhung der Hundesteuer war für die Hexen ein Thema. „Weils mau ausschaut in der Gemeindekasse, wär doch eine Katzensteuer auch noch Klasse“, lautete ein Vorschlag. Den Hexen ist auch aufgefallen, dass abends rotes Licht aus dem Tanderner Feuerwehrhaus schimmerte. So vermuten die Besenreiterinnen, dass aus dem Spritzenhaus ein Bordell geworden ist.

Fürs Tanderner Vollmair-Haus, das zur Sanierung ansteht, hofft man, dass noch Platz für ein Hexen-Besenkammerl bleibt. Weil in Tandern innerhalb kurzer Zeit ein Feuerwehrhaus und ein Jugendraum entstand und nun auch verstärkt Bauland ausgewiesen wird, wollen die Hilgertshauser Hexen nicht das fünfte Rad am Wagen sein und fordern vom Bürgermeister, den dringend notwendigen Kindergartenbau in Hilgertshausen nicht zu vergessen.

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Nach dem gemeinsamen Weißwurstessen forderten die Hexen das gesamte Rathauspersonal zu ulkigen Spielen auf, die Sportlichkeit erforderten. Ob Balance Pad, Seilhüpfen, Liegestützen, Hulahoop oder das Vorsingen von Hänschen Klein – es war eine Riesengaudi.

Die zum kleinen Hexen-Jubiläum an alle Besuchten verschenkten Hexenbilder sind mit seltsamen Erläuterungen versehen. So buchstabiert man in Hilgertshausen „Hexen“ so: H wie hübsch, e wie energisch, x wie g’sund, e wie extra ordinär und n wie nymphoman. Am Unsinnigen Donnerstag aber haben sie nach vielen guten Tröpfchen einige dieser Eigenschaften erfreulicherweise vermissen lassen.

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