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Georg Kroll starb mit 80 Jahren. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke im Hilgertshauser Dorfleben.

Ein Mann mit sehr vielen Talenten

Schorsch Kroll blickt jetzt vom Himmelsthron

Schorsch Kroll aus dem Hilgertshauser Gemeindeteil Gumpersdorf lebt nicht mehr. Er ist im Alter von 75 Jahren verstorben. Er war ein Mann mit vielen Talenten und Interessen.

Hilgertshausen  Das große ehrenamtliche Engagement des Verstorbenen würdigten mehr als 500 Trauergäste allein mit ihrer Anwesenheit bei der Beerdigung im Friedhof St. Ursula und dem Seelengottesdienst in der Pfarrkirche St. Stephan.

Schorsch Kroll hat sich sowohl in der Kirche als auch in der Blaskapelle Langenpettenbach und beim TSV Hilgertshausen über Jahrzehnte mit Überzeugung eingebracht.

Geboren und aufgewachsen ist er mit Bruder Hans auf dem Kroll-Hof in Eichstock, wo er nach dem Volksschulbesuch in Ainhofen und Langenpettenbach zunächst in der elterlichen Landwirtschaft arbeitete. Nach dem Besuch der Landwirtschaftsschule in Rottalmünster und seiner Bundeswehrzeit in Traunstein machte er bei MTU in München eine Lehre zum Triebwerkmechaniker. Im Laufe der Jahre arbeitete er sich zum Maschinenbautechniker hoch.

Pfarrer Paul Riesinger würdigte ihn als christlichen Familienvater, der die Musik und den Sport liebte. Die Älteren im Landkreis erinnern sich noch an Krolls Zeit als Boxer des ASV Dachau. Mit 18 wechselte er dann zum Fußball im TSV Hilgertshausen, wo man vor allem seine Schnelligkeit schätzte. Mit der Gitarre im Arm hat er von Anfang an die Geselligkeit im Sportlerkreis vorangetrieben. Beim TSV war er gefordert wie kaum ein anderer, war er doch lange Zeit Jugendtrainer und Stadionsprecher.

Die Hochzeit mit seiner Frau Elli brachte ihn 1968 in den Hilgertshauser Ortsteil Gumpersdorf. Da hat ihn Betty Glas gleich zum Mitsingen im Kirchenchor verpflichtet, dem er dann über 50 Jahre angehörte. Der Kirchenmusik verpflichtete er sich nicht zuletzt wegen Tochter Sigrid, die den Hilgertshauser Kirchenchor leitet. Mit ihr sang er stets aus tiefem Herzen und mit großer Freude das Lied „Blick vom Himmelsthron“.

Viele Jahre stellte sich Kroll auch als Lektor in den Dienst der Kirche. Die meiste Zeit investierte er aber in die Blaskapelle Langenpettenbach, wo er von 1957 bis 2010 Trompete und Flügelhorn blies und als Vorsitzender von 1980 bis 2005 die erfolgreiche Entwicklung der „Bembegga Musi“ geprägt hat.

Wie Thomas Fischhaber, der amtierende Vorsitzende bei seiner Trauerrede unterstrich, sei Krolls Leistung schon vor vielen Jahren vom Musikbund Ober- und Niederbayern und mit der Ehrennadel des Deutschen Musikverbands gewürdigt worden. Außerdem bekam er das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für seine Verdienste im Ehrenamt.

Dass Kroll sechs Jahre im Gemeinderat mitgewirkt hat, betonte Bürgermeister Markus Hertlein. Auch als Raiffeisen-Aufsichtsrat gewann Kroll das Vertrauen der Genossen. Selbst wenn seine Freizeit bedingt durch die vielen Ehrenämter knapp bemessen war, die Zeit für seine vier Kinder und die neun Enkel nahm er sich gerne, da konnte ihn nichts abhalten.

Sein besonderer Stolz war es, dass alle vier Kinder bei der „Bembegga Musi“ spielen, und er es geschafft hat, eine ganze Reihe weiterer Musiker aus Hilgertshausen und Umgebung für dieses beliebte Blasorchester zu gewinnen. Die böhmische Blasmusik im Stile von Ernst Mosch begeisterte ihn. So war ihm bei der Beerdigung neben mehreren Trauerliedern auch der „Böhmische Wind“, dargeboten von seinen Musikerkollegen, gewiss.

Mit Worten der Trauer verabschiedeten sich auch Norbert Schneider namens der Hilgertshauser Sportler und Georg Hofner vom Veteranenverein. Wunsch des Verstorbenen war es, auf Kranzniederlegungen zu verzichten und stattdessen für die Orgelrenovierung zu spenden.

ost

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