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Das Ergebnis kann sich sehen lassen: In Tanderns Ortsmitte steht das sanierte und umgebaute Vollmair-Haus, das schon dem Verfall ausgeliefert zu sein schien.

Denkmalgeschütztes Haus umgebaut und saniert

Vollmair-Haus in Tandern: Ein Schmuckstück aus Meisterhand

Nach einer Bauzeit von einem Jahr und zwei Monaten ist der Umbau des denkmalgeschützten Vollmair-Hauses in Tandern abgeschlossen worden. Aus einer wahren seit 1985 nicht mehr genutzten verfallenen Bauruine ist ein meisterhaft geglücktes Schmuckstück im Dorfzentrum entstanden.

Tandern – Das Tanderner Wohnungsbauunternehmen von Hans und Tobias Michalke ist erfahren im Umbau von großen Denkmalobjekten in München und Leipzig. Hans und Tobias Michalke sorgten mit ganzem Herzblut dafür, dass das traditionsreiche ehemalige Geschäfts- und Wohnhaus nach den Vorgaben des Denkmalschutzes umgebaut und saniert wurde.

Entstanden sind ein Tagungszentrum im Erdgeschoß, drei Wohnungen im ersten Obergeschoß mit durchschnittlich 75 Quadratmetern und zwei Wohnungen im Dachgeschoß.Schon vor Baubeginn fanden sich Käufer für die Wohnungen. Erfreulich, dass alle vier Käufer aus Tandern selbst kommen. Der Bauherrselbst übernahm auch eine Wohnung im Dachgeschoß.

Das Tagungszentrum im Erdgeschoss übernahm der Chef des Automobiltransportunternehmens Maximilian Altmann von der Astra GmbH. Er ist auch Eigentümer von Schloss und Schlosswirtschaftin Tandern. Die Firma nutzt es als Seminarraum. Aber auch Tanderner Bürger oder Vereine können den Raum für Veranstaltungen mieten. So profitiert auch die Dorfgemeinschaft vom geglückten Umbau.

Die Umbauarbeiten wurden größtenteils von Firmen aus der Region geleistet. Hans Michalke beziffert die gesamten Baukosten einschließlich Außenanlagen auf insgesamt 2,4 Millionen Euro.

Das Vollmair-Haus, benannt nach den Geschäftsinhabern, kann auf eine lange Tradition zurückblicken. 1877 wurde es erbaut. 1909 erfuhr das Gebäude eine erhebliche Aufwertung: Das relativ kleine Wohnhaus wurde erweitert, es wurde ein stattliches Wohn- und Geschäftsgebäude im damaligen bürgerlichen Stil der Jahrhundertwende. Über Jahrzehnte änderte sich kaum etwas am Erscheinungsbild.

Über das Erdgeschoß mit dem zentralen Laden erhob sich ein stattliches Walmdach. Besonders auffällig war und ist das Mittelmedaillon-Fenster im Spitzgiebel. Im Geschäftshaus wurden Lebensmittel, Haushaltswaren, Kleidung, Bettwäsche, Spielwaren, Werkzeug und landwirtschaftliche Kleingeräte angeboten. Neben den Geschäftsräumen war im Haus auch die Tanderner Pfarrbücherei von 1950 bis zum Neubau des Tanderner Pfarrzentrums untergebracht.

Nach Aufgabe des Geschäftsbetriebes stand das Gebäude leer – es war einem zunehmenden Verfall ausgeliefert. Bestrebungen, das mittlerweile unter Denkmalschutz gestellte Gebäude zu sanieren und zu sichern, verliefen im Sande.

Sogar die Gemeinde war schon Eigentümerin des Gebäudes, verkaufte es jedoch später an die Firma Altmann. Helmut Altmann sanierte jedoch bereits die benachbarte Schlosswirtschaft, die ebenfalls unter Denkmalschutz stand. So ergab es sich, dass der Wohnungsbauunternehmer Hans Michalke das Gebäude samt Grundstück zum symbolischen Wert von einem Euro erwerben konnte.

Helmut Altmann war zwischenzeitlich verstorben. Doch sein Nachfolger Maximilian Altmann stand zu der Abmachung, sodass der Wohnungsbauunternehmer mit den Planungen für den Umbau nach den Vorgaben des Landesamtes für Denkmalpflege beginnen konnte.

Nach der Entkernung des Gebäudes wurden der Putz und das Dach erneuert. Eine umfassende Veränderung der Fassaden war aus Denkmalschutzgründen nicht erwünscht. Die Gauben an der Nord- und Südseite wurden vergrößert, an diese beiden Seiten kamen Stahlbalkone. Die Wohnungen sind mittlerweile schon vermietet und teilweise bezogen.

Den 230 Quadratmeter großen Tagungsraum im Erdgeschoß kaufte die Firma Altmann zurück. Er ist für über 100 Plätze ausgelegt. Die Bewirtung wird von der gegenüberliegenden Schlosswirtschaft übernommen.

Fertiggestellt sind auch die Außenanlagen mit 13 Stellplätzen. Um die Bepflanzung der Grünflächen kümmerte sich eine Tanderner Damenriege unter der Leitung von Christine Krimmer vom Tanderner Blumenladen.

FRANZ HOFNER

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