Neben dem vor Kurzem eröffneten Autohaus (rechts) sollen weitere Gewerbegebäude entstehen. 
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Neben dem vor Kurzem eröffneten Autohaus (rechts) sollen weitere Gewerbegebäude entstehen. 

Gemeinderat

Boardinghouse momentan nicht vorstellbar

  • vonJosef Ostermair
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Eine Hilgertshauser Firma will ein Boardinghouse im Gewerbegebiet errichten. Doch der Gemeinderat lehnt ab - aufgrund mehrfacher Bedenken.

Hilgertshausen Im Umgriff des Bebauungsplanes für das Hilgertshauser Gewerbegebiet am Forstfeld sollen zwei größere Projekte entstehen. Während es gegen den Vorbescheidsantrag von CSU-Gemeinderat Georg Murner zur Niederlassung eines Erdbau-und Kanalbetriebes keine Einwände gab, konnte das vom größten Arbeitgeber in der Gemeinde, der Firmengruppe Fottner, geplante riesige Boardinghouse keine ausnahmslose Zustimmung im Gemeinderat finden.

Das lag in erster Linie an der Größe dieses dreigeschossig geplanten Hauses mit Pultdach, das laut Plan auf einer Seite an die Grundstücksgrenze zum bestehenden Kfz-Betrieb gesetzt werden soll. Der geplante Baukörper ist immerhin 45 Meter lang und 14 Meter breit. Christoph Hardt (Bürgerliste Tandern) gab zu bedenken, dass dieses Pultdach-Gebäude auf eine Seitenhöhe von über zehn Meter kommt. Für bedenklich erachtete auch Gemeinderätin Annabell Klink (Wählergruppe Hilgertshausen-Tandern) mögliche Lärmbelästigung durch an- und abfahrende Autos für die Nachbargrundstücke. Andere Gemeinderäte schließen nicht aus, dass es umgekehrt sein könnte, also sich die Bewohner des Boardinghouses, mögliche Schichtarbeiter, von Lärm im Gewerbegebiet gestört fühlen könnten.

Rudi Effner (WGHT) glaubt dagegen, dass sich die Lärmbelastung durch das Boardinghouse in Grenzen hält, weil die Arbeiter ihren in der Nähe befindlichen Arbeitsplatz ja ohne Fahrzeug erreichen können. Bürgermeister Markus Hertlein geht davon aus, dass das Landratsamt ohnehin ein Lärmschutzgutachten fordern wird.

Da es dem Gemeinderat aktuell einfach an Infos über den Betrieb eines Boardinghouses fehlt, man normalerweise keine Grenzbebauung zulässt und und auch sonst noch wichtige Detailinformationen fehlen, schlug Peter Schadl (CSU) vor, im Vorbescheid der Bebauung mit einem solchen Haus nicht zuzustimmen.

Einig war sich der Gemeinderat aber, dass die vorgesehene private Erschließungsstraße für drei Grundstücke mit einer Länge von 90 Metern und einer Breite von fünf Metern durchaus genehmigungsfähig sei. Das Murner-Grundstück ist für die Bebauung mit einem Erdbau-und Kanalbetrieb vorgesehen. Der geplante Baukörper ist 30 Meter lang und 12 Meter breit. Die Außenflächen sollen als Lager, Schüttmulden und Stellplätze dienen. Laut Bürgermeister hat der Kreisbaumeister schon vor längerer Zeit grünes Licht für die Bebauung der beantragten Flächen signalisiert. Es handle sich hier mehr oder weniger um einen Lückenschluss im Innenbereich nach Baugesetzbuch. Die vorgesehene Erschließung über die Privatstraße sei bauordnungsrechtlich zulässig.

Stellplätze müssen entsprechend der gemeindlichen Stellplatzsatzung errichtet werden. Die Kanalisation habe im Trennsystem zu erfolgen. Die Beseitigung des Niederschlagswassers muss auf den jeweiligen Grundstücken geschehen. Dem Besitzer des erst kürzlich fertiggestellten Kfz-Betriebes muss ein Geh-und Fahrtrecht auf der privaten Erschließungsstraße eingeräumt werden. Letztlich war es nur das Boardinghouse, dem das Gremium nach momentanem Kenntnisstand nicht zustimmen wollte. JOSEF OSTERMAIR

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