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Katholischer Frauenbund Hilgertshausen feiert sein 90-jähriges Bestehen

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Die Damen des Jubelvereins führten den Festzug durch Hilgertshausen an. © bb

Ganz Hilgertshausen, so schien es, war auf den Beinen, als am Sonntag der Katholische Frauenbund sein 90-jähriges Bestehen feierte.

Zum feierlichen Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Stephanus versammelten sich all die Ortsvereine, von der Feuerwehr bis hin zu den Sportlern, mit ihren farbenprächtigen Fahnen.

Einziger Wermutstropfen: Pfarrer Paul Riesinger, der seit 19 Jahren geistlicher Beirat des Frauenbundes ist, konnte wegen Erkrankung nicht an den Feierlichkeiten teilnehmen. Der Augsburger Pfarrer Robert Mair trat in der voll besetzten Kirche an den Altar und leitete die Festversammlung. Mair schlug die Brücke vom Erzengelfest zum Frauenbund-Geburtstag und betonte, dass es auch in der heutigen schnelllebigen Zeit ohne Engel nicht gehe. „Die Leute geben sich vollkommen der Technik hin, und dennoch merken wir, dass es schwarze Löcher in unserem Leben gibt“, so der Geistliche, der das Schutzengelgefühl besonders herausstellte. Auch der Frauenbund Hilgertshausen sei in den 90 Jahren seines Bestehens nicht ohne Schutzengel ausgekommen.

Erstaunt zeigte sich Mair, dass der Frauenbund immerhin 125 Mitglieder zählt. „Beim Frauenbund kann man die Handschrift Gottes erkennen“, so Mair in seiner beeindruckenden Predigt.

Für die verstorbenen Mitglieder zündete Vorsitzende Heidi Probsdorfer die Frauenbund-Kerze an und sprach auch das Bundesgebet des Katholischen Frauenbundes. Musikalisch umrahmt wurde die Messfeier von Gisela und Sigi Bradl aus Altomünster, die den Haberer-Zwoagsang und die Hirangl-Musi bilden.

Der Festzug, an dem auch Frauen aus Altomünster und Jetzendorf mit ihren Fahnen teilnahmen, führte hin zum Häuserer-Saal, wo der Festakt mit 150 Gästen stattfand. Dort würdigte zunächst Diana Kölbl namens der Vorstandsmitglieder mit einem Gedicht das großartige Engagement von Heidi Probsdorfer. Die Vorsitzende zeigte anschließend auf, dass schon die Gründerfrauen der Organisation, trotz Kriegswirren, Not und unsäglich vielen Schicksalsschlägen, in ihren Familien Großartiges für die Gesellschaft geleistet hätten. „Der soziale Geist fand sich in all ihrem Handeln und Tun“, sagte Probsdorfer. Segensreiches Wirken ist auch in der Seniorengruppe und der vom Frauenbund geschaffenen Nachbarschaftshilfe festzustellen.

Im Laufe von neun Jahrzehnten war der Frauenbund insgesamt überaus aktiv. Es gab viele Feste, Vorträge, Ausflüge, Exkursionen, Theaterfahrten, Bastelabende, Christkindlmärkte, Osterbasare, Betstunden, Maiandachten, Buchausstellungen und Badefahrten.

Probsdorfer erinnerte daran, dass ihre Vorgängerin Berti Weil 32 Jahre lang der „Motor“ im Frauenbund gewesen war und für großen Mitgliederzuwachs gesorgt hat. Leider lasse sich in der heutigen Zeit bei Frauen Arbeit, Familie und Ehrenamt nicht so leicht unter einen Hut bringen, sodass Verschiedenes reduziert „oder für uns einfacher gestaltet wurde“, so Probsdorfer. Dennoch werde man weiter im Gemeinde-und Kirchenleben Engagement zeigen.

Die gesellschaftliche und soziale Leistung des Frauenbundes beeindruckt, wie die Gastredner betonten. Monika Knauer vom Diözesanverband, die Bezirksvorsitzende Petra Jarde, Kirchenpfleger Winfried Riedel und Bürgermeister Dr. Markus Hertlein lobten die Organisation in ihren Grußworten. Hertlein gratulierte zudem mit einem Geldgeschenk der Gemeinde zum 90-Jährigen. Geschenke überreichten aber auch Anita Huber vom Pfarrgemeinderat und Sybille Zoller vom Kindergarten, den der Frauenbund in all den Jahren wiederholt mit Zuschüssen bedacht hat.

Die 87-jährige Anni Freisinger, die schon seit 61 Jahren dem Frauenbund angehört und früher auch im Vorstand tätig gewesen war, wurde unter dem donnernden Beifall der Festversammlung zum Ehrenmitglied ernannt.

Das Regensburger Kabarett „Mann oh Mann, dieser Frauenbund“ unterhielt das Festpublikum bestens. In den süffisanten Darbietungen wurde sogar Petrus im Himmel in Verlegenheit gebracht, als Damen aus dem Frauenbund zum Putzstreik aufforderten. Auch eine kernige Bäuerin, der Dorfpfarrer und die Pfarrersköchin mischten bei dieser Gaudi mit.

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