Die Hilgertshauserin Silvia Gold heißt die Gäste in ihrer Pension in Assisi herzlich willkommen – sobald Reisen wieder erlaubt ist.
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Die Hilgertshauserin Silvia Gold heißt die Gäste in ihrer Pension in Assisi herzlich willkommen – sobald Reisen wieder erlaubt ist.

43-Jährige aus Hilgertshausen verwirklichte sich mit einer Pension im italienischen Assisi ihren Traum

Silvia Gold wartet auf Gäste in ihrer neuen Heimat

  • vonJosef Ostermair
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Hilgertshausen – Andere Länder, andere Kulturen, das hat die Hilgertshauserin Silvia Gold (43) schon immer geliebt. So verließ sie vor vier Jahren ihre Heimat im oberen Ilmtal und betreibt nahe des italienischen Pilgerortes Assisi die Pension „Le Ginestre“. In Zeiten von Corona wahrlich keine leichte Aufgabe. Ihr Partner Eddie Kaul, ein gebürtiger Amerikaner, der in Sardinien als Soldat lebte, ermutigt sie bis heute, Träume nicht nur Träume sein zu lassen, sondern sie tatsächlich zu verwirklichen.

Nach ihrem Abitur hatte die heute 43-Jährige in Ungarn ein freiwilliges soziales Jahr absolviert. Anschließend schlug sie den Weg in die Touristik-Branche ein und war bei verschiedenen Fluggesellschaften tätig, in der Reservierung, sowie bei kleinen Boutique-Reiseveranstaltern in der indivuellen Beratung und im Produkt-Management.

„Obwohl mir meine Tätigkeit wirklich großen Spaß machte, trieb mich immer die Unruhe, der Wunsch, mich im Ausland zu beweisen und Gästen nicht nur bei der perfekten Vorbereitung ihrer Reise behilflich zu sein, sondern auch Einfluss auf ihr konkretes Urlaubserleben auszuüben“, erklärt Silvia Gold. So ging sie 2015 in die Karibik, um in einem Beach Resort auf Aruba Hotelerfahrung zu sammeln – bis hin zum Management. Anfang 2017 war die Hilgertshauserin dann bereit, ihrem lange gehegten Traum nachzugehen und ihre eigene „Bed & Breakfast“-Pension, zehn Kilometer vom Zentrum der Gemeinde Assisi entfernt, zu eröffnen.

Silvia Gold erinnert sich noch gut, dass ihr die Wetterumstellung vom stabilen karibischen 28 bis 35 Grad in einen europäischen Februar anfangs Probleme bereitete. „Aber unser Ziel war, die ersten Gäste, ein Pärchen aus den USA, pünktlich empfangen zu können“. Dazu sei es notwendig gewesen, nach deutschem Vorbild Qualität und Praktikabilität zu integrieren und die Außenanlage mitsamt Panorama-Terrasse und das Areal um den Pool in Schwung zu bringen.

Bis zu 20 Gäste lassen sich im Haus von Silvia und Eddie unterbringen, man kann aber auch das gesamte Haus als Privatvilla anmieten, etwa für Hochzeiten, Yoga Retreats, Theater-, Mal- und Poesiegruppen aber auch als Trainingslager für Rennrad und Trailrunning. „Praktisch für alle Gruppen von Freunden, die gemeinsam preisgünstig verreisen wollen“, so Silvia Gold, deren Pension weniger von Assisi-Pilgern lebt, weil die in der Regel mit Bussen und öffentlichen Verkehrsmittel kommen und deshalb meist im Zentrum von Assisi einquartiert sind.   

Ihre Urlauber schätzen in erster Linie die Vorzüge der Region Umbrien. Die welligen Hügel, Weinberge und mittelalterlichen Dörfer und Schlösser sowie Umbriens Küche begeistern die Gäste. Hier können sie selbst erleben, was geschieht, bevor man die typische Spezialität „Strangozzi alla Norcina“ genießen kann: Von der Trüffeljagd mit ausgebildeten Hunden bis hin zum Kochkurs mit einer italienischen Nonna, die einem zeigt, wie traditionell Pasta selbst gemacht und dann mit Soße verfeinert wird.

Was das „Le Ginestre“ bei Assisi so einzigartig macht? Die individuelle Betreuung der Gäste durch Silvia Gold und ihren Partner. „Wir stellen sicher, dass der Urlaub einzigartig und unvergesslich wird“, versichert Silvia Gold. Im Herzen ist sie Hilgertshauserin geblieben und hat nach wie vor besten Kontakt zu Mutter Hannelore und Vater Walter.

Sorgen bereitet ihr und ihren Partner aber zweifelsohne die Corona-Pandemie. Sie hatten sich nämlich im Laufe der ersten drei Jahre ein äußerst ausgeglichenes Gäste-Portfolio aufgebaut, mit einer gesunden Mischung aus italienischen, europäischen, amerikanischen, australischen und asiatischen Gästen, die gerne wieder kamen. „Covid 19 hat uns aber schon in der ersten Hälfte des letzten Jahres vor große Herausforderungen gestellt“, berichtet Silvia Gold.

Ab Anfang Juni verbesserten sich die Reisebedingungen zumindestens innerhalb Europas – „zu unserem Glück! Wir hatten buchungstechnisch einen absoluten Rekordsommer“, erzählt die Hilgertshauserin. „Sicher auch, weil viele Menschen so lange eingesperrt waren.“ Doch seit Anfang November hat die Pension in Assisi keine Gäste mehr – „und das wird sicher noch ein paar Monate so bleiben“, befürchtet die 43-Jährige, die dennoch keine Gedanken ans Aufhören verschwenden will. „Wir hoffen, dass alle an einem Strang ziehen, so dass wir sowie alle anderen betroffenen Unternehmen im Frühling hoffentlich wieder Umsätze einfahren können“, sagt Silvia Gold. Sie betont: „Wir bleiben positiv gestimmt!“

Kontakt

zu der Hilgertshauserin in ihrer neuen Heimat ist möglich: Le Ginestre Assisi, Localita Paradiso 32, Assisi 06081/IT, Telefon +39 075 802209 oder über das Internet unter info@leginestre-assisi.com.

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