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Führen die Gemeinderatsliste an: Simon Schlatterer, Christina Markert und Johann Pröbstl (v.l.). 

Kommunalwahl 2020: WGHT will sieben Sitze im Rat

Wählergemeinschaft gibt sich zuversichtlich

Obwohl mit Hubert Oberhauser und Markus Hofner zwei amtierende Gemeinderäte zur CSU gewechselt sind, geht die Wählergemeinschaft Hilgertshausen-Tandern  zuversichtlich in die Gemeinderatswahl.

Hilgertshausen-Tandern Obwohl mit Hubert Oberhauser und Markus Hofner zwei amtierende Gemeinderäte auf die Liste der CSU gewechselt sind, geht die Wählergemeinschaft Hilgertshausen-Tandern (WGHT) zuversichtlich in die Gemeinderatswahl. „Wir gehen davon aus, wieder mit sechs bis sieben Leuten in das neue Gemeindeparlament einzuziehen“, sagten Simon Schlatterer und Hans Pröbstl, die die WGHT-Liste anführen, bei der Wahlversammlung in der Tafernwirtschaft von Niederdorf.

WGHT-Sprecher Werner Kerzel, der sich absichtlich auf den 6. Listenplatz setzen ließ, zeigte hier auf, was diese parteifreie Gruppierung in den letzten fünfeinhalb Jahren zusammen mit den anderen Fraktionen im Gemeinderat auf den Weg gebracht hat und wie die Ziele für die nächsten sechs Jahre aussehen.

Es sei gelungen, das Feuerwehrhaus in Tandern zu bauen und den Bau eines Kinderhauses in Hilgertshausen mit optimaler Kinder- und Schulkindbetreuung auf den Weg zu bringen. Gelungen sei auch die Schaffung von Jugendräumen, sowohl in Hilgertshausen als auch in Tandern, und die Errichtung eines Jugend-Außentreffs in Tandern. Von Bedeutung sei zudem die getroffene Grundsatzentscheidung, dass mittelfristig beide Schulhäuser erhalten bleiben. Dass die künftige Mittagsbetreuung in Form eines Horts erfolgt und auch die Vorarbeit für eine Erweiterung des Kindergartens in Tandern bereits geleistet sei, nannte Kerzel als sehr wichtig.

Ziel der WGHT sei die Weiterentwicklung der Jugendarbeit sowie die Förderung des Kulturlandschaftsgedankens und des Umweltschutzes in der Gemeinde. Aufgabe der Gemeinde sei es schließlich, immerhin 60 Hektar sogenannter Ökoflächen zu pflegen. „Mit uns wird es keine g’spinnerten Ideen geben. Wir sind keine Grünen“, versicherte Kerzel, dem auch die Entwicklung der gemeindlichen Infrastruktur, basierend auf einer sinnvollen Bauleitplanung als elementar erscheint. Die WGHT spreche sich außerdem für eine maßvolle Erweiterung der Gewerbeflächen aus. Egal bei welchen Projekten, es müsse immer das Thema „Nachhaltigkeit“ berücksichtigt werden. An regenerative Energien solle auch bei der Kläranlage gedacht werden.

Die WGHT spricht sich auch für eine ortsübergreifende Vernetzung der Seniorenarbeit aus, insbesondere im Bereich Nachbarschaftshilfe, Seniorenbeauftragten, Seniorentreffs, VdK und Caritas. Bei dem Angebot Kerzels – noch ist er erst 59 –, im Ruhestand ehrenamtlich Fahrdienste für die in ihrer Mobilität eingeschränkten Senioren zu leisten, bekam er gleich Unterstützung von den Mitstreitern in der WGHT, Rudi Effner und Manfred Roth.

Das Ehrenamt hat bei den Kandidaten der WGHT ohnehin hohen Stellenwert. 13 der 16 Gemeinderatskandidaten sind bereits in den verschiedensten Bereichen ehrenamtlich tätig. Der neue Gemeinderat sollte nach den Vorstellungen Kerzels das Ehrenamt mehr würdigen, beispielsweise in Form der Verleihung von Bürgermedaillen.

Die Schaffung von bezahlbarem (Miet)-Wohnraum für Jung und Alt ist eine klare Forderung der WGHT. Man denkt dabei an die Ausweisung von Wohnbauland und Schaffung von Flächen, die im Baulandmodell und mitunter auch frei angeboten werden können. Bezüglich sozialem Wohnungsbau biete sich die Wohnbaugesellschaft des Landkreises an.

Ob man mit der von Kerzel gewünschten Aufwertung und Belebung der Ortskerne Erfolg hat, soll sich zeigen. Wichtig sei jedenfalls die angestrebte Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs. Es zeige sich jetzt schon, dass das Ruftaxi sehr gut angenommen wird. Daher sei es im Sinne der WGHT, das Ruftaxi im MVV zu integrieren und auch auf Sonn- und Feiertage auszubauen.

Eine gute Einrichtung in der Gemeinde sei laut Werner Kerzel die 2019 geschaffene Bürgerstiftung mit der Feststellung, dass schon einige Projekte über die Bürgerstiftung gefördert wurden, „und sich der Topf langsam füllt“.

Schon ein Blick auf den Gemeinderatskandidaten-Flyer zeigt, dass auch Bürgermeister Markus Hertlein, der erst in drei Jahren wieder zur Wahl steht, von der WGHT als Kreistagskandidat der CSU (Listenplatz 18) voll unterstützt wird.

Hertlein, dem auch die Bürgerliste Tandern Unterstützung zum Einzug in den Kreistag zugesagt hat, nutzte die Gelegenheit, in Niederdorf für sich zu werben. Wie er ausführte, komme der ländlichen Zuzugsregion in der Kreispolitik immer größere Bedeutung zu. Daher sollten neben Dachau und Karlsfeld auch die Landkreisgemeinden gut im Kreistag vertreten sein. Hertleins Appell: „Wählt auf den Kreistagslisten die Bürgermeister aus dem ländlichen Raum“.

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Kommunalwahl 2020 in Bayern: Welche Aufgaben haben Stadtrat und Gemeinderat?

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Die Bürgermeisterkandidaten aller Gemeinden aus dem Landkreis Dachau, haben wir für Sie in unserem Überblicksartikel zu den Kommunalwahlen 2020 aufgelistet. Zudem können Sie sich in unserem Artikel zu den Landratswahlen über die dort antretenden Kandidaten informieren. Alle weiteren Hintergrundberichte finden Sie auch auf unserer Themenseite zu den Kommunalwahlen 2020 im Landkreis Dachau.

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