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Hier wird erst einmal nicht gebaut: Der Gemeinderat will auf der Westseite des Fichtenwegs keine weitere Bebauung.   

Keine Bebauung am Fichtenweg in Hilgertshausen

Gemeinderat beißt nicht an

Der Gemeinderat von Hilgertshausen-Tandern hat am Montagabend einen Antrag auf Aufstellung eines Bebauungsplanes mit Flächennutzungsplanänderung im Westen der ehemaligen Wochenendsiedlung Gumpmühle einstimmig abgelehnt.

Das Abstimmungsergebnis überraschte viele: Denn der Bauwerber bot an, 50 Prozent des Baulandes für das Einheimischen-Modell zu überlassen.

Es geht es um eine Fläche von 9863 Quadratmetern, auf der die Gewerbetreibenden Robert Steurer und Hans Fottner Bauland für Einzel- und Doppelhäuser schaffen wollen, aufgeteilt in elf Parzellen. Das Grundstück befindet sich in unmittelbarer westlicher Nachbarschaft zum Fichtenweg.

Die Grundstückseigentümer haben Bereitschaft signalisiert, die entstehenden Kosten im Rahmen eines städtebaulichen Vertrages zu übernehmen. Ferner wurde in Aussicht gestellt, dass Einzelgrundstücke, die sich bei der Überplanung ergeben, anteilig im Rahmen des erneuerten Einheimischen-Modells an Bezugsberechtige der Gemeinde Hilgertshausen-Tandern abgegeben werden. Modalitäten hierzu sollten ebenfalls im Rahmen einer vertraglichen Vereinbarung zwischen der Gemeinde und den Grundstückseigentümern getroffen werden. Als Nachweis für die Bedarfsnotwendigkeit brachten Steurer und Fottner vor, dass in Vorgesprächen bereits sechs bezugsberechtigte Einheimische Interesse an einem Grundstück bekundet hätten.

Eine bereits von den Grundstückseigentümern in Auftrag gegebene schalltechnische Untersuchung zur immissionsrechtlichen Beurteilung, hauptsächlich hervorgerufen durch die nahe Sportanlage des TSV Hilgertshausen, habe ergeben, dass sämtliche Grenzwerte für die Zulässigkeit einer Wohnbebauung eingehalten, ja sogar deutlich unterschritten werden, teilte der Indersdorfer Architekt Bernd Hänsel mit. Hänsel schrieb an die Gemeinde, dass Mithilfe bei den weiteren Planungs- und Erschließungsarbeiten seitens des Planers und der Grundstückseigentümer zugesichert werde.

Warum aber hat unter diesen Voraussetzungen der Gemeinderat nicht „angebissen“, wo doch obendrein eine Bebauung in Anlehnung an die bestehende Siedlungsstruktur erfolgen soll? „Wir sind Herr des Verfahrens“, gab Bürgermeister Markus Hertlein (Wählergemeinschaft Hilgertshausen-Tandern) zu verstehen. Als Träger der Planungshoheit sei die Gemeinde bemüht, sich derzeit um Ausweisung von Bauland im Ortsteil Tandern stark zu machen. Im Ortsteil Hilgertshausen sei die im Flächennutzungsplan schon seit vielen Jahren dargestellte Erweiterungsfläche in Gumpersdorf-Ost für eine bauliche Entwicklung deutlich geeigneter als die Fläche am Fichtenweg. „Sie soll nach Möglichkeit vorrangig entwickelt werden“, so der Bürgermeister. Aktuell werde daher das von den Grundstückseigentümern angestrebte Bauvorhaben abgelehnt.

Norbert Reiter (Bürgerliste Tandern) versicherte sich, ob die Gemeinde im Falle der Bebauung am Fichtenweg tatsächlich 50 Prozent der Fläche nach amtlichem Gutachterpreis entsprechend des Baulandmodells erhalten könnte. Die Verwaltung bestätigte dies.

Was den Gemeinderat möglicherweise hindert, der Bebauung zuzustimmen, ist der warnende Finger aus Dachau. Das Landratsamt hat schon bei der Ausweisung des Baugebietes nördlich des Eulenwegs in Tandern den Bedarf angezweifelt. Auch wies die Behörde darauf hin, dass man die große Fläche in Gumpersdorf trotz Baurecht nun schon seit weit mehr als einem Jahrzehnt unberührt lässt. In der Diskussion bestätigte Hertlein dies. Er beabsichtige, mit den Grundeigentümern in Gumpersdorf-Ost ins Gespräch zu kommen, um dort endlich voranzukommen, so der Bürgermeister.

Freilich darf nicht vergessen werden, dass beim jüngsten Baugebiet in Hilgertshausen (westlich der Münchner Straße) nach altem Einheimischenmodell nur zwei Parzellen für Einheimische abgetreten wurden. Da wäre das Angebot von Steurer und Fottner schon deutlich besser. Dennoch sagte der Gemeinderat Nein, was Einheimische, die auf bezahlbares Bauland warten, sicher nicht freuen wird. Hertleins Schlussfeststellung „Die Bebauung am Fichtenweg ist deshalb nicht auf Dauer ausgeschlossen“, kann aber weder für bauwillige Einheimische noch für die Grundstückseigentümer ein Trost sein. Josef Ostermair

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