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Umbau dringend nötig: Der alte Holzanbau des Rathauses soll abgerissen und durch einen größeren Erweiterungsbau ersetzt werden, sofern der Bauwunsch noch finanzierbar ist. 

Schwer zu stemmen

Viele Investitionen für die Gemeinde Hilgertshausen-Tandern

Auf die Gemeinde Hilgertshausen-Tandern kommen viele Investitionen zu. Jetzt steht auch die Erweiterung des Rathauses an. Die Gemeinderäte raufen sich die Haare.

Hilgertshausen – Wie soll die kleine Gemeinde Hilgertshausen-Tandern das alles stemmen? Nach dem vor wenigen Tagen eingeweihten Feuerwehrhaus in Tandern warten noch große und kostspielige Investitionen wie der Kita-Bau in Hilgertshausen, die Kindergarten-Erweiterung in Tandern, die dringend notwendige Verbesserung der Abwassersituation in Hilgertshausen und Tandern, und nun auch noch die Erweiterung des Rathauses in Hilgertshausen auf den Baubeginn.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung haben Bürgermeister Markus Hertlein und der beauftragte Planer, der Hilgertshauser Architekt Rolf Lorenz, das geplante Bauvorhaben vorgestellt. „Die Platzverhältnisse für die Verwaltung im Rathaus sind seit längerem sehr beengt“, mit diesen Worten begründete der Gemeindechef das Projekt. Hertlein unterstrich, dass sich durch die Schaffung und Besetzung zusätzlicher Stellen in der Gemeindeverwaltung die Situation weiter verschärft hat. Insbesondere fehle es an Büroräumen, einem Besprechungsraum sowie einem Registratur- beziehungsweise Archivraum. Daher bestehe kurzfristiger Handlungsbedarf, um auch künftig einen geordneten Verwaltungsbetrieb gewährleisten zu können. Architekt Lorenz sei von der Gemeinde beauftragt worden, ein Gebäudeaufmaß und digitale Bestandspläne für das bestehende Rathaus zu erstellen, um auf dieser Grundlage ein bauliches Erweiterungskonzept zu erarbeiten.

Ein erdgeschossiger Erweiterungsbau soll entstehen

In Absprache mit dem Bürgermeister, dem Landratsamt und den Mitarbeitern der Gemeinde wurde vorgeschlagen, den alten, alles andere als schön ausschauenden Holzanbau im Westen des Rathauses, abzubrechen. Dieser Anbau wurde bisher als Garage und Lagerraum genutzt. Als Ersatz soll an gleicher Stelle, aber auf einem nach Norden vergrößerten Grundriss nach dem Vorschlag des Architekten ein erdgeschossiger Erweiterungsbau für das Rathaus entstehen. Der Anbau soll ein Pultdach erhalten und eine Größe von 16 mal 10 Meter aufweisen. Darin sollen neben einem Erschließungsflur drei Büros, ein Besprechungsraum, ein größerer und ein kleinerer Registratur-beziehungsweise Archivraum sowie eine kleine Teeküche Platz finden. Außerdem ist an dem südlich, gegenüber vorhandenen Telekom-Gebäude ein kleiner Anbau zum Unterstellen von Fahrrädern und Mülltonnen vorgesehen.

Wie Lorenz weiter ausführte, soll die Fläche über dem bestehenden Keller überbaut werden. Eine zusätzliche Fläche entstehe nach Norden hin, auf einer noch zu schaffenden Bodenplatte. Die neuen Räumlichkeiten sollen vom bestehenden Rathausgebäude begangen werden. Die Planung sieht zwei Fluchtwege vor, sodass auch der Brandschutz gewährleistet werde. Statt einem Massivbau empfiehlt Lorenz einen Holzbau und den Innenausbau in Trockenbauweise.

Man wolle keinen „Einheitsbrei“

Gemeinderat Hans Glas (Bürgerliste Tandern) fragte den Architekten, ob es nicht sinnvoller wäre, offene Büros zu schaffen. Laut Lorenz würde dann aber die notwendige Abschirmung bei vertraulichen Gesprächen fehlen. Der Bau selbst in holzbauweise mit Holzverschalung dürfe sich ruhig als eigener Baukörper abzeichnen, man wolle keinen „Einheitsbrei“. Bürgermeister Hertlein erachtet es für wichtig, dass der Charakter des bestehenden Gebäudes erhalten bleibt, weil der Altbau baulich kaum berührt wird. Wichtig sei ihm, kostengünstig Räume zu schaffen. Die Genehmigungsfähigkeit sei mit dem Landratsamt abgesprochen.

Eine Diskussion entwickelte sich dennoch hinsichtlich der Heizung und der Gesamtkosten der Baumaßnahme. Während der Planer und der Bürgermeister davon ausgehen, dass die Beheizung des Erweiterungsbaus wie das Rathaus selbst über die bestehenden Ölheizung erfolgt, fragte Gemeinderat Christoph Hardt (Bürgerliste Tandern), ob man nicht von der seit 1983 betriebenen Ölheizung wegkommen sollte. Architekt Lorenz wolle das in einem Gepräch mit einer Fachfirma noch klären. Kostenmäßig gebe es noch keine zuverlässigen Zahlen, dennoch soll mit dem Erweiterungsbau noch heuer begonnen werden.

100 000 Euro werden 2020 in gemeindlicher Finanzplanung ausgewiesen 

Im Gemeindehaushalt 2019 sind nur Finanzmittel in Höhe von 200 000 Euro eingestellt. Das reiche sicher nicht aus für den geplanten Erweiterungsbau. An Einrichtung ist da gar nicht zu denken. „Aber die Fertigstellung, die finanzielle Restabwicklung und Nutzungsaufnahme wird ohnehin erst 2020 erfolgen können“, sagte Hertlein, mit dem Hinweis, dass weitere 100 000 Euro in der gemeindlichen Finanzplanung 2020 ausgewiesen werden.

Christoph Hardt und Gemeinderatskollege Hans Pröbstl (WG Hilgertshausen-Tandern) schlugen vor, dass man dem Erweiterungsbau erst zustimmen sollte, wenn Klarheit über die Kosten besteht.

Diesem Vorschlag schlossen sich die übrigen Mitglieder des Gemeindeparlaments an. Josef Ostermair


Lesen Sie auch: Hilgertshauser Besenweiber besingen den Bürgermeister und lassen sich bespaßen

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