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Ließ drei Hilgertshauser bei der Nominierung hinter sich: Dr. Marku s Hertlein. 

Ein „Zuagroaster“ wird neuer Bürgermeister

Hilgertshausen – Mit beeindruckender Dreiviertel-Mehrheit hat die Wählergemeinschaft Hilgertshausen-Tandern (WGHT) am Donnerstagabend im Mesnerhaus Dr. Markus Hertlein in nichtöffentlicher Sitzung als Bürgermeisterkandidaten nominiert. Ein weiterer Kandidat ist bislang nicht in Sicht.

Unter den 42 Stimmberechtigten waren auch 21 CSU-Mitglieder. Das Ergebnis zeigt, dass nicht nur die der WGHT Nahestehenden, sondern auch eine Reihe von Christsozialen dem parteilosen Hertlein ihre Stimme schenkten. Denn Hertlein bekam 28 Stimmen. „Ich hätte nie gedacht, dass es so eindeutig wird“, sagte der Nominierte.

Hertlein wohnt schon seit zwölf Jahren mit seiner Frau Gabriele und den beiden Töchtern im Ortsteil Gumpersdorf. Er gilt immer noch mehr oder weniger als Zugezogener – und setzte sich bei der Nominierung gegen drei gebürtige Hilgertshauser souverän durch: Norbert Schneider, Max Demmelmair und Hans Pröbstl. Ein Beweis, dass nicht unbedingt der Bekanntheitsgrad des Bewerbers zählt.

Wie WGHT-Sprecher Werner Kerzel mitteilt, haben die unterlegenen Mitbewerber Hertleins grandioses Abschneiden akzeptiert, wenngleich insbesondere bei Norbert Schneider die Enttäuschung groß war. Schneider, der das zweitbeste Ergebnis erzielte, gehört der Hilgertshauser CSU an, die aber im Stich gelassen hat, ihn wie das Ergebnis zeigt.

Markus Hertlein ist 45 Jahre alt, geboren und aufgewachsen im Landkreis Donau-Ries. Durch seine Frau Gabriele, eine geborene Keimel, hat man ihm schon seit langem deren Hausname „Feinemo“ verliehen.

Hertlein machte Abitur und wurde bei der Bundeswehr Reserveoffizier, bevor er an der TU München Bauingenieurwesen und Wirtschaftsingenieurwesen studierte. Er promovierte in Betriebswirtschaftslehre und hat nach dem Studium viele Jahre in einem Ingenieurbüro im Projektmanagement und als Unternehmensberater gearbeitet. Seit langem ist Hertlein Partner in einem Büro für Projektmanagement und Beratung. Es berät beim Bau und bei der Weiterentwicklung in den Bereichen Gesundheitswesen und öffentliche Bauten.

Hertlein erklärte, warum er sich fürs Bürgermeisteramt beworben hat. Schon immer habe er Interesse an Politik gehabt. Bei der Kommunalwahl 2014 war er Kandidat der WGHT, schaffte den Sprung ins Gemeindeparlament aber nicht.

Hertlein sieht die Gemeinde vor vielen großen Herausforderungen, „vielleicht sogar vor den größten Weichenstellungen seit vielen Jahren“. Er nannte unter anderem den Feuerwehrhausbau, die Kinderbetreuung, den Breitbandausbau und den sozialen Wohnungsbau. „Es gilt zusammen mit dem Gemeinderat die Themen zu strukturieren, nach geeigneten Kriterien zu bewerten, zu priorisieren und in eine zeitliche Abarbeitungsstruktur zu bringen.“ Wichtig sei die Weiterentwicklung der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Hilgertshausen und Tandern. Was den früheren Gebietsreformstreit zwischen den Ortsteilen betrifft, könne er ohne jegliche Vorbelastung das Bürgermeisteramt angehen.

Bei einer öffentlichen Versammlung am 19. Januar um 19.30 Uhr im Häuserer-Saal haben alle Gelegenheit, bei einer Abstimmung zu zeigen, wie sie zu Hertlein stehen. Nicht ausgeschlossen ist, dass es bei der Wahl des Nachfolgers des aus gesundheitlichen Gründen zurücktretenden Bürgermeisters Hans Kornprobst einen weiteren Bürgermeisterkandidaten gibt. „Theoretisch könnte ein weiterer Bewerber mit einem Bus voller Leute zu unserer Versammlung kommen“, sagt Kerzel, glaubt aber natürlich nicht daran. Auch die Bürgerliste Tandern und die SPD habe signalisiert, keinen Bürgermeister-Kandidaten aufzustellen. Und die CSU Tandern habe mitgeteilt, so Kerzel, gut mit Hertlein leben zu können.

josef ostermair

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